Janines Locken in Staffel 5: Abbott Elementary steckt Botschaften in jeden Look

Ponytail bedeutet Ausgehen, offene Haare bedeuten Arbeit: Janines Logik ist das genaue Gegenteil. Quinta Brunson erklärt, dass diese Umkehrung in Abbott Elementary bewusst eingesetzt wird. Das macht die Lehrerin zur vielleicht subversivsten Figur der Serie.
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Frisuren als Charaktersilhouette
Quinta Brunson verfolgt bei Abbott Elementary eine klare Philosophie: Figuren sollen erkennbar bleiben, auch wenn sich Staffeln abwechseln. 'Die Leute sollen die Silhouette der Charaktere zeichnen können und wissen, wer das ist, und das schließt die Haare ein', erklärt Brunson. Moira Frazier bringt deshalb zu Beginn jeder Staffel Mood Boards mit konkreten Vorschlägen für jeden Charakter mit.
Brunson gibt dann ihr Ja oder Nein, bevor Frazier die Umsetzung plant. Den Austausch zwischen beiden beschreibt Brunson so: 'Das Schöne an Abbott ist, dass ich morgens in Moiras Stuhl sitze und mir die Haare machen lasse. Das ist unser Meeting-Ort, wo wir über die Looks der anderen Charaktere sprechen.'
Dieses kollaborative Modell prägt die gesamte Serienästhetik. Veränderungen passieren, aber nie als Bruch, sondern als organische Entwicklung der Figuren.
Janines Locken erzählen ihre Geschichte
In Staffel 5 blieb Janines Look bewusst stabil. Frazier begründet das mit der Handlung: Janine ist in einer Beziehung, und diese Kontinuität spiegelt sich in ihren Locken und ihrem Haarrhythmus wider.
Einen Ponytail trägt Janine ausschließlich, wenn sie ausgeht, nicht im Unterricht. Brunson findet darin einen komischen Umkehreffekt: 'Für Janine bedeutet Ausgehen einen anderen Look. Ihr Lehrer-Look ist das offene Haar, und Ausgehen heißt Ponytail, was für manche Menschen genau das Gegenteil wäre.'
Solche kleinen Details funktionieren als stummes Charakterkommentar. Wer Janine kennt, versteht sofort, was ein hochgestecktes Haar über ihren Abend aussagt.
Halloween auf dem Campingplatz
Die Halloween-Folge der Staffel wurde nicht im Studio gedreht, sondern draußen auf einem Campingausflug mit den Schulkindern. Das stellte Frazier vor ungewöhnliche logistische Herausforderungen, besonders bei Avas Kostüm.
Janelle James spielte eine Figur, die einen Disney-Charakter mit Darth Maul kombiniert. Das Makeup-Team verzichtete auf Gesichtsfarbe, doch die Maske hatte Hörner, die weit nach hinten ragten. Frazier musste deshalb zwei verschiedene Perücken anfertigen: eine kurze, die dem Charakter 'Ma' entsprach, und eine zweite, die groß genug war, um die Maske zu bedecken und gleichzeitig den Darth-Maul-Effekt zu erhalten.
Brunson beschreibt Ava als die einzige Figur, die Halloween wirklich beherrscht: 'Ava ist sehr gut bei Halloween-Kostümen, alle anderen eher nicht.' Das prägte auch den Ansatz für die restlichen Figuren.
Melissas bewusst unperfekte Frisur
Melissas April-O'Neil-Kostüm sollte nicht makellos wirken. Frazier sichtete verschiedene Referenzbilder der Figur, und gemeinsam wählten sie die Version, die am besten zur Figur Melissa und ihrer Ära passte. Brunson betonte dabei: 'Das Haar musste gut aussehen, aber nicht perfekt, denn niemand schafft das so wie Ava.'
Für Frazier bedeutete das konkret, die Frisur zu dekonstruieren und aufzutoupieren. 'Es ist immer eine Herausforderung, wenn Quinta sagt, die Kostüme dürfen nicht perfekt sein', gibt Frazier zu. Der gewollte Makel ist das Ziel.
Auch Gregory, gespielt von Tyler James Williams, trug eine Perücke, die Janine geflochten haben soll, nicht Ryan Cooglers echtes Haar imitieren sollte. Brunson wollte beim Schnurrbart dasselbe Prinzip: 'Ich wollte nicht, dass er zu poliert wirkt. Es sollte sich anfühlen wie ein Schnurrbart aus dem Laden, der ihm einfach ins Gesicht geklebt wurde.'
Melissas 80er-Look und Avas Wandel
Lisa Ann Walter brachte eigene Referenzen aus den 1980er Jahren mit. Melissa hat als Figur ohnehin voluminöses, lockiges Haar, deshalb musste der 80er-Look größer werden, aber nicht übertrieben. Frazier und Brunson entschieden sich schließlich für Crimping statt reines Aufbauschen. 'Als wir vom Toupieren zum Crimping wechselten, das hat den 80er-Look verkauft', erklärt Frazier.
Avas Haare entwickelten sich in eine andere Richtung. Frazier beschreibt es als einen ihrer Lieblingsmomente der Staffel: Ava zeigt sich in ihrer neuen Beziehung ruhiger, ohne die lauten Farben und auffälligen Frisuren aus Staffel 1. 'Diese bestimmte Farbwahl und die gesamte Ausstrahlung ihres Looks waren perfekt für Ava', sagt Frazier.
Brunson unterstreicht, dass Ava trotz ihrer stilistischen Vielfalt immer erkennbar bleiben muss. Die Figur darf mit Haarfarben, leichtem Crimping und verschiedenen Scheiteln spielen, doch die Silhouette bleibt konstant. Eine Frisur, bei der Brunson gesagt hätte 'Das gefällt mir nicht', hat es bisher nicht gegeben.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.