Warum Invincible trotz Kritik an seinem neuen Kurs festhält
6,5 von 10 auf IMDb, und trotzdem hält die Serie daran fest. 'Hurm' ist die schlechteste bewertete Episode der gesamten Invincible-Geschichte, basiert auf keiner Comicvorlage. Das Autorenteam plant dennoch weitere solcher Seitengeschichten als festen Serienbestandteil.
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Warum 'Hurm' so polarisiert
Die vierte Episode der vierten Staffel mit dem Titel 'Hurm' sticht im gesamten Invincible-Kosmos heraus: Sie erzählt eine in sich geschlossene Geschichte, die keine direkte Entsprechung in den Comics von Robert Kirkman hat. Das Ergebnis ist ein IMDb-Score von 6,5 von 10 Punkten, der niedrigste Wert, den eine einzelne Folge der Serie je erreicht hat.
Im Mittelpunkt steht Damien Darkblood, ein übernatürlicher Detektiv, der in den Comics nach seiner Verbannung durch Cecil Stedman, den Chef der Global Defense Agency, aus der Haupthandlung verschwindet. In der Serie wurde seine Rückkehr bereits in der Abspannszene des Staffel-3-Finales angedeutet, als er einen namenlosen Dämon beschwor, der sich später als Satan herausstellte.
Satan eröffnete Damien, dass ein mächtiger Bewohner der Erdoberfläche ihm helfen könne, seinen Thron zurückzugewinnen. Damien plante, Omni-Man alias Nolan Grayson für diesen Zweck einzusetzen, doch das Ritual mit dessen Blut beschwor versehentlich Mark Grayson, der im Deutschen als Invincible bekannt ist.
Marks unfreiwilliges Abenteuer in der Hölle
Mark Grayson, gesprochen von Steven Yeun, fand sich unvermittelt in der Unterwelt wieder und half Damien Darkblood sowie Satan dabei, den Feind Volcanikka zu besiegen, der die Herrschaft über die Hölle an sich gerissen hatte. Die Episode funktioniert als eigenständige Einheit, ohne dass Vorwissen über laufende Handlungsstränge zwingend nötig ist.
Genau das ist für einen Teil der Zuschauerschaft das Problem: 'Hurm' fühlt sich wie eine Unterbrechung der eigentlichen Geschichte an, nicht wie deren Fortführung. Kritiker der Folge bemängeln, dass die Episode den Rhythmus der Staffel unterbricht und Figuren wie Sandra Ohs Debbie Grayson kaum Raum lässt.
Befürworter hingegen sehen in 'Hurm' einen kreativen Beweis dafür, dass Invincible mehr sein kann als eine reine Comic-Adaption. Die Frage, ob solche Ausflüge der Serie langfristig nützen oder schaden, wird die Fangemeinde noch eine Weile beschäftigen.
Showrunner bekennt sich zu Seitengeschichten
Simon Racioppa, der die Serie gemeinsam mit Robert Kirkman verantwortet, hat klargestellt, dass der Mangel an neuen Handlungssträngen im Fernsehformat nicht auf fehlende Ideen zurückzuführen ist. Das Autorenteam habe eine Fülle von Einfällen, und Zuschauer könnten weitere Seitenquests erwarten, die sich nach und nach in die übergeordnete Erzählung einfügen.
Entscheidend sei dabei, dass sich jede neue Geschichte organisch anfühlt. Racioppa betonte außerdem, dass es keine Episode geben solle, die man überspringen könne. Das klingt nach einem direkten Versprechen an jene Kritiker, die 'Hurm' als verzichtbaren Umweg empfunden haben.
Ob dieses Versprechen eingelöst wird, bleibt abzuwarten. Die Aussage zeigt aber, dass das Produktionsteam die Kritik wahrgenommen hat und den Anspruch formuliert, eigenständige Folgen besser in den Gesamtbogen einzubetten.
Staffel 5 kommt 2027 zu Prime Video
Die fünfte Staffel von Invincible wird 2027 bei Prime Video erscheinen. Die Synchronarbeiten waren bereits abgeschlossen, als die Staffel 2025 angekündigt wurde, was auf einen weit fortgeschrittenen Produktionsstand hindeutet.
Unter den bestätigten Rückkehrern befinden sich Lee Pace als Thragg und Matthew Rhys als Dinosaurus, zwei Figuren, die in der übergeordneten Handlung eine zentrale Rolle spielen dürften. Auch viele weitere bekannte Charaktere sollen zurückkehren.
Ob Damien Darkblood nach seinem Auftritt in 'Hurm' erneut eine Rolle spielen wird, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Angesichts der Art, wie seine Geschichte in Staffel 3 und 4 aufgebaut wurde, wäre eine Fortsetzung seines Handlungsstrangs jedoch naheliegend.
Comicvorlage versus TV-Originalstoff
Der Kern der Debatte rund um 'Hurm' ist keine neue Diskussion in der Welt der Serienadaptionen: Wie viel Freiheit darf sich eine Serie gegenüber ihrer Vorlage erlauben? Bei Invincible ist die Ausgangslage besonders interessant, weil Robert Kirkman selbst aktiv an der Produktion beteiligt ist.
In den Comics verschwindet Damien Darkblood nach seiner Verbannung durch Cecil Stedman schlicht aus der Handlung. Die Serie hat diese Figur nicht nur zurückgeholt, sondern ihr eine ganz eigene Mythologie rund um Satan und die Hölle verpasst, die im Originalwerk so nicht existiert.
Das Autorenteam sieht darin offenbar einen Vorteil: Die Comicvorlage liefert das Fundament, aber das Fernsehformat erlaubt Erkundungen, die im Seitenformat nie möglich gewesen wären. Ob das Publikum diese Haltung teilt, wird die Bewertung künftiger Episoden zeigen.
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Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
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