Darum triumphiert Man on Fire dort, wo Washington scheiterte

·30.04.2026, 17:30 Uhr·3 Min
Bild: TMDB

63 Prozent auf Rotten Tomatoes: ausgerechnet die TV-Serie rettet den Stoff. Weder der Glenn-Film von 1987 noch Washingtons Version von 2004 kamen bei Kritikern an. Dass eine Serienadaption beide Kinoversionen überflügelt, hat kaum jemand erwartet.

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Besser als Washington und Glenn

Man on Fire hat als Netflix-Serie einen kleinen Meilenstein gesetzt. Mit 63 Prozent auf Rotten Tomatoes, basierend auf acht Kritiken, übertrifft die Produktion beide Vorgängerverfilmungen deutlich. Der Film mit Denzel Washington aus dem Jahr 2004 kommt dort lediglich auf 39 Prozent, und auch die erste Adaption von 1987 mit Scott Glenn in der Hauptrolle erhielt damals keine guten Kritiken.

Damit ist die Netflix-Serie die erste Version des Stoffs, die bei Kritikern mehrheitlich positiv ankommt. Das ist bemerkenswert, denn der zugrundeliegende Roman von A.J. Quinnell gilt seit Jahrzehnten als spannungsgeladene Vorlage, die sich bislang auf der Leinwand nicht vollständig entfalten konnte.

Ob die Zuschauerzahlen den Kritikererfolg bestätigen werden, bleibt abzuwarten. Der Start am 30. April 2026 markiert jedoch einen vielversprechenden Auftakt für die Produktion.

Yahya Abdul-Mateen II als Creasy

In der Netflix-Adaption übernimmt Yahya Abdul-Mateen II die Rolle des John Creasy, die Denzel Washington im Film von 2004 prägte. Creasy ist in dieser Version ein ehemaliger Soldat der Spezialeinheiten, der nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst mit einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung kämpft und versucht, in seinem alten Leben wieder Fuß zu fassen.

Die Figur des Billy Blanco Jr. spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der Serie, die den Konflikt zwischen Creasys innerer Zerrissenheit und äußerer Bedrohung in sieben Episoden entfaltet.

Abdul-Mateen II ist bekannt aus Projekten wie Aquaman und Watchmen. Mit Man on Fire übernimmt er nun eine der ikonischsten Rollen des Action-Genres und stellt sich dem direkten Vergleich mit Washington.

Vorlage: Roman und Fortsetzung

Die Netflix-Serie basiert nicht nur auf A.J. Quinnells Roman Man on Fire, sondern bezieht auch dessen Fortsetzung The Perfect Kill in die Handlung ein. Damit geht die Produktion über das hinaus, was beide Kinofilme bisher gezeigt haben, und bietet Fans der Buchvorlage deutlich mehr Material.

Quinnell veröffentlichte Man on Fire im Jahr 1980. Die Geschichte eines traumatisierten Ex-Soldaten, der als Leibwächter eines Kindes in eine brutale Entführungsgeschichte hineingezogen wird, fand seitdem ein weltweites Publikum. Die Netflix-Adaption ist die dritte Verfilmung des Stoffs insgesamt.

Durch die Einbeziehung von The Perfect Kill erhält die Serie einen erweiterten erzählerischen Rahmen, der es den Machern erlaubt, Creasys Geschichte über mehrere Episoden hinweg tiefergehend zu entwickeln.

Showrunner Kyle Killen am Steuer

Hinter der Serie steht Showrunner Kyle Killen, der zuvor als Co-Entwickler der Paramount+-Serie Halo bekannt wurde. Mit Man on Fire übernimmt er nun eine hochkarätige Adaption für Netflix und beweist damit seine Bandbreite im Action- und Thriller-Genre.

Killens Erfahrung mit großen Franchise-Produktionen dürfte bei der Umsetzung von Man on Fire eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Herausforderung bestand darin, eine Geschichte, die zweimal als Film gescheitert ist, für das Serienformat neu zu denken und dabei sowohl Fans der Bücher als auch der Kinofilme anzusprechen.

Ob Killen mit Man on Fire an den Halo-Erfolg anknüpfen kann, werden die kommenden Wochen zeigen. Die ersten Kritikerstimmen deuten zumindest darauf hin, dass die Neuinterpretation des Stoffs geglückt ist.

Alle Episoden jetzt verfügbar

Alle sieben Episoden von Man on Fire sind seit dem 30. April 2026 vollständig auf Netflix abrufbar. Netflix setzt damit auf das bewährte Modell der Komplettveröffentlichung, das Zuschauern erlaubt, die Serie in ihrem eigenen Tempo zu sehen.

Die Serie ist die dritte Adaption des Quinnell-Romans und die erste, die im Serienformat umgesetzt wurde. Nach den Kinoversionen von 1987 und 2004 bietet das Serienformat deutlich mehr Raum, um die Figuren und ihre Hintergründe ausführlich zu entwickeln.

Wer die Denzel-Washington-Version kennt und wissen möchte, was die neue Interpretation anders macht, findet auf Netflix ab sofort die Antwort.

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Zuletzt aktualisiert: 30.04.2026, 17:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
Autor
Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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Marie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.

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