Warum Dept. Q Staffel 2 für Schottland zur Wende wird
20 bezahlte Jobs für schottische Nachwuchstalente: Das ist neu. Dept. Q Staffel 2 schafft Einstiegsstellen in verschiedenen Produktionsabteilungen, finanziert von Netflix, Left Bank und Screen Scotland. Damit reagiert die Branche erstmals konkret auf die Kritik, dass Schottland bei heimischen Produktionen zu kurz kommt.
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Was das Programm konkret bietet
Das Nachwuchsprogramm ist darauf ausgerichtet, echte Einstiegsmöglichkeiten in einer Vielzahl von Abteilungen am Set und in der Produktion zu schaffen. Die Trainees arbeiten während der Dreharbeiten zur neuen Staffel in unterschiedlichen Bereichen der Produktion mit.
Ziel ist es, junge schottische Talente direkt in die Praxis einzuführen, anstatt sie auf theoretische Ausbildungswege zu verweisen. Die Stellen sind vergütet, was den Zugang auch für Menschen ohne finanzielle Rücklagen ermöglicht.
Left Bank Pictures, im Besitz von Sony Pictures Television, hat das Programm gemeinsam mit Netflix entwickelt. Screen Scotland unterstützt die Initiative ebenfalls finanziell und strukturell.
Dept. Q: Serienerfolg als Sprungbrett
Dept. Q zählt zu den erfolgreichsten britischen Serien, die Netflix in jüngster Zeit hervorgebracht hat. Die Serie folgt einem erfahrenen Ermittler, der nach einer schweren Verletzung damit beauftragt wird, ungeklärte Altfälle neu aufzurollen.
Matthew Goode und Chloe Pirrie stehen vor der Kamera und haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Serie beim Publikum auf Netflix großen Anklang gefunden hat. Showrunner David Holmes verantwortet die kreative Linie der Produktion.
Die Popularität der Serie macht sie zu einem idealen Umfeld für ein Nachwuchsprogramm dieser Größenordnung: Die Trainees können in einem professionellen, hochkarätig besetzten Produktionsumfeld erste Erfahrungen sammeln.
Anne Mensah über schottisches Talent
Anne Mensah, eine der führenden Netflix-Vertreterinnen im britischen Markt, betonte die Bedeutung schottischer Filmschaffender für den Erfolg der Serie. Sie erklärte, Dept. Q habe immer von der außergewöhnlichen Tiefe des Talents in Schottland profitiert, sowohl vor als auch hinter der Kamera.
Mit dem neuen Programm soll diese Zusammenarbeit strukturell verankert und langfristig ausgebaut werden. Es geht nicht nur darum, einzelne Positionen zu besetzen, sondern eine neue Generation von Fachkräften für die schottische Filmbranche aufzubauen.
Debatte um schottische Filmschaffende
Das Programm entsteht vor dem Hintergrund einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Beschäftigung schottischer Filmschaffender. Im vergangenen Jahr sorgte The Traitors für Schlagzeilen: Die Sendung wird in einem schottischen Schloss gedreht, aber von einem in London ansässigen Produktionsunternehmen hergestellt und aus London heraus beauftragt.
Kritiker bemängelten damals, dass zu wenige lokale Fachkräfte in die Produktion eingebunden wurden. Das Nachwuchsprogramm von Dept. Q setzt nun ein sichtbares Zeichen dagegen und versucht, die Wertschöpfung stärker in der Region zu halten.
Screen Scotland, die staatliche Förderorganisation, sieht in der Initiative ein Modell, das auch für andere internationale Produktionen in Schottland Schule machen könnte.
Wann startet die neue Staffel?
Die Dreharbeiten zur neuen Staffel von Dept. Q sollen noch in diesem Jahr beginnen. Ein konkretes Startdatum für die Ausstrahlung auf Netflix steht noch aus.
Fans der Serie können sich neben neuen Folgen also auch darauf freuen, dass hinter den Kulissen gezielt in die Zukunft der schottischen Filmbranche investiert wird. Die 20 Trainee-Stellen werden im Zuge der Produktion vergeben.
Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
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