Vom Buch zur Serie: So veränderte Brunstetter die Vorlage für The Five Star Weekend

Bekah Brunstetter veränderte die Buchvorlage für The Five Star Weekend grundlegend. Jennifer Garner spielt darin Food-Influencerin Hollis Shaw, die mit Chloë Sevigny, Regina Hall und D'Arcy Carden ein Trauerwochenende auf Nantucket erlebt. Die Abweichungen vom Original sind kein Versehen, sondern Programm.
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Jennifer Garner als kreative Mitgestalterin
The Five-Star Weekend dreht sich um Food-Influencerin Hollis Shaw, gespielt von Jennifer Garner, die sechs Monate nach dem Tod ihres Mannes Matthew ein Wochenende auf Nantucket organisiert und Freundinnen aus jeder Lebensphase einlädt. Garner war dabei weit mehr als nur die Hauptdarstellerin: Sie brachte eigene Lebenserfahrungen unmittelbar in die Entwicklung ein.
Showrunnerin Bekah Brunstetter erklärte gegenüber Variety: 'Sie hat die Untreue-Geschichte selbst erlebt, und das spielte sich sehr öffentlich ab. Sie ist sicher nicht darüber hinweg, aber sie hat viel Arbeit geleistet und ist sehr reflektiert damit umgegangen.' Garner lieferte der Produktion damit einen emotionalen Kompass für die Kernkonflikte der Serie.
Garner brachte außerdem ihre Erfahrung als Mutter erwachsener Kinder ein, was die Beziehung zwischen Hollis und ihrer Tochter Caroline entscheidend prägte. Brunstetter, selbst Mutter kleiner Kinder, profitierte von diesem Wissen: 'Sie war eine unschätzbare Ressource, wenn es darum ging, wie diese Gespräche tatsächlich ablaufen.'
Gigi als Schlüsselfigur der Handlung
Die größte dramatische Spannung erzeugt Gigi Ling, gespielt von Gemma Chan. Die Pilotin schließt nach Matthews Tod eine Online-Freundschaft mit Hollis und wird zum Wochenende eingeladen. Was die anderen Gäste nicht ahnen: Gigi hatte selbst eine Affäre mit Matthew und nutzt das Wochenende, um ihren eigenen Schmerz zu verarbeiten.
Brunstetter wollte Gigi bewusst nicht zur Schurkin machen. 'Es ist zu einfach, Gigi zu verteufeln, und sie wird im Buch auch nicht verteufelt', sagte sie. Im Autorenraum habe man intensiv darüber diskutiert, warum Menschen Affären beginnen, und welche inneren Konflikte dabei eine Rolle spielen.
Wer das Geheimnis als Erste entdeckt, ist Brooke Kirtley, gespielt von D'Arcy Carden. Brunstetter wählte diese Figur bewusst: 'Wenn Tatum oder Dru-Ann es herausfänden, würden sie es Hollis sofort sagen. Brooke hingegen zweifelt, überlegt, mag Gigi sogar ein bisschen.' Diese innere Zerrissenheit gibt der Figur Tiefe und treibt die Handlung voran.
Das Ensemble und seine Geschichten
Neben Garner und Chan versammelt die Serie ein starkes Ensemble. Chloë Sevigny spielt Tatums McKenzie, Hollis' Kindheitsfreundin, die auf die Ergebnisse einer Brustbiopsie wartet. Regina Hall verkörpert Dru-Ann Jones, eine Sportmanagerin, die nach einem viralen Video in die Kritik geraten ist. D'Arcy Cardens Brooke Kirtley steckt in einer Trennungssituation von ihrem Mann, gespielt von Rob Huebel.
Brunstetter veränderte gegenüber der Romanvorlage von Elin Hilderbrand einige Details. Dru-Ann war im Buch Golferin, in der Serie ist sie Fußballspielerin der University of North Carolina. Ihre alte Sportverletzung wird über das Wochenende buchstäblich und übertragen wieder aufgebrochen, was die Figur zwingt, sich alten Mustern zu stellen.
Hollis' Tochter Caroline, gespielt von Harlow Jane, kehrt nach Nantucket zurück und trägt ein eigenes Geheimnis mit sich: Sie fliegt aus dem Studium heraus, obwohl sie die Karriere ihres verstorbenen Vaters als Herzchirurg einschlagen wollte. Brunstetter ersetzte außerdem eine romantische Handlung aus dem Buch durch eine Freundschaftsgeschichte zwischen Caroline und Aubrey, der Tochter von Tatum, weil die Serie Freundschaft in allen Erzählsträngen verankern wollte.
Brookes Entwicklung und queere Identität
Brooke Kirtley durchläuft im Verlauf des Wochenendes die größte innere Entwicklung aller Figuren. Brunstetter beschreibt sie als ihre Lieblingsfigur: unsicher, überteilt, verzweifelt nach Zuneigung suchend. Genau diese Eigenschaften machen sie zur idealen Figur für einen zentralen Wendepunkt.
Die Serie deutet an, dass Brooke beginnt, ihre sexuelle Identität neu zu befragen. Brunstetter, die einen überwiegend queeren Autorenraum zusammenstellte, betonte, wie wichtig es war, diesen Prozess nicht zu überstürzen. 'Queere Menschen sind keine homogene Gruppe. Wir haben viel darüber gesprochen, wie Frauen einander bewundern und begehren, und wie das bei einem späten Coming-out zusammenwirkt.'
Das Ergebnis ist bewusst offen gehalten. Brunstetter formulierte es so: 'Am Ende des Wochenendes heißt es nicht plötzlich: Ich bin lesbisch. Es ist eher: Ich gebe mir die Erlaubnis, aus dieser Schachtel herauszutreten, die ich mir selbst gebaut habe.' Für mögliche weitere Staffeln soll das kein abgeschlossener Handlungsbogen sein, sondern ein Ausgangspunkt.
Pläne für weitere Staffeln
Brunstetter denkt bereits über die Grenzen der Romanvorlage hinaus. Hilderbrand schrieb einen abgeschlossenen Roman, doch die Showrunnerin hat konkrete Ideen entwickelt, wie die Geschichte weitergehen könnte. Dabei soll das Ensemble erhalten bleiben, aber jede Staffel einen neuen Schauplatz erkunden, ähnlich dem Konzept von White Lotus.
Ein Ski-Wochenende ist bereits als mögliche Folgestaffel im Gespräch, ebenso ein weiterer Warm-Wetter-Ort. Nantucket selbst, so Brunstetter, sei als Drehort zwar beeindruckend gewesen, aber auch logistisch sehr aufwendig. 'Wir haben Nantucket abgehakt. Die brauchen uns dort nicht noch einmal.'
Das Grundprinzip für weitere Staffeln: Jede Saison könnte eine neue fünfte Freundin einführen, während der Kern des Ensembles bestehen bleibt. 'Von Anfang an haben wir gedacht: Es gibt fünf Sterne. Wer ist die neue fünfte?', sagte Brunstetter. Welche Figuren das Publikum am stärksten an sich bindet, soll dabei die Richtung vorgeben.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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