Brad Alexander verliert sich in Garths Krise bei The Testaments

·27.04.2026, 22:32 Uhr·4 Min
Bild: TMDB

Ein Mann, der nur Gilead kennt und trotzdem kämpft: Das trifft. Brad Alexander zeigt in The Testaments einen Wächter, der unter Propaganda aufgewachsen ist und trotzdem die Seiten wechselt. Für Fans der Handmaid's-Tale-Welt ist das die Nick-Blaine-Dynamik in neuer Form.

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Garth als Gilead-Einheimischer konzipiert

Anders als im Buch, wo Garth in Kanada lebt, wurde die Figur für die TV-Serie The Testaments grundlegend umgeschrieben. Brad Alexander spielt einen jungen Mann, der in Gilead geboren und aufgewachsen ist und kaum Erinnerungen an das Leben vor dem Regime besitzt.

Diese Entscheidung verleiht dem Charakter eine besondere Tiefe: Garth hat die Propaganda des Regimes von Kindesbeinen an verinnerlicht. Alexander beschreibt ihn als jemanden, der sein gesamtes Weltbild neu ordnen muss, sobald er erkennt, was mit den Mädchen in Gilead wirklich geschieht.

Der Schauspieler fasst es so zusammen: Garth habe eine moralische Erkenntnis über die Wahrheit hinter dem System erlangt, und genau das sei der zentrale Antrieb der Figur. Zum Zeitpunkt der Handlung steht er klar auf einer Seite: Er unterstützt Gilead nicht mehr.

Vergleich mit Nick Blaine liegt nahe

Die Parallelen zu Nick Blaine aus The Handmaid's Tale sind unverkennbar. Wie Max Minghellas Figur neben Elisabeth Moss als June Osborne operierte, bewegt sich auch Garth im Schatten des Regimes und arbeitet gleichzeitig gegen es. Brad Alexander sieht seinen Charakter als das Gegenstück dieser Konstellation in der Nachfolgeserie.

Garth ist etwa 20 bis 21 Jahre alt und steht auf der untersten Sprosse der männlichen Hierarchie in Gilead. Wächter gelten als Rang mit niedrigem Status, über ihnen stehen die Augen und ganz oben die Kommandanten. Für einen jungen Mann in Gilead bedeutet das dennoch eine klare Karriereleiter.

Bis vor kurzem, Alexander schätzt weniger als ein Jahr, hatte Garth noch den festen Plan, selbst Kommandant zu werden. Diese Ambition und sein Hochmut prägen ihn bis heute, auch wenn er seinen Kurs inzwischen grundlegend geändert hat.

Zusammenarbeit mit Daisy und Mayday

Sowohl im Roman als auch in der TV-Adaption arbeitet Garth eng mit Daisy zusammen, einer der zentralen Figuren neben Agnes (Chase Infiniti). Gemeinsam sind beide in die Aktivitäten von Mayday eingebunden, der amerikanischen Widerstandsbewegung, die Gilead zu Fall bringen und die US-Regierung wiederherstellen will.

In Episode 5 gibt es eine Schlüsselszene, in der Garth Daisy vor einem Kommandanten schützt. Dieser Moment verdichtet den inneren Konflikt der Figur: Garth hat Kommandanten sein Leben lang verehrt und idealisiert, muss nun aber gegen einen von ihnen handeln.

Die Szene zeigt exemplarisch, wie riskant Garths Weg ist. In Gilead werden Menschen für weit weniger hingerichtet, und je weiter er in der Befehlskette aufsteigt, desto gefährlicher wird seine Doppelrolle.

Kommandant MacKenzie als mächtiger Gegenspieler

Eine der einflussreichsten Figuren in Garths Umfeld ist Kommandant MacKenzie, gespielt von Nate Corddry. MacKenzie wird als außerordentlich mächtiger Kommandant beschrieben, der innerhalb der Gilead-Hierarchie eine herausragende Stellung einnimmt.

Für Garth, der diesen Männern sein Leben lang nachgeeifert hat, bedeutet die Konfrontation mit MacKenzie einen Wendepunkt. Die Figur muss das Bild, das sie sich von Kommandanten gemacht hat, endgültig revidieren.

Brad Alexander betont, dass Garths Ehrgeiz und sein Hochmut ihn dabei sowohl antreiben als auch gefährden. Wer in Gilead zu viel weiß und zu viel tut, lebt gefährlich, unabhängig vom Rang.

Was The Testaments von Handmaid's Tale unterscheidet

The Testaments setzt zeitlich nach den Ereignissen von The Handmaid's Tale an und rückt eine neue Generation in den Mittelpunkt. Während June Osborne und Elisabeth Moss die erste Serie prägten, übernehmen nun jüngere Figuren wie Agnes, Daisy und Garth die Handlung.

Die Entscheidung, Garth als Gilead-Einheimischen zu zeigen, eröffnet eine neue Perspektive auf das Regime: nicht aus der Sicht einer Frau, die sich erinnert, wie es vorher war, sondern aus der Sicht eines jungen Mannes, für den Gilead die einzige Normalität ist, die er je kannte.

Wann The Testaments beim jeweiligen Streaming-Anbieter zu sehen sein wird, steht noch nicht endgültig fest. Die Serie verspricht jedoch, die Welt von Gilead aus einem neuen, komplexen Blickwinkel zu beleuchten.

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Zuletzt aktualisiert: 27.04.2026, 22:32 Uhr

Artikel geschrieben von:

Julia Fischer
Autor
Julia Fischer
Sci-Fi & FantasyMysteryComedy-Serien

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.

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