House of the Dragon Staffel 3 startet mit der Schlacht am Schlund

·15.06.2026, 17:16 Uhr·4 Min
House of the Dragon Staffel 3 startet mit der Schlacht am Schlund
Bild: HBO · TMDB

Staffel 3 antwortet auf die größte Schwäche von Staffel 2. Ab 21. Juni zeigt House of the Dragon bei WOW bereits in Folge 1 die Schlacht am Schlund: Corlys Velaryon gegen die Flotte der Triarchie. Was Staffel 2 an Actionmomenten schuldig blieb, liefert Staffel 3 sofort nach.

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Die Schlacht am Schlund im ersten Auftritt

House of the Dragon Staffel 3 startet am 21. Juni bei WOW und legt sofort los. Die berüchtigte Schlacht am Schlund steht bereits in der ersten Folge auf dem Programm: Seestreitkräfte unter dem erfahrenen Kommandanten Corlys 'Seeschlange' Velaryon, gespielt von Stephen Toussaint, treffen auf eine Flotte der Triarchie, die Rhaenyras Blockade der Hauptstadt Königsmund brechen soll.

Rhaenyra Targaryen, verkörpert von Emma D'Arcy, kämpft damit um die Kontrolle über die Westliche See, während ihr Anspruch auf den Eisernen Thron weiter umstritten bleibt. Condal und Peristere inszenieren das Seegefecht als visuelles Spektakel, das die Kritik an der actionarmen zweiten Staffel direkt adressiert.

Staffel 2 hatte nur acht statt der geplanten zehn Folgen und wurde dafür kritisiert, zu wenig dramatische Höhepunkte zu bieten. Staffel 3 scheint diese Zurückhaltung von Beginn an abzulegen.

Drachen ohne Kontrolle, Siege ohne Jubel

Wer bei der Schlacht am Schlund triumphale Momente erwartet, wird enttäuscht. House of the Dragon hält konsequent an seiner Kernthese fest: Krieg ist eine Katastrophe, und ein Krieg mit Drachen erst recht. Wenn die Drachen über dem Schlund erscheinen, weicht die Erleichterung von Rhaenyras Truppen schnell einer neuen Bedrohung, denn nicht alle Tiere gehorchen ihren Reitern.

Prinz Aemond, gespielt von Ewan Mitchell, steht exemplarisch für dieses Dilemma. Dass er nicht beabsichtigte, seinen eigenen Neffen zu töten, interessiert weder die Geschichte noch die Betroffenen. Die Serie macht damit deutlich, dass persönliche Absichten gegenüber größeren, unkontrollierbaren Kräften kaum zählen.

Zum Vergleich: In Game of Thrones lieferte die Schlacht am Schwarzwasser mit Tyrion Lannister, gespielt von Peter Dinklage, noch einen kurzen Moment echter Triumphgeste. Solche Momente sind in House of the Dragon bewusst gestrichen.

Rhaenyra und Alicent im Mittelpunkt

Das eigentliche Herzstück der dritten Staffel ist intimer als jede Seeschlacht. Emma D'Arcy und Olivia Cooke spielen in Staffel 3 deutlich mehr gemeinsame Szenen als zuvor. Rhaenyra und ihre einstige Jugendfreundin, spätere Stiefmutter und heutige Gegenspielerin Alicent Hightower stehen auf entgegengesetzten Seiten eines Bürgerkriegs, der einst als Riss in einer engen Freundschaft begann.

Cooke ist im echten Leben 32 Jahre alt und soll die Mutter des 29-jährigen Ewan Mitchell verkörpern. Dass das kaum auffällt, liegt an der Qualität beider Darstellungen. In ihren Szenen wechseln sich Groll und Verständnis, Wut und Trauer so organisch ab, dass die komplexe Vorgeschichte der Figuren körperlich spürbar wird.

Showrunner Ryan Condal hat bestätigt, dass House of the Dragon mit Staffel 4 enden wird. Dass die erste Hälfte von Staffel 3 bereits das Ende herbeisehnen lässt, ist dabei kein Tadel, sondern Ausdruck einer Serie, die ihr Schicksal von Anfang an klar benennt.

Neuzugang Ormund Hightower mischt auf

Neben den etablierten Figuren bringt Staffel 3 mit Ormund Hightower einen Neuzugang, der schnell Profil gewinnt. James Norton spielt Alicents Cousin als unberechenbaren, eigenwilligen Strategen mit einer ausgeprägten Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Er ist nominell auf der Seite der sogenannten Grünen, also des Lagers um Alicent, Aemond und Aegon, verfolgt aber eine eigene Agenda.

Aegon, gespielt von Tom Glynn-Carney, hatte in Staffel 2 den bislang ersten richtigen Drachen-gegen-Drachen-Kampf überlebt, allerdings schwer verletzt. Ormund betritt das Feld also in einem Moment, in dem das grüne Lager ohnehin geschwächt ist, und sorgt für neue Unberechenbarkeit.

Die Serie basiert auf George R.R. Martins Werk 'Fire & Blood', das eher einer alternativen Geschichtsenzyklopädie als einem Roman gleicht. Figuren wie Ormund sind dort Fußnoten mit eigenem Leben, und Condal gelingt es, genau dieses Gefühl in die Adaption zu übertragen.

Stärken, Schwächen und das Staffelende

Nicht alle erzählerischen Fäden der Serie sind gleich fest geknüpft. Rhaenyras langjährige Affäre mit Harwin Strong, gespielt von Ryan Corr, die zwei Kinder hervorbrachte, deren umstrittene Herkunft wesentlich zum Kriegsausbruch beitrug, bleibt auch in Staffel 3 dramaturgisch unterbelichtet. Die Konsequenzen dieser Beziehung sollen jetzt Früchte tragen, doch die skizzenhafte Darstellung in Staffel 1 macht die Auflösung weniger wirkungsvoll.

Eve Best als Prinzessin Rhaenys Targaryen, die in Staffel 2 starb, fehlt der Serie spürbar. Ihr Tod war einer der wenigen Momente, der sowohl emotional als auch dramaturgisch vollständig aufging.

Staffel 3 von House of the Dragon zeigt eine Serie, die ihre eigene Botschaft kennt und konsequent durchhält. Die Drachen sind beeindruckend. Aber was die Serie trägt, sind die Menschen, die sie reiten, und die Entscheidungen, die sie in den Untergang führen.

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 15.06.2026, 17:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sarah Becker
Autor
Sarah Becker
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Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.

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