Mekai Curtis erklärt Kanans stille Akzeptanz im Finale von Power Book III: Raising Kanan

Raqs Tod verändert Kanan für immer, und er akzeptiert es. Mekai Curtis erklärt im Interview, wie das Serienfinale von Power Book III: Raising Kanan Kanans innere Reise zu ihrem logischen Endpunkt bringt. Mit Power: Origins wartet bereits die nächste Kanan-Geschichte, diesmal an der Seite von jungem James St. Patrick und Tommy Egan.
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Raqs Tod und Kanans stille Akzeptanz
Im Finale von Power Book III: Raising Kanan erschießt Jukebox (Hailey Kilgore) ihre Ziehmutter Raquel, gespielt von Patina Miller, kaltblütig. Der Grund: Jukebox rächt den Tod ihres Vaters, den Kanan auf dem Gewissen hat. Sie sucht Kanan in einem Diner auf und gesteht ihm die Tat direkt ins Gesicht, mit der erklärten Absicht, ihm alle Menschen zu nehmen, die ihm etwas bedeuten.
Kanans Reaktion überrascht. Kein Ausbruch, keine Vergeltungsankündigung. Curtis beschreibt den Moment als den Endpunkt einer langen inneren Entwicklung: 'Das ist Akzeptanz. Das ist die höchste Form von Kanans Verständnis für das, was Raq ihm am Anfang der Serie beigebracht hat.' Kanan weiß, was er getan hat, und er weiß, dass Jukeboxs Schritt eine direkte Konsequenz seiner eigenen Entscheidungen ist.
Curtis fasst die Logik seines Charakters so zusammen: 'Wenn er schließlich hört, dass Mom weg ist, versteht er es. Es schmerzt nicht weniger, aber er versteht all das Böse, das er getan hat. Und dass es ausgerechnet seine Cousine ist, nachdem er ihren Vater getötet hat, das ist poetisch, oder?' Diese Szene markiert den emotionalen Abschluss einer Figur, die fünf Staffeln lang zwischen Liebe und Gewalt gefangen war.
Das letzte Gespräch zwischen Mutter und Sohn
Bevor Jukebox die tödlichen Schüsse abfeuert, treffen Kanan und Raq sich noch einmal auf offener Straße. Es geht um den Anschlag, den Stefano, gespielt von Tony Danza, auf Raq angeordnet hat, aber das Gespräch weitet sich zu einem der offensten Momente der gesamten Serie aus. Curtis beschreibt, wie unerwartet dieser Austausch für ihn war.
'Ich war nicht sicher, dass dieses Gespräch stattfinden würde', sagt Curtis. 'Aber das ist immer noch meine Mutter. Ich liebe diese Person immer noch.' Für den Schauspieler war die Szene eine Möglichkeit, fünf Staffeln an aufgestautem Schmerz sichtbar zu machen. Kanan sagt seiner Mutter sinngemäß: Du hast Dinge getan, die mich verletzt haben, und ich wusste nicht, wie ich sagen sollte, dass es mich verletzt hat, weil man es mir nie beigebracht hat. Aber ich liebe dich trotzdem.
Curtis sieht in Kanan eine oft missverstandene Figur: 'Er tut Dinge aus Emotion heraus, und er weiß nicht, wie er sich artikulieren soll. Er versucht einfach, sich selbst zu finden.' Die Szene mit Raq liefert nachträglich die Begründung für viele seiner Entscheidungen und gibt dem Charakter eine Tiefe, die über das Genre hinausgeht.
Fünf Staffeln, eine Lektion über Liebe
Fünf Staffeln lang spielte Mekai Curtis Kanan Stark in der Welt von Southside, Jamaica, Queens. Die Lektion, die er aus dieser Rolle mitnimmt, ist ungewöhnlich persönlich für einen Crime-Darsteller: 'Die Lektion ist Liebe für mich. Liebe ist geduldig. Sie ist gütig. Sie gibt Raum, wenn man ihn braucht. Sie ist hässlich. Sie ist unangenehm, und das ist alles, was man mit diesen Charakteren in der Serie sieht.'
Curtis betont, dass diese Haltung nicht nur auf die Figuren zutrifft, sondern auch auf das Arbeitsklima am Set. Er spricht von einem seltenen Maß an Verletzlichkeit und Sicherheit, das auf dem Set herrschte und die schauspielerische Arbeit erst möglich machte. 'Halte dein Herz offen. Sei bereit zu empfangen, sei bereit zu geben', fasst er zusammen.
Für das Franchise von Schöpfer Sascha Penn ist das Serienfinale kein echter Abschluss, sondern ein Übergang. Kanan Stark lebt, was für jeden halbwegs vertrauten Zuschauer keine Überraschung ist: Die Figur taucht später als Erwachsener in der Original-Serie Power auf, dort verkörpert von Curtis '50 Cent' Jackson.
Power: Origins verbindet die Franchise-Welten
Mekai Curtis hat die Dreharbeiten zur ersten Staffel von Power: Origins bereits abgeschlossen. Die neue Serie ist eine direkte Fortsetzung von Raising Kanan und ebenfalls von Sascha Penn entwickelt worden. Im Mittelpunkt steht die Begegnung des jungen Kanan mit dem jungen James St. Patrick, gespielt von Spence Moore II, und dem jungen Tommy Egan, gespielt von Charlie Mann.
Teenager-Versionen von James und Tommy tauchten bereits im Finale von Raising Kanan auf: Maxwell Davis spielte den jungen James, Andrew Bennett den jungen Tommy. Beide versuchten, mit Kanan zusammenzuarbeiten, doch der zog eine klare Grenze. Curtis beschreibt diese Dynamik als das entscheidende Scharnier zwischen beiden Serien.
'Du kannst immer noch einen kleinen Funken Fürsorge erkennen', sagt Curtis über Kanan in dieser Begegnung. 'Kanan sieht sich selbst in diesen beiden Jungs. Aber er sagt sich: Nein, sie sind noch zu jung. Ich werde nicht die Person sein, die euch dem aussetzt, was euch hierher zurückbringen wird.' Power: Origins zeigt, wie aus dieser Zurückhaltung eine Art von Fürsorge entsteht, die sich grundlegend von dem unterscheidet, was Kanan von Raq gelernt hat.
Was kommt als nächstes im Power-Universum?
Das Power-Universum wächst weiter. Mit Power: Origins steht ein Prequel bereit, das die Ursprünge dreier zentraler Figuren beleuchtet und die Lücke zwischen Raising Kanan und der Original-Serie Power schließt. Ein konkretes Startdatum für die neue Serie steht noch aus.
Für deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer ist Power Book III: Raising Kanan über den MGM Plus Amazon Channel verfügbar. Die Serie umfasst fünf Staffeln und zeichnet den Werdegang des jungen Kanan Stark nach, bevor er zur Figur wird, die Curtis '50 Cent' Jackson im Original spielte.
Mekai Curtis hat mit seiner Darstellung über fünf Staffeln hinweg eine Figur geformt, die weit über das typische Gangster-Klischee hinausgeht. Ob Power: Origins dieses Niveau halten kann, wird sich zeigen, wenn die Serie an den Start geht.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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