Zweimal Showrunner, jetzt Abschied: Davies trennt sich von Doctor Who

Der Mann, der Doctor Who rettete, verlässt es mit Rekordtief. Davies hatte die Serie 2005 neu erfunden, 2023 war er für eine zweite Amtszeit zurückgekehrt. Dass ausgerechnet sein Comeback mit den schlechtesten Quoten der Seriengeschichte endet, hatte kaum jemand erwartet.
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Weihnachtsspecial gestrichen, Davies geht
Das für 2026 angekündigte Weihnachtsspecial von Doctor Who wird nicht produziert. Die BBC, Showrunner Russell T. Davies und Produktionsfirma Bad Wolf einigten sich gemeinsam darauf, die Episode nicht umzusetzen. Davies, der die Serie bereits von 2005 bis 2010 verantwortet hatte und 2023 zurückgekehrt war, verlässt das Projekt damit endgültig.
Die offizielle Begründung fiel eindeutig aus: 'Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, und wir wissen, dass sie für Fans enttäuschend sein wird. Aber um die Serie für zukünftige Staffeln aufzustellen, haben wir uns entschieden, in die langfristige Zukunft der Show zu investieren, damit die TARDIS, wenn sie wieder landet, dies in vollem Glanz tut.' So lautete das gemeinsame Statement von BBC, Davies und Bad Wolf.
Das Weihnachtsspecial war ursprünglich angekündigt worden, nachdem Disney+ seinen Ausstieg aus der weltweiten Partnerschaft mit der BBC bestätigt hatte. Der Streamingdienst war bis dahin die internationale Heimat der Serie außerhalb Großbritanniens und Irlands gewesen, unter anderem für Zuschauer in Deutschland.
BBC sucht neue Produktionsfirma
Die BBC schreibt die Produktionsrechte für Doctor Who nun in einem offenen Ausschreibungsverfahren aus. Dabei können unabhängige Produktionsfirmen Konzepte einreichen und sich um die Rechte bewerben. Details zum genauen Ablauf sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
Das geistige Eigentum an der Serie verbleibt vollständig bei der BBC. 'Doctor Who bleibt ein wichtiger Teil der BBC', hieß es in einem Statement des Senders, 'und diese Ausschreibung unterstreicht das anhaltende Engagement der BBC für Doctor Who und stellt sicher, dass das Publikum die Serie noch viele Jahre lang genießen kann.'
BBC-Dramadirekotorin Lindsay Salt hatte Fans bereits nach dem Disney+-Ausstieg beruhigt: 'Der Doctor geht nirgendwo hin.' Die Ausschreibung soll nun sicherstellen, dass die Serie strukturell auf einem stabilen Fundament für kommende Staffeln steht.
Rekordtief bei Einschaltquoten
Der Zeitpunkt des Umbruchs ist kein Zufall. Die zuletzt ausgestrahlte Staffel verzeichnete die niedrigsten Einschaltquoten in der gesamten Geschichte des Franchise. Die Serie kämpfte damit an mehreren Fronten gleichzeitig: schwindende Zuschauerzahlen, der Wegfall des Disney+-Partners und nun der Abgang des Showrunners.
Am Ende der letzten Staffel regenerierte Hauptdarsteller Ncuti Gatwa in niemand anderen als Billie Piper, die während der Ära von Christopher Eccleston und David Tennant die Figur Rose Tyler gespielt hatte. Die Entscheidung, eine ehemalige Begleiterin zur neuen Doktorin zu machen, sorgte für Aufsehen und dürfte Teil des Versuchs gewesen sein, alte Fangemeinden zurückzugewinnen.
Ob diese Weichenstellung unter neuer Produktionsleitung fortgeführt wird, ist offen. Die Ausschreibung gibt der BBC die Möglichkeit, die kreative Richtung der Serie grundlegend neu zu definieren.
Animationsserie für Kinder läuft weiter
Während die Zukunft der Hauptserie ungeklärt bleibt, läuft eine neue Doctor-Who-Animationsserie für den Kindersender CBeebies bereits in Produktion. Das Projekt ist vom aktuellen Umbruch offenbar nicht betroffen und soll wie geplant fortgesetzt werden.
Für das jüngere Publikum bleibt das Doctor-Who-Universum damit präsent, auch wenn die klassische Live-Action-Serie pausiert. Wann genau die Animationsserie ausgestrahlt wird, ist bislang nicht offiziell kommuniziert worden.
In Deutschland war Doctor Who zuletzt über Disney+ zu sehen. Ob und über welchen Anbieter künftige Staffeln hierzulande verfügbar sein werden, hängt maßgeblich davon ab, welche Produktionsfirma den Zuschlag der BBC erhält und welche Streaming-Vereinbarungen sie mitbringt.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Doctor Who steht an einem Scheideweg. Die Kombination aus historisch schwachen Quoten, dem Abgang von Davies, dem Ende der Disney+-Partnerschaft und dem gestrichenen Weihnachtsspecial markiert das Ende einer Ära. Gleichzeitig betont die BBC, dass sie langfristig an der Serie festhält.
Das Ausschreibungsverfahren ist dabei mehr als eine formale Hürde: Es ist eine Einladung an die britische Produktionslandschaft, eine der bekanntesten Science-Fiction-Serien der Welt neu zu denken. Welche Firma das Rennen macht und welche kreative Vision sie mitbringt, wird die Zukunft des Franchise bestimmen.
Ein konkretes Startdatum für neue Folgen steht noch aus. Bis die TARDIS wieder landet, bleibt Doctor Who vorerst auf Eis, abgesehen von der laufenden Animationsproduktion für das jüngere Publikum.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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