Wer tötet Raq wirklich? Power Book III: Raising Kanan liefert schockende Antwort

Kanan kämpfte um Raqs Leben und besiegelte damit ihren Tod. Er handelte mit Stefano einen Deal aus, der sie retten sollte, doch Jukebox hatte längst einen anderen Plan. Weil Kanan Marvins Mörder ist, wird Raq zur Waffe gegen ihn.
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Jukeboxs Rache trifft das Herz
Raq Thomas ist tot. Nicht durch Kanans Hand, nicht durch Stefano, sondern durch Laverne 'Jukebox' Thomas, die Nichte, die sie aufwachsen sah. Jukebox erschießt Raq als direkte Antwort auf Kanans Mord an ihrem Vater Marvin, Raqs Bruder. Der Tod kommt in dem Moment, in dem Raq eigentlich gerettet scheint: Kanan hatte zuvor mit Stefano verhandelt, um ihr das Leben zu sichern, und ihr dabei gestanden, dass er sie trotz allem nicht sterben sehen will.
Jukebox hatte ursprünglich Kanan selbst im Visier. Doch als sie die Umarmung zwischen Mutter und Sohn im Einkaufszentrum beobachtete, änderte sie ihren Plan. Gegenüber Kanan begründete sie es so: 'Das war der Plan, aber dann sah ich euch beide zusammen und merkte, dass dich zu töten nicht genug wehtun würde. Ich will, dass du dein Leben allein verbringst, ohne dass irgendjemand einen Dreck darum gibt, ob du lebst oder stirbst.' Eine Rache, die auf Dauer schmerzt, nicht auf einen Schlag.
Penn beschreibt Jukeboxs Entscheidung als die konsequenteste Lösung für diesen Charakter. Jukebox und Raq waren als die beiden weiblichen Mitglieder dieser Familie eng miteinander verbunden, was den Mord umso wuchtiger macht. 'Es hat für mich immer Sinn ergeben, dass es so passiert', sagte Penn.
50 Cents Leben steckt im Finale
Die entscheidende Szene des Finales, in der Kanan und Raq sich gegenseitig Rechenschaft ablegen und kurz wieder zueinander finden, basiert auf einem realen Gespräch. Penn hat sich dabei von Curtis '50 Cent' Jackson inspirieren lassen: 'Ich habe das von 50 übernommen. Es ist ein Gespräch, das ich mit 50 über seine eigene Mutter geführt habe, und das ich in diese Szene eingebaut habe.'
Für Jackson ist Raising Kanan hochpersönlich. Er stammt aus Southside Jamaica, Queens, war selbst im Drogenhandel aktiv und überlebte neun Schusswunden. Als ausführender Produzent und früher Mitgestalter des Power-Universums spielte er zudem den erwachsenen Kanan in der Originalserie, den Mekai Curtis in der Vorgeschichte als Jugendlichen verkörpert. Die Figur ist damit kein bloßer Charakter, sondern ein Spiegel seiner eigenen Biografie.
Penn wollte mit Raising Kanan von Beginn an eine Familiengeschichte erzählen, keine Frauengeschichte im engeren Sinne: 'Ich habe die Entscheidung getroffen, dass es eine Geschichte über eine Mutter und ihren Sohn sein würde, eingebettet in ein Familiendrama. Das stand fest, bevor ich auch nur ein Wort des Pitches geschrieben hatte.'
Fünf Staffeln, ein Plan
Penn hatte immer genau fünf Staffeln vor Augen. Kein Strecken, kein Kürzen. Das Finale sollte zeigen, wie aus dem Jungen Kanan der Mann wird, den das Power-Universum kennt. 'Ich glaube, wir haben ein sehr gutes Bild davon gezeichnet, wie Kanan zu Kanan wurde. Das war das Ziel seit der ersten Folge', erklärte Penn.
Für Miller endet Raq als eine Frau, die sich selbst verloren hat. Auf dem Weg zur Macht verlor sie, was ihr ursprünglich wichtig war: die Familie. 'Am Ende ist sie eine dunkle, rücksichtslose Einzelkämpferin, die nur noch ums Überleben kämpft', beschreibt Miller die Entwicklung ihrer Figur über fünf Staffeln.
Raq ist wirklich tot. Miller betont das ausdrücklich und lobt gleichzeitig die Entscheidung, den finalen Schuss nicht zu zeigen: 'Ich liebe Saschas Entscheidung, den letzten Moment nicht auf dem Bildschirm zu zeigen.' Penn selbst räumte mit einer Spekulation der Fangemeinde auf, Kanan habe in der Originalserie erwähnt, seine Mutter zu besuchen. Seine Erklärung: Auch er besuche seinen verstorbenen Vater, nämlich auf dem Friedhof.
Ist Raq schuld an Kanans Weg?
Penn macht keinen Hehl daraus, dass Raq eine zentrale Rolle bei Kanans Entwicklung spielt. Sie sei die Sonne, um die Kanan kreist. 'Ich scheue das Wort Schuld, aber ich denke, seine Mutter ist in vielerlei Hinsicht dafür verantwortlich, wer er wird', sagte Penn. Gleichzeitig betonte er, dass Kanan ein Kind war, dessen Gehirn noch nicht vollständig entwickelt war, und dass Raq ihn immer wieder enttäuschte, wenn es um Schutz und Zuneigung ging.
Miller sieht es differenzierter. Raq sei mitverantwortlich, aber nicht allein. Lou-Lou kehrte freiwillig in die Familie zurück. Marvin traf eigene Entscheidungen. Und Raq selbst trug die Konsequenzen ihrer eigenen Handlungen. 'Alle haben einen Anteil an ihrem Untergang. Genau wie Raquel selbst der Grund für ihren Untergang ist', so Miller.
Besonders interessant ist Millers Beobachtung zur Wahrnehmung von Raq als Frau in einer Männerwelt. Alles, was Raq tat, hätten Männer in derselben Position genauso getan. Weil sie eine Frau und Mutter ist, werde sie schärfer beurteilt. 'Wenn es ein Mann wäre, würden wir gar nicht über diese Dinge reden', sagte Miller.
Raqs Erbe im Power-Universum
Miller fasst das Vermächtnis ihrer Figur klar zusammen: Raq war eine Anführerin, die keine Angst kannte. Ohne sie kein Kanan, kein Ghost, kein Tommy. 'Das Power-Universum begann mit Raquel Thomas auf den Straßen von Southside Jamaica, Queens', sagte Miller. Eine Figur, die trotz aller Fehler als Pionierin einer ganzen Franchise-Geschichte gilt.
Penn bedauert offen, dass die Serie von den Emmys konsequent übergangen wurde. Er zieht den Vergleich zu The Wire, das trotz seiner kulturellen Bedeutung nie eine Schauspiel-Nominierung erhielt. 'Wir werden meiner Meinung nach von den Emmys kriminell ignoriert', sagte Penn, fügte aber hinzu, lieber zu feiern als sich in Frustration zu verlieren.
Alle fünf Staffeln von Power Book III: Raising Kanan sind über den MGM Plus Amazon Channel abrufbar.
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Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
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