Trumps Sprache unter der Lupe: The Last Word with Lawrence O'Donnell sorgt für Gesprächsstoff

·10.06.2026, 14:15 Uhr·3 Min
Trumps Sprache unter der Lupe: The Last Word with Lawrence O'Donnell sorgt für Gesprächsstoff
Bild: MSNBC · TMDB

Vier Wörter sollen Trumps Lügen ankündigen. O'Donnell behauptet, 'if you want to know the truth' folge reflexartig auf falsche Aussagen. Dass eine so alltägliche Floskel als Lügenindikator gilt, macht die These besonders brisant.

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Trumps seltsame Phrase unter der Lupe

Lawrence O'Donnell, Moderator der MS NOW-Sendung 'The Last Word', hat eine These aufgestellt: Immer wenn Donald Trump die Phrase 'if you want to know the truth' benutzt, folgt sie unmittelbar auf eine Lüge. O'Donnell präsentierte am 9. Juni 2026 ein konkretes Beispiel, das seinen Verdacht untermauern soll.

Am Abend des 8. Juni erklärte Trump vor Journalisten am Flughafen, bevor er Air Force One bestieg, ein Abkommen mit dem Iran könne in 'zwei oder drei Tagen' erreicht werden. Als ein Reporter nachfragte, ob der Deal tatsächlich in diesem Zeitraum unterzeichnet werde, ruderte Trump zurück: 'Nein, nein, wir haben eine gute Chance. Wir sollten das in einer Stunde schaffen können, wenn ihr die Wahrheit wissen wollt.'

Genau dieser Nachsatz, so O'Donnell, sei das verräterische Signal. Der Moderator erklärte, er selbst habe diese Formulierung noch nie benutzt und kenne sie als Warnsignal aus jahrelanger Beobachtung.

Reflexartige Worte ohne Nachdenken

O'Donnell beschreibt die Wendung als einen unbewussten Sprachreflex Trumps. 'Es sind reflexartige Phrasen für Donald Trump. Er denkt nicht darüber nach, er denkt nicht darüber nach, was sie bedeuten', sagte der Moderator in seiner Sendung.

Dabei stuft O'Donnell die Version 'if you want to know the truth' als noch merkwürdiger ein als das gebräuchlichere 'to tell the truth', weil sie eine seltsame Implikation enthält: Wer würde die Wahrheit nicht wissen wollen? Dass jemand diese Frage überhaupt stellt, deute darauf hin, dass er nicht immer die Wahrheit sage.

O'Donnell fasste es pointiert zusammen: 'Menschen, die sagen to tell the truth oder die noch seltsamere Version if you want to know the truth, sind häufig nur gelegentliche Nutzer der Wahrheit.'

Widerspruch zu früheren Trump-Aussagen

Besonders brisant ist O'Donnells Analyse, weil Trumps Behauptung, ein Iran-Deal sei in einer Stunde möglich, seinen eigenen früheren Aussagen widerspricht. In einem Interview mit 'Meet the Press', das Moderatorin Kristen Welker führte, hatte Trump noch am Wochenende zuvor argumentiert, solche Verhandlungen dauerten Jahre.

O'Donnell betonte, Trump habe genau dieses Argument benutzt, um zu erklären, warum noch kein Friedensabkommen existiere. Jetzt behaupte er das genaue Gegenteil, und zwar mit dem typischen Lügen-Anhängsel.

'Und so, ja, wir wollen die Wahrheit wissen', sagte O'Donnell. 'Und wir alle wissen, dass es unmöglich ist, sie von Donald Trump zu irgendeinem Thema zu bekommen. Das ist es, womit wir es in dieser Präsidentschaft in Kriegszeiten zu tun haben.'

O'Donnell greift auch Barron Trump an

Die Iran-Analyse war nicht O'Donnells einziger Aufreger rund um die Trump-Familie. Der Moderator sorgte zuletzt auch mit einer Aussage über Barron Trump für Schlagzeilen, als er den Sohn des Präsidenten als 'verwöhnt' bezeichnete, weil dieser sich nicht zum Militärdienst im Krieg mit dem Iran gemeldet habe.

Die Äußerung löste Diskussionen über die Grenzen politischer Kommentare aus und zeigte, wie weit O'Donnell bereit ist, in seiner Kritik an der Trump-Familie zu gehen.

'The Last Word with Lawrence O'Donnell' läuft wochentags auf MS NOW und gehört zu den meinungsstarken politischen Talkformaten des amerikanischen Nachrichtenfernsehens. Für Deutschland ist kein Ausstrahlungstermin bekannt.

Was steckt hinter dem Sprachmuster?

Sprachwissenschaftlich ist O'Donnells Beobachtung nicht ohne Grundlage. Sogenannte Wahrheitsbeteuerungen, also Phrasen wie 'ehrlich gesagt' oder 'um die Wahrheit zu sagen', gelten in der Kommunikationsforschung tatsächlich als mögliche Indikatoren für Unsicherheit oder Unaufrichtigkeit, weil aufrichtige Sprecher solche Beteuerungen seltener brauchen.

O'Donnell erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch, sondern stützt sich auf jahrzehntelange Beobachtung als Journalist. 'Es ist einer von Donald Trumps Ticks', sagte er. 'Und jedes einzelne Mal, wenn ich diesen Mann diese Phrase benutzen gehört habe, hat er sie nach einer Lüge gesagt.'

Ob Trumps Aussagen zu Iran-Verhandlungen tatsächlich falsch waren, bleibt offen. Fest steht: Die Diskrepanz zwischen seinen Aussagen bei 'Meet the Press' und seinen Kommentaren vor Air Force One ist dokumentiert und von O'Donnell öffentlich vorgeführt worden.

Quelle: MSNBCZuletzt aktualisiert: 10.06.2026, 14:15 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sarah Becker
Autor
Sarah Becker
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Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.

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