Über The Last Word with Lawrence O'Donnell wird gerade viel geredet, und das hat einen Grund

·17.06.2026, 16:18 Uhr·3 Min
Über The Last Word with Lawrence O'Donnell wird gerade viel geredet, und das hat einen Grund
Bild: MSNBC · TMDB

Was steht wirklich in Trumps neuem Iran-Dokument? Trump verweigerte am G7-Gipfel den genauen Wortlaut bis zur offiziellen Unterzeichnung am 19. Juni 2026. O'Donnell nutzte die Lücke und hielt dagegen, was Iran schon 2015 schriftlich garantiert hatte.

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Trump beim G7: Ein 'großartiges' Dokument

Am Rande des G7-Gipfels verkündete Donald Trump am 16. Juni 2026 gegenüber Journalisten, sein neues Abkommen mit Iran garantiere, dass das Land niemals eine Atomwaffe besitzen werde. Den genauen Wortlaut des Memorandums wollte er jedoch erst nach der offiziellen Unterzeichnung am 19. Juni veröffentlichen. Das Dokument selbst bezeichnete er schlicht als 'großartig'.

Genau diese Zurückhaltung und die begleitenden Behauptungen lieferten Lawrence O'Donnell den Anlass für eine scharfe Analyse. Der Moderator von 'The Last Word' sezierte Trumps Aussagen Satz für Satz und stellte sie dem gegenüber, was im Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan von 2015 bereits schwarz auf weiß stand.

Trump hatte das damalige Abkommen, das unter Präsident Barack Obama ausgehandelt worden war, während seiner ersten Amtszeit einseitig verlassen. Nun präsentiert er eine Vereinbarung, die inhaltlich dieselbe Kernaussage enthält.

2015 stand dasselbe drin

O'Donnell zitierte direkt aus dem 18-seitigen Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan, den damals Außenminister John Kerry mit Iran und fünf weiteren Staaten ausgehandelt hatte: 'Iran bekräftigt, dass es unter keinen Umständen jemals Atomwaffen anstreben, entwickeln oder erwerben wird.' Dieser Satz stammt aus dem Jahr 2015.

Für O'Donnell ist die Schlussfolgerung eindeutig: 'Nur ein Dummkopf könnte glauben, dass es im Jahr 2026 ein Durchbruch wäre, eine schriftliche Vereinbarung zu haben, die besagt, Iran werde niemals eine Atomwaffe besitzen.' Die Formulierung war bewusst provokant gewählt, um den Kontrast zwischen Trumps Rhetorik und der historischen Faktenlage zu schärfen.

Der Moderator fasste den Widerspruch so zusammen: Trump behaupte, sein Krieg gegen Iran habe das Land dazu gebracht, schriftlich zu versprechen, was Iran bereits ohne Krieg vor elf Jahren unterschrieben hatte.

Sprechpunkte aus dem Weißen Haus

Besonders brisant: MSNBC hatte interne Sprechpunkte erhalten, die das Weiße Haus an republikanische Kongressmitglieder verschickt hatte. O'Donnell las den ersten Punkt vor, den er als glatte Lüge bezeichnete: 'Iran wird niemals eine Atomwaffe besitzen. Präsident Trump hat diese Linie gezogen und durchgesetzt, als kein anderer Präsident dazu bereit war.'

O'Donnell kommentierte: 'Donald Trump nähert sich seinem sogenannten Deal mit Iran auf die einzige Art, die er kennt: indem er ununterbrochen darüber lügt.' Das Weiße Haus wolle, dass der Kongress diese Version der Geschichte übernimmt und weiterverbreitet.

Der Moderator sieht dahinter eine bewusste Strategie: Wer Obamas Abkommen von 2015 totschweigt oder verfälscht, kann Trumps Vereinbarung als einzigartigen Erfolg darstellen. Ohne diesen Vergleich funktioniere die Erzählung nicht.

Obama-Abkommen als blinder Fleck

Der Kern von O'Donnells Kritik richtet sich gegen das systematische Ausblenden des JCPOA. Das Abkommen von 2015 war das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen unter Obama und hatte Iran nachweislich daran gehindert, Atomwaffen zu entwickeln. Trump verließ es 2018 ohne multilateralen Ersatz.

O'Donnell formulierte es pointiert: Trump halte es für unmöglich, seinen sogenannten Deal zu verkaufen, ohne über Obamas umfassendes Abkommen zu lügen, das Iran elf Jahre lang erfolgreich von der Entwicklung von Atomwaffen abgehalten habe.

Für das Publikum von 'The Last Word' stellte der Moderator klar: Wer Trumps Behauptung glaube, Iran habe erst jetzt auf Atomwaffen verzichtet, werde von Trump für naiv gehalten. Das sei die eigentliche Botschaft hinter der Rhetorik.

Sendung und Einordnung

'The Last Word with Lawrence O'Donnell' läuft wochentags auf MSNBC. Die Sendung gehört zu den Formaten, die politische Aussagen regelmäßig mit Primärquellen abgleichen. Die Analyse vom 16. Juni 2026 ist ein Beispiel dafür, wie O'Donnell historische Dokumente direkt in seine Moderation einbaut.

Das Segment zeigt auch, wie der Streit um das Iran-Abkommen nicht nur außenpolitisch, sondern auch medial geführt wird. Verschiedene Nachrichtensender setzen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Bewertung von Trumps Diplomatie.

Für deutsche Zuschauer, die das Format verfolgen möchten, ist MSNBC über internationale Streaming-Angebote zugänglich. Das Segment vom 16. Juni ist auf der Plattform abrufbar.

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Quelle: MSNBCZuletzt aktualisiert: 17.06.2026, 16:18 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
Action-SerienScience FictionFantasy-Serien

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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