Vom Lockdown-Hit zur Serie: Among Us startet neu auf Paramount+

·06.06.2026, 01:18 Uhr·3 Min
Vom Lockdown-Hit zur Serie: Among Us startet neu auf Paramount+
Bild: Paramount+ · TMDB

Among Us kehrt zurück: diesmal als vollwertige Animationsserie. Owen Dennis, bekannt aus Infinity Train und Regular Show, adaptierte den Lockdown-Hit für Paramount+, abrufbar seit dem 5. Juni 2026. Wer das Spiel kennt oder nicht: die Serie richtet sich bewusst an beide Gruppen.

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Vom Spiel zur Animationsserie

Among Us war eines der prägenden Phänomene der Lockdown-Jahre: Millionen Spieler schlüpften in die Rolle armloser Astronauten, reisten durch das Weltall und versuchten, die Verräter in ihrer Mitte zu entlarven. Sechs Jahre später kommt der Stoff nun als Animationsserie auf Paramount+, vollständig abrufbar seit dem 5. Juni 2026.

Hinter der Produktion steckt Owen Dennis, der bereits mit Infinity Train und Regular Show Erfahrung im animierten Serienformat gesammelt hat. Dennis pitchte sein Konzept bereits 2022 dem Spieleentwickler Innersloth. Seine Grundidee: die Skeld-Karte aus dem Spiel als Kulisse für eine Mordmysterien-Serie zu nutzen.

Nach der Zusage von Innersloth dauerte es noch eineinhalb bis zwei Jahre, bis die Serie tatsächlich fertiggestellt war. Dennis beschreibt die Entwicklungsphase als intensiven Prozess, in dem gemeinsam mit Autoren grobe Plotlinien erarbeitet wurden, bevor die eigentliche Produktion anlaufen konnte.

Charaktere statt Weltenbau im Vordergrund

Dennis verfolgt bei der Umsetzung einen klar charakterzentrierten Ansatz. Statt die Welt von Among Us durch ausführliche Exposition zu erklären, sollen die Figuren selbst als Linse dienen, durch die das Publikum den Schauplatz entdeckt. 'Wir werden geboren und finden langsam heraus, wie die Welt funktioniert', erklärte Dennis sinngemäß, um seinen Erzählansatz zu verdeutlichen.

Dieser Zugang ist für ihn keine Einschränkung, sondern Überzeugung. Ob Science-Fiction, Fantasy oder hohe Konzepte: Dennis glaubt, dass Geschichten erst dann greifen, wenn sie durch menschliche Figuren erlebbar werden. Star Wars funktioniere nicht wegen seiner Mythologie, sondern wegen der Charaktere, durch deren Augen man diese Mythologie erlebe.

Die Besetzung entstand nach demselben Prinzip. Zuerst wurden die Charaktere konzipiert, dann Sprecher gesucht, die zu diesen Figuren passten. Laut Dennis wurden dabei ausnahmslos die Wunschbesetzungen realisiert.

Spielreferenzen für zwei Zielgruppen

Eine der zentralen Herausforderungen bei jeder Spieladaption ist das gespaltene Publikum: Menschen, die das Original kennen, und solche, die damit nie in Berührung kamen. Dennis löst dieses Problem, indem er Verweise auf das Spiel grundsätzlich als eigenständige Witze konstruiert.

Ob die charakteristische Vogelperspektive beim Gang durch das Raumschiff oder die kleinen Knochen, die aus den Figuren ragen: Jede Anspielung soll auch ohne Spielkenntnis funktionieren. Wer das Spiel kennt, erhält laut Dennis eine zusätzliche Bedeutungsebene, aber niemand wird ausgeschlossen.

Dennis formulierte es klar: 'Jedes Mal, wenn es eine Anspielung auf das Spiel gibt, muss es auch für Menschen funktionieren, die das Spiel nicht gespielt haben.' Dieses Prinzip zieht sich durch die gesamte Serie.

Humor für Kinder, Teens und Erwachsene

Dennis verfolgt beim Humor eine Strategie der mehrfachen Lesbarkeit. Die Serie soll Kinder, Teenager und Erwachsene gleichermaßen zum Lachen bringen, ohne dabei auf einen gemeinsamen Nenner reduziert zu werden. Für Erwachsene setzt Dennis auf Satire und Gesellschaftskommentar, für Kinder auf Timing und visuelle Komik.

Obszöne Sprache lehnt Dennis dabei grundsätzlich ab. Sein Argument: 'Wenn ein Witz fluchen muss und das Fluchen der witzige Teil ist, dann ist es eigentlich kein Witz.' Stattdessen setzt er auf Humor, der aus Situation, Charakter und Rhythmus entsteht.

Aus seiner Zeit bei Infinity Train erinnert sich Dennis an Fokusgruppen, in denen Kinder ausgerechnet an unscheinbaren Momenten hängen blieben, die Erwachsene kaum wahrgenommen hatten. Diese Erfahrung prägt seinen Ansatz: Humor funktioniert auf unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig.

Verfügbarkeit und Deutschland-Start offen

Die komplette erste Staffel von Among Us ist seit dem 5. Juni 2026 auf Paramount+ abrufbar. Wann die Serie deutschen Zuschauern zugänglich gemacht wird, ist bislang nicht bekannt. Ein offizieller Starttermin für den deutschsprachigen Raum steht noch aus.

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Online-Multiplayer-Spiel von Innersloth, das während der Pandemiejahre weltweit zu einem kulturellen Phänomen wurde. Die Animationsserie greift die Grundprämisse des Spiels auf: Astronauten im Weltall, Verrat und die Suche nach dem Verräter in den eigenen Reihen.

Owen Dennis, der die Serie von der ersten Konzeptidee bis zur Fertigstellung begleitete, gilt als einer der kreativsten Köpfe im amerikanischen Animationsbereich. Mit Among Us versucht er erstmals, eine Gaming-IP in ein narrativ geschlossenes Serienformat zu überführen.

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Quelle: Paramount+Zuletzt aktualisiert: 06.06.2026, 01:18 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
Action-SerienScience FictionFantasy-Serien

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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