Brunson zieht Abbott Elementary in eine echte Krise

·26.04.2026, 21:30 Uhr·3 Min
Bild: ABC · TMDB

Fünf Staffeln Schule, und plötzlich gibt es keine mehr. Brunson ließ das vertraute Abbott-Kollegium in Staffel 5 in ein verlassenes Kaufhaus ziehen, weil echte Schulen in L.A. nach den Bränden in alten Sears-Filialen landeten. Für eine Sitcom, die von Stabilität lebt, ist das ein gewagter Bruch.

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Verlassenes Einkaufszentrum als Schulersatz

Eine der auffälligsten Neuerungen in Staffel 5 ist der Schauplatzwechsel: Das vertraute Lehrpersonal der Abbott Elementary verbringt gleich mehrere Folgen in einem verlassenen Einkaufszentrum. Die Idee klingt ungewöhnlich, hat aber einen realen Hintergrund.

Quinta Brunson ließ sich von den Waldbränden in Los Angeles im Jahr 2025 inspirieren. Eine Schule, an der eine Freundin von ihr unterrichtete, brannte nieder und zog vorübergehend in ein altes Kaufhausgebäude um. Brunson übernahm dieses Bild direkt für die Serie.

Für Brunson ist dieser Ansatz typisch: Sie beobachtet, was an echten amerikanischen Schulen passiert, und verarbeitet es in der Fiktion. So bleibt Abbott Elementary nah an der Realität, ohne auf Dramatik verzichten zu müssen.

Philadelphia als Herzstück der Staffel

Philadelphia ist mehr als nur Kulisse in Abbott Elementary. Staffel 5 vertieft die Verbindung zur Stadt weiter, diesmal durch einen Ausflug des Kollegiums zu einem Spiel der Philadelphia Phillies.

Brunson betonte, dass sie Philly-Sport schon lange in die Serie einbauen wollte. Das Hauptproblem war logistischer Natur: Die Spieler sind während der Filmperiode mitten in ihrer Saison und stehen kaum für Drehs zur Verfügung.

Die Lösung war naheliegend, aber aufwendig: Das Team fuhr einfach zu einem echten Spiel. Brunson beschreibt das Filmen bei einer Live-Veranstaltung als enorme Herausforderung, die an der Grenze des Machbaren liegt. Das Ergebnis ist dennoch ein echter Philadelphia-Moment, der die Seele der Serie trifft.

Jeanine und Gregory im Beziehungskonflikt

Gegen Ende der fünften Staffel geraten Jeanine und Gregory in einen ernsthaften Streit. Brunson spielte dabei Jeanine, Tyler James Williams verkörpert Gregory. Der Konflikt wurde mit großer Sorgfalt entwickelt.

Brunson denkt nach eigener Aussage sehr genau über jedes Beziehungsgespräch nach, über die Gewichtung einzelner Szenen und darüber, wie viel Raum ein Thema im Verlauf einer Staffel einnehmen darf. Ziel war es, beiden Figuren gleichermaßen Recht zu geben.

Das Ergebnis ist ein Streit, bei dem keine Seite einfach falsch liegt. Viele Serien würden einen solchen Konflikt abkürzen und mit einer unglaubwürdigen Lösung abtun. Abbott Elementary lässt Jeanine und Gregory stattdessen echte Kommunikationsfähigkeiten entwickeln, die bisher kaum zu sehen waren.

Figuren wachsen nach fünf Staffeln

Die größte Daueraufgabe für Brunson bleibt, Figuren wie Jeanine, Gregory, Chase Infiniti und Grace Van Patten nach fünf Staffeln noch weiter zu entwickeln. Wer die Serie von Anfang an verfolgt, kennt diese Menschen inzwischen gut.

Brunson begegnet dieser Herausforderung, indem sie die Hintergründe der Charaktere Schicht für Schicht freilegt. Neue Situationen, ungewohnte Schauplätze und unerwartete Konflikte sorgen dafür, dass selbst vertraute Figuren überraschen können.

Staffel 5 zeigt, dass Abbott Elementary diesen Balanceakt beherrscht: Die Serie bleibt erkennbar, ohne sich zu wiederholen. Das ist in der fünften Runde einer Sitcom keine Selbstverständlichkeit.

Realität als kreative Quelle

Brunson betont immer wieder, wie stark sie sich vom echten Schulalltag leiten lässt. Ob Waldbrand-Evakuierungen oder Sportveranstaltungen: Was in amerikanischen Schulen wirklich passiert, findet seinen Weg in das Drehbuch.

Dieser Ansatz verleiht Abbott Elementary eine Glaubwürdigkeit, die viele andere Comedyserien nicht erreichen. Die Geschichten klingen nicht konstruiert, weil sie es im Kern nicht sind.

Für das Publikum bedeutet das: Jede neue Staffel bringt echte Überraschungen mit sich, weil die Welt da draußen nie stillsteht. Brunson und ihr Team beobachten genau und übersetzen das Beobachtete in Unterhaltung, die berührt und zum Lachen bringt.

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Quelle: ABCZuletzt aktualisiert: 26.04.2026, 21:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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