Warum Capaldi den Doctor-Who-Hass im Netz nicht versteht
Capaldi nimmt das Online-Fandom nicht ernst, und das sagt er offen. Der Schotte spielte vier Jahre lang den Zwölften Doktor und erlebt die Hasskampagnen gegen neue Besetzungen aus nächster Nähe. Dass ausgerechnet ein ehemaliger Doctor die Aufregung so klar abtut, überrascht viele Fans.
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Capaldi versteht den Hass nicht
Peter Capaldi nimmt kein Blatt vor den Mund. Er kann nicht nachvollziehen, warum Menschen die Besetzungsentscheidungen bei Doctor Who so verbissen diskutieren. Als Kind habe er die Serie schlicht als Monstershow in der Zimmerecke wahrgenommen, sagt er, und fragt sich, warum heute alle so ernst damit umgehen.
Capaldi betont, dass Doctor Who zwar etwas Positives in der Welt sei und seine Zeit widerspiegele, die Serie aber mittlerweile zu groß und zu wichtig geworden sei, sowohl für die BBC als auch für alle anderen Beteiligten. Diese Aufblähung des Bedeutungsrahmens sieht er als Teil des Problems.
Der Schauspieler warnt zudem davor, Online-Stimmen mit echter Fangemeinde gleichzusetzen. Für ihn sind das grundverschiedene Dinge, und er betont, das mit absoluter Sicherheit zu wissen.
Gatwa traf rassistischen Onlinehass
Ncuti Gatwa war der erste offen queere schwarze Schauspieler in der Rolle des Doktors. Als seine Besetzung bekannt wurde, schlug ihm im Netz eine Welle aus rassistischen und homophoben Kommentaren entgegen. Diese Reaktionen prägten die öffentliche Debatte rund um seine gesamte Amtszeit.
Showrunner Russell T Davies ordnet diesen Hass klar ein: Plattformen wie X seien Hass-Seiten, und es sei gefährlich anzunehmen, dass die dort geäußerten Meinungen die Stimme des echten Fandoms darstellten. Er unterscheidet scharf zwischen dem kreativen, lebendigen Fandom und den toxischen Stimmen im Netz.
Davies fügt hinzu, dass langjährige Fans die Serie nicht mögen müssen. Er hofft aber, dass auch Kritiker respektvoll miteinander umgehen können. Das Fandom sei eigentlich kreativ, brillant und Spaß machend, werde aber zunehmend vergiftet.
Whittaker als erste Doktorin
Jodie Whittaker war die erste Frau in der Titelrolle von Doctor Who und hatte mit ähnlichen Anfeindungen zu kämpfen wie später Gatwa. Auch ihre Besetzung löste heftige Online-Debatten aus, die sich vor allem auf ihr Geschlecht konzentrierten.
Capaldi sieht beide Besetzungen als Zeichen einer zeitgemäßen Weiterentwicklung der Serie. Doctor Who habe schon immer seine jeweilige Epoche gespiegelt, und das sei grundsätzlich eine gute Sache.
Gatzwas Abgang und Pipers Rückkehr
Das Finale der jüngsten Staffel markierte Gatwas Abschied aus der Serie. In seiner letzten Episode übergab er die Rolle an Billie Piper, die einst als Begleiterin Rose Tyler an der Seite von David Tennant zu sehen war.
Ob Piper nun als neue Doktorin oder erneut als Begleiterin in die Serie einsteigt, wurde bislang nicht klargestellt. Die Frage lässt Raum für Spekulationen und dürfte die Fangemeinde bis zur nächsten Staffel beschäftigen.
Im Hintergrund steht ein bedeutender struktureller Wandel: Disney+ beendete im Oktober 2025 seine Partnerschaft mit der BBC nach zwei gemeinsam produzierten Staffeln. Wie und wo Doctor Who künftig produziert und ausgestrahlt wird, ist noch offen.
Davies warnt vor Smartphone-Einfluss
Russell T Davies geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter und fordert strikte Maßnahmen gegen Smartphone-Nutzung bei Minderjährigen. Er plädiert leidenschaftlich dafür, Handys für Kinder unter 16 Jahren schlicht abzuschalten oder ganz zu verbannen. Seine Worte klingen fast missionarisch.
Für Davies hängt die Verrohung des Fandoms direkt mit der unkontrollierten Online-Nutzung zusammen. Die Vermischung von echtem Fandom und hasserfüllten Netzstimmen schade nicht nur der Serie, sondern der gesamten Fankultur.
Capaldi und Davies sind sich einig: Doctor Who gehört allen, die die Serie lieben. Hass hat in dieser Gemeinschaft keinen Platz, egal in welcher Form er auftritt.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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