Euphoria enthüllt, was Alamo Brown wirklich antreibt
Ein Schwein im Stripclub kostet Alamo Brown fast alles. Adewale Akinnuoye-Agbaje spielt den fünffachen Clubbesitzer in Euphoria Staffel 3, dessen goldene Pistole nach einer Eskalation mit Laurie zum Einsatz kommt. Wer Alamo wirklich antreibt, erklärt seinen brutalsten Zug gegen die Konkurrenz.
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Wer ist Alamo Brown wirklich?
Alamo Brown ist der zentrale Antagonist der dritten Staffel von Euphoria: ein Geschäftsmann, der fünf Stripclubs in Kalifornien betreibt und sich selbst als Verkörperung des amerikanischen Traums begreift. Adewale Akinnuoye-Agbaje verleiht der Figur eine epische Wucht, die bewusst an die Westernhelden klassischer Hollywood-Produktionen erinnert.
Showrunner Sam Levinson orientierte sich bei der Entwicklung der Figur an realen Vorbildern: Jim Brown, nach dem Alamos Nachname gewählt wurde, sowie Woody Strode und Eli Wallach. Die Bildsprache von Sergio Leone und John Ford floss ebenso in die Konzeption ein, um einen Charakter zu schaffen, der größer als das Leben selbst wirkt, aber in einer schmutzigen modernen Realität verwurzelt bleibt.
Akinnuoye-Agbaje beschreibt Alamo als jemanden, der trotz aller äußeren Stärke von tiefer Unsicherheit angetrieben wird. Diese Unsicherheit äußert sich in einer Paranoia, die aus einem grundlegenden Mangel an Selbstwert entsteht.
Das Schwein und der Auslöser
Der Konflikt zwischen Alamo und Laurie eskaliert, als Rue (Zendaya) bei einer Party in Alamos Umfeld vergiftete Drogen liefert, was zu einer Fentanyl-Überdosis einer seiner Tänzerinnen führt. Laurie, die Rue zuvor unter ihrer Kontrolle hatte, gerät dadurch direkt ins Visier des Stripclub-Besitzers.
In einem Telefonat bezeichnet Laurie Alamo als Schwein. Für Alamo ist dieses Wort weit mehr als eine Beleidigung: Es trifft ihn tiefer als jedes andere Schimpfwort, weil es sein Selbstbild als Symbolfigur des Aufstiegs direkt angreift. Akinnuoye-Agbaje erklärt, dass Alamo sich als Beweis dafür sieht, dass der amerikanische Traum erreichbar ist. Wenn Laurie ihn so nennt, sagt sie damit implizit, dass er es nicht ist.
Alamo reagiert auf die Demütigung mit einer drastischen Aktion: Er schickt ein echtes Schwein in Lauries Haus. Sie gibt es zurück, indem sie das Tier im Silver Slipper freilässt, Alamos begehrtestem Club. Die Begegnung endet blutig, mit Alamos goldener Pistole im Einsatz.
Rue zwischen den Fronten
Rue hat sich inzwischen Alamos Lager angeschlossen und arbeitet für ihn im Silver Slipper. Die Figur, die Zendaya seit der ersten Staffel spielt, befindet sich damit in einer noch gefährlicheren Position als zuvor. Alamo nutzt sie als Werkzeug in seinem Krieg gegen Laurie.
Gemeinsam mit Bishop, gespielt von Darrell Britt-Gibson, schickt Alamo Rue auf eine Mission: Lauries geliebten Vogel Paladin vergiften. Der Plan zeigt, wie tief der Konflikt bereits reicht und wie bereit Alamo ist, andere für seine Rache einzusetzen.
Akinnuoye-Agbaje warnt, dass Laurie mit ihrer Provokation eine Grenze überschritten hat, die sie nicht absehen konnte. Sie habe keine Ahnung, dass sie vom Regen direkt in die Flut geraten sei.
Psychologie eines modernen Cowboys
Hinter Alamos imposantem Auftreten verbirgt sich ein komplexes psychologisches Profil. Akinnuoye-Agbaje betont, dass die Figur historische Verletzungen in sich trägt: Der Begriff 'Cowboy' selbst war ursprünglich eine abwertende Bezeichnung für befreite Sklaven, die Vieh hüteten, bevor Hollywood den Begriff glorifizierte.
Alamo hat dieses Erbe in etwas Mächtiges verwandelt, oder zumindest glaubt er das. Genau darin liegt die Tragik der Figur: Seine gesamte Identität basiert auf einer Erzählung, die er sich selbst aufgebaut hat, und jede Bedrohung dieser Erzählung löst unverhältnismäßige Reaktionen aus.
Die Paranoia, die Akinnuoye-Agbaje in der Figur angelegt sieht, ist kein Zeichen von Schwäche nach außen, sondern ein innerer Motor, der Alamo zu immer extremeren Handlungen treibt. Staffel 3 verspricht, diese dunkle Seite weiter auszuleuchten.
Was kommt noch auf Alamo zu?
Akinnuoye-Agbaje deutet an, dass die bisherigen Eskalationen erst der Anfang sind. Der Tod, auf den im Titel des Interviews angespielt wird, hat Alamos innere Dynamik verändert und die Handlung in eine noch dunklere Richtung gelenkt.
Laurie hat mit ihrer Provokation eine Reaktionskette ausgelöst, die sie unterschätzt hat. Alamo ist kein impulsiver Krimineller, sondern ein Stratege, der Demütigungen nicht vergisst und mit kalkulierter Brutalität antwortet.
Für Zuschauer, die Euphoria seit der ersten Staffel verfolgen, dürfte Staffel 3 eine neue Qualität der Bedrohung einführen. Mit Alamo Brown hat die Serie einen Antagonisten, der nicht nur physisch gefährlich ist, sondern dessen Psychologie die eigentliche Gefahr darstellt.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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