Warum Devil May Cry Staffel 2 das Gefühl eines Kinofilms hat

·21.04.2026·3 Min
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Gemütliche Fortsetzung oder Schocktherapie — Adi Shankar wählt Letzteres. Staffel 2 schickt Dante ab dem 12. Mai gegen den White Rabbit, der buchstäblich die Hölle auf Erden öffnen will. Wer eine vorhersehbare Fortsetzung erwartet, wird von dieser Serie eines Besseren belehrt.

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Staffel 2 startet am 12. Mai

Devil May Cry kehrt am 12. Mai mit seiner zweiten Staffel auf Netflix zurück. Die Animationsserie basiert auf der gleichnamigen Capcom-Spielereihe und spielt in einem eigenständigen Universum, das unabhängig von den Videospielen existiert.

Bereits die erste Staffel bewies, dass die Serie ein breites Publikum anspricht: Innerhalb der ersten vier Tage verzeichnete sie beeindruckende 5,3 Millionen Aufrufe. Damit etablierte sich Devil May Cry schnell als eine der meistgesehenen Animationsserien auf der Plattform.

Showrunner Adi Shankar, der bereits mit Castlevania ab 2017 Maßstäbe im Animationsbereich setzte, treibt das Projekt mit klarer Vision voran. Für ihn soll Staffel 2 das Gefühl eines Kinofranchise-Eintrags aus den 2000er Jahren vermitteln, bei dem das Publikum die nächste Wendung schlicht nicht vorhersehen kann.

Dante trifft auf Vergil und Mundus

Im Mittelpunkt der zweiten Staffel steht erneut Dante, der weißhaarige, schlagfertige Dämonenjäger, dem Johnny Yong Bosch seine Stimme leiht. Doch diesmal bekommt es Dante mit einer doppelten Bedrohung zu tun: Sein Bruder Vergil, gesprochen von Robbie Daymond, steht im Dienst von Mundus, dem Fürsten der Finsternis selbst.

Zusätzlich bedroht ein finsterer Terrorist namens White Rabbit, dem Hoon Lee seine Stimme verleiht, die Welt. White Rabbit plant, ein Portal zur Hölle zu öffnen und deren Bewohner auf die Menschheit loszulassen. Damit knüpft die Serie direkt an das explosive Finale der ersten Staffel an, das mit der Invasion des US-Militärs in der Hölle endete.

Auch Scout Taylor-Compton und Chris Coppola kehren in ihren Rollen zurück. Coppola spricht erneut Enzo, Dantes kauzig-komischen Vertrauten, während Taylor-Compton ebenfalls wieder Teil des Ensembles ist.

Shankars Mission gegen TV-Formeln

Adi Shankar hat sich mit Devil May Cry ein klares Ziel gesetzt: Er will keine Serie machen, die sich in Wiederholungen verliert. 'Ich bin allergisch gegen Formeln. Ich mag es nicht, wenn erfolgreiche Serien zur Wohlfühlkost werden', erklärte Shankar zu seinem Ansatz für die zweite Staffel.

Stattdessen orientiert er sich an den großen Actionfranchises der 2000er Jahre, die mit jedem neuen Teil neue Richtungen einschlugen. Dieses Prinzip soll Devil May Cry frisch und unberechenbar halten, auch wenn die Grundzutaten der Serie bereits bekannt sind.

Shankar bewies mit Castlevania, dass er Videospieladaptionen auf ein neues Niveau heben kann. Mit Devil May Cry setzt er diesen Weg konsequent fort und zeigt, dass Animationsserien für Erwachsene auf Netflix ein festes Zuhause gefunden haben.

Studio Mir liefert erneut die Animation

Wie bereits in der ersten Staffel übernimmt Studio Mir die Animationsarbeiten für Staffel 2. Das südkoreanische Studio ist für seine hochwertige Arbeit bekannt und hat maßgeblich zum visuellen Stil der Serie beigetragen.

Die Zusammenarbeit zwischen Shankar und Studio Mir hat sich als produktiv erwiesen: Die erste Staffel wurde sowohl für ihre flüssigen Kampfsequenzen als auch für ihre atmosphärische Bildsprache gelobt. Für Staffel 2 dürfte das visuelle Niveau mindestens gehalten, wenn nicht sogar übertroffen werden.

Die Kombination aus Shankars erzählerischer Ambition und der Animationsqualität von Studio Mir macht Devil May Cry zu einem der ambitioniertesten Animationsprojekte auf Netflix.

Eigenständiges Universum mit Capcom-Wurzeln

Obwohl Devil May Cry auf der Capcom-Spielereihe basiert, spielt die Netflix-Serie in einem vollständig eigenständigen Universum. Fans der Videospiele finden bekannte Charaktere und Themen wieder, müssen aber keine Vorkenntnisse mitbringen, um der Handlung folgen zu können.

Diese kreative Freiheit erlaubt es Shankar, eigene Geschichten zu erzählen, ohne an die Kontinuität der Spiele gebunden zu sein. Charaktere wie Dante, Vergil und Enzo existieren in diesem Universum nach eigenen Regeln, was der Serie erzählerisch mehr Spielraum gibt.

Für Staffel 2 bedeutet das: Alles ist möglich. Wer glaubt, die Spielreihe zu kennen, wird laut Shankar trotzdem überrascht werden. Ob dieser Anspruch eingelöst wird, zeigt sich ab dem 12. Mai auf Netflix.

Zuletzt aktualisiert: 21.04.2026, 15:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
Autor
Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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