Was hinter der Seeschlacht in House of the Dragon Staffel 3 steckt

·22.06.2026, 04:18 Uhr·4 Min
Was hinter der Seeschlacht in House of the Dragon Staffel 3 steckt
Bild: HBO · TMDB

Gestrichen wegen Geldmangel, jetzt mit zwei echten Schiffen umgesetzt. Die Gullet-Seeschlacht fiel in Staffel 2 den Budgetkürzungen zum Opfer, kehrt in Staffel 3 aber größer zurück als geplant. Regisseur Loni Peristere nutzte die Verzögerung, um die Sequenz von Grund auf neu zu denken.

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Zwei echte Schiffe für die Seeschlacht

Die Gullet-Seeschlacht war ursprünglich für Staffel 2 geplant, fiel jedoch den Budgetkürzungen zum Opfer. Für Staffel 3 bekam Regisseur Loni Peristere die Chance, die Sequenz endlich zu realisieren, und nutzte sie vollumfänglich. Produktionsdesigner Jim Clay und Produzent Kevin De La Noy ließen zwei vollständige Schiffsreplikate bauen: die 'Queen Who Never Was', das Schiff von Corlys (Steve Toussaint), und die 'Bitchfist', das Schiff von Lohar (Abigail Thorn).

Beide Schiffe mussten sowohl in einem Trockentank als auch in einem Wassertank einsetzbar sein. Marineberater Craig Lambert half dabei, die Konstruktion an echten Seegefäßen zu orientieren, damit jede Bewegung der Besatzung und jedes Detail an Deck authentisch wirkte.

Peristere beschrieb den Grundsatz hinter dem Ansatz gegenüber Variety so: 'Es gab bei uns allen den starken Wunsch, trotz der umgebenden Bluescreen-Wände alles auf das Deck zu bringen. Auch wenn wir Land, See und Luft hatten, sollte alles auf dem Deck echt und gegenwärtig sein.'

Trafalgar und Master and Commander als Vorbilder

Die visuelle Sprache der Seeschlacht entwickelte Peristere gemeinsam mit Kameramann P.J. Dillon. Als Ausgangspunkt diente das historische Gemälde zur Schlacht von Trafalgar, das Lord Nelson nach einem verheerenden Kampf zeigt, umgeben von Leichen im Wasser. Peristere beschrieb das Bild als Darstellung einer 'grauenhaften' Auseinandersetzung, die er als Referenzpunkt für die emotionale Wucht der Szenen nutzte.

Zusätzlich organisierte er eine Vorführung von Peter Weirs Epos 'Master and Commander' aus dem Jahr 2003 in London. Der Film informierte das gesamte Team darüber, wie das 'lebendige, atmende Leben eines Schiffes' eingefangen werden kann.

Peristere bezeichnete sich selbst als größten Fan von George R.R. Martins Büchern und wollte der Vorlage gerecht werden. Sein Ziel: zurückzukehren zu dem, 'was episch für Seeschlachten bedeutet'.

186 Seiten Vorbereitung für einen Tag

Für die Produktion erstellte Peristere ein 186-seitiges Dokument im Stil eines Lexikoneintrags, das für jeden Abteilungsleiter genaue Vorgaben enthielt: Blutmengen, Windstärken, Wasserkanonen-Bewegungen für jeden einzelnen Moment der Sequenz.

Der Grund für diese akribische Planung war schlicht: Alles musste beim ersten Versuch gelingen. 'Auch wenn wir ein ordentliches Budget haben, sind wir kein Film mit 275 Millionen Euro Produktionskosten. Alles musste am jeweiligen Drehtag klappen. Wir sind nicht Marvel', erklärte Peristere. Nachdrehen war aufgrund des engen Zeitplans keine Option.

Parallel zur technischen Vorbereitung probten Peristere und sein Team die dramatischen Szenen separat mit dem gesamten Cast auf ausgeklebten Deckumrissen in einem Studio. Der Fokus lag dabei bewusst auf dem menschlichen Drama, nicht auf den Spezialeffekten.

Jaces Tod und Harry Colletts Leistung

Der schockierendste Moment der Auftaktfolge ist der Tod von Jace, gespielt von Harry Collett. Rhaenyras ältester Sohn wird von Pfeilen eines feindlichen Schiffes getroffen und sinkt ins Wasser. Sein Drache Vermax stirbt kurz zuvor.

Peristere beschrieb die Intention hinter Jaces letzten Momenten: 'Selbst als der Pfeil trifft, denkt Jace: Ich bin ein Gott, ich bin ein Drachenreiter. Und als ich auftauche und nach Luft schnappe, obwohl ich meinen Drachen verloren habe, denke ich keinen Moment daran, dass ich sterben könnte. Baela wird mich aufnehmen.' Harry Collett habe diese Haltung konsequent gespielt.

'Harry hat sich wirklich darauf eingelassen, und Gott sei Dank, denn wir haben ihn wirklich durch die Mangel gedreht', so Peristere. Die Szene sei bewusst so gestaltet worden, dass Jaces naive Unverwundbarkeit bis zum letzten Atemzug spürbar bleibt.

Was kommt nach dem Schlachtenchaos?

Die Gullet-Seeschlacht ist nicht nur ein Spektakel, sondern der emotionale Auftakt einer neuen Phase im Tanz der Drachen. Rhaenyra (Emma D'Arcy) verliert einen weiteren Sohn und muss gleichzeitig mit dem Verrat innerhalb ihrer eigenen Familie umgehen. Peristere beschrieb den Moment, in dem Emma D'Arcy zur Königin wird, als zentralen Wendepunkt: 'Wir sehen buchstäblich, wie Emma D'Arcy zur Königin, zum König wird.'

Die Konsequenzen reichen direkt in Folge 2, die Claire Kilner inszeniert hat. Peristere deutete an, dass die Serie ab diesem Punkt in 'das beginnt, was kanonisch ein wenig Wahnsinn werden wird' übergeht. König Aegon II. (Tom Glynn-Carney) und seine Anhänger bleiben die treibende Gegenkraft.

Das Finale der Auftaktfolge zeigt bewusst die Erschöpfung nach dem Kampf: Driftmark verloren, Schiffe gesunken, Leichen im Wasser. Peristere fasste die gewollte Wirkung so zusammen: 'Wenn man diese letzten zwei Bilder sieht, denkt man: Wir hatten gerade die größte epische Schlacht aller Zeiten. Und es ist schrecklich.'

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 22.06.2026, 04:18 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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