Was steckt hinter dem umstrittensten Moment in House of the Dragon Staffel 3

Ein Kuss verändert House of the Dragon für immer. Aemond Targaryen küsst in der Staffel-3-Premiere seine Mutter Alicent romantisch auf den Mund. Olivia Cooke fasst die Reaktion ihrer Figur in zwei Worten zusammen: 'F**k no!'
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Der Kuss, der alles verändert
Im Premieren-Episode der dritten Staffel von House of the Dragon spielt sich eine der ungeheuerlichsten Szenen der Seriengeschichte ab. Aemond Targaryen, der sich in Abwesenheit seines Bruders Aegon selbst auf den Eisernen Thron gesetzt hat, küsst seine Mutter Alicent romantisch auf den Mund. Alicent hatte zuvor versucht, Aemond zur Abreise nach Harrenhal zu bewegen, um einen geheimen Pakt mit Rhaenyra zu erfüllen.
Den Auslöser liefert ein geschickt eingefädeltes Gespräch: Alicent schmeichelt Aemond, nennt ihn mutig, tritt dabei nah an ihn heran. Was folgt, überrumpelt sie vollständig. Olivia Cooke beschreibt die Reaktion ihrer Figur gegenüber TVLine mit zwei Worten: 'F**k no!' Keine Mutter, so Cooke weiter, rechne damit, dass ihr Sohn romantische Gefühle für sie entwickle.
Am Ende der Szene erreicht Alicent zumindest ihr Ziel: Aemond entscheidet sich, nach Harrenhal aufzubrechen und Daemon, den Onkel und Ehemann Rhaenyras, zu konfrontieren. Der Preis dafür ist ein Moment, den Cooke als 'völlig aus dem Nichts und zutiefst erschreckend' beschreibt, weil Aemond nun auf dem Thron sitzt und sie von da an jeden Schritt sehr sorgfältig abwägen muss.
Cooke: Skripte sorgen für Schnappatmung
Olivia Cooke lässt keinen Zweifel daran, dass sie beim Lesen des Drehbuchs zunächst ungläubig war. Sie schildert, wie sie die Seiten durchging und sich fragte, was Showrunner Ryan Condal und Produzentin Sara Hess sich diesmal für sie ausgedacht haben. Der Kuss sei für Alicent nicht nur peinlich, sondern gefährlich, weil die Figur fortan mit einem Mann umgehen muss, der über sie herrscht und offenbar Gefühle für sie hegt.
Cooke betont, dass Alicent in diesem Moment ihre Mimik unter Kontrolle halten muss. Jede sichtbare Reaktion des Abscheus könnte fatale Folgen haben. Diese innere Zerrissenheit zwischen Ekel und politischem Kalkül macht die Szene für die Darstellerin so komplex und fordert sie schauspielerisch maximal heraus.
Mitchell erklärt Aemonds verzerrtes Liebesbild
Ewan Mitchell, der Aemond spielt, distanziert sich klar von den Handlungen seiner Figur. Gegenüber TVLine sagte er lachend, er sei überrascht, dass Alicent nicht auf der Stelle würgen musste. Er selbst habe beim Ansehen der fertigen Szene genau das getan.
Mitchell erklärt das Verhalten seiner Figur mit Aemonds Kindheit: Als Junge wurde er von seinen Geschwistern gehänselt, weil er lange keinen eigenen Drachen hatte. Diese Ausgrenzung habe sein Verständnis von Liebe und Zuneigung grundlegend beschädigt. 'Er hat eine sehr verzerrte Wahrnehmung von Liebe', sagt Mitchell. 'Er weiß nicht wirklich, wie er sie zeigen soll, und genau das sieht man in diesem Moment.'
Dazu kommt nach Mitchells Einschätzung ein Ödipus-Komplex: Aemond suche immer wieder nach einer Mutterfigur in seinem Leben. Diese psychologische Schicht mache die Szene zwar nicht weniger beunruhigend, erkläre aber, warum sie dramaturgisch folgerichtig ist.
Mitchell lobt Cookes schauspielerische Leistung
Trotz aller inhaltlichen Verstörung zieht Mitchell einen eindeutigen Schluss über die Qualität der Szene: Er bezeichnet Olivia Cookes Spiel als Meisterklasse. Es sei ein absolutes Geschenk, mit ihr arbeiten zu dürfen, sagte er.
Tatsächlich liegt die eigentliche Stärke der Szene in dem, was Cooke nicht zeigt. Alicents Entsetzen bleibt hinter einer kontrollierten Fassade verborgen, während ihr Inneres tobt. Diese Zurückhaltung erfordert eine Präzision, die Mitchell sichtlich beeindruckt hat. Auch Fabien Frankel und Gayle Rankin, weitere Darsteller der Serie, kommentierten den Premieren-Auftakt.
Staffel 3 setzt auf maximale Eskalation
Der Kuss ist nur einer von mehreren verstörenden Momenten, mit denen die dritte Staffel von House of the Dragon ihren Auftakt markiert. Die Serie, die bei WOW in Deutschland abrufbar ist, treibt die innerfamiliären Konflikte der Targaryens konsequent auf die Spitze. Politische Intrigen, Machtverschiebungen und emotionale Grenzüberschreitungen gehören zum Kern der Staffel.
Aemonds Übernahme des Eisernen Throns in Abwesenheit von Aegon, der aus dem Roten Bergfried geflohen ist, verändert das Mächtegefüge grundlegend. Alicents Pakt mit Rhaenyra hängt nun an einem seidenen Faden, weil der Plan von Aemonds Abwesenheit abhing. Wie sie diesen Knoten löst, dürfte eine der zentralen Fragen der kommenden Episoden sein.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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