The Testaments zeigt Gileads Elite: Bruce Miller erklärt den Blickwechsel
Mit „The Testaments“ bekommt „The Handmaid’s Tale: Der Report der Magd“ ein Sequel, das Gilead aus einer Perspektive zeigt, die die Originalserie bewusst ausspart. Statt der Unterdrückten am Rand rückt das Leben der Privilegierten in den Fokus, und bleibt trotzdem beklemmend. Serienmacher Bruce Miller erklärt, warum dieser Blickwechsel so wichtig ist.
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Vom Roman zur TV-Serie
Die Vorlage stammt von Margaret Atwood: Ihre Romanwelt wurde 2017 als TV-Serie adaptiert und machte Gilead für ein breites Publikum sichtbar. Im Zentrum stand June (Elisabeth Moss), gespielt von Elisabeth Moss, die in einer dystopischen Zukunft als Magd zur Geburt von Kindern gezwungen wird.
Junes Wunsch nach Freiheit und der Rückkehr zu ihrer Tochter prallt immer wieder auf die brutal durchgesetzten Regeln des fundamentalistischen Gottesstaats. Gerade weil die Zukunft der Frauen in Gilead unsicher bleibt, wirkt jede erkämpfte Hoffnung in der Serie zerbrechlich.
Genau an diesem Punkt setzt das Nachfolgeprojekt an: mit einem Schauplatzwechsel, der das System von oben beleuchtet.
Miller über Gileads Oberschicht
Nach der Weltpremiere von „The Testaments“ beim französischen Fest Series Mania sprach Bruce Miller mit Variety darüber, wie das Sequel die Ereignisse von „The Handmaid’s Tale“ aufgreift und zugleich eine „ganz neue und furchteinflößende Seite“ von Gilead zeigt. Damit folgt die Serie auf Elisabeth Moss’ verstörende Darstellung des Lebens als Magd: ohne deren Blick zu kopieren.
Miller fasste den Perspektivwechsel so zusammen: „Es war sehr aufregend, diese andere Seite von Gilead zu sehen, mit all diesen privilegierten Menschen. ‘The Handmaid’s Tale’ handelte von denen ganz unten in der sozialen Struktur. Hier sind die Frauen, die absolut ganz oben sind. Und es ist immer noch irgendwie unerquicklich.“
Das Sequel macht damit klar: Auch privilegierte Rollen schützen nicht vor ideologischer Kontrolle: nur die Form der Kontrolle verändert sich.
Aunt Lydia im Zentrum
Eine Schlüsselrolle übernimmt erneut Aunt Lydia, gespielt von Ann Dowd. Das Sequel verlagert den Fokus auf ihr Umfeld: eine Elite-Vorbereitungsschule, in der zukünftige Ehefrauen und die Töchter der Commanders auf ihre „Zuteilung“ vorbereitet werden: faktisch auf ihre Ehemänner.
Dowd beschrieb bei der Premiere, Lydia komme am Ende von „The Handmaid’s Tale“ aus einem „sehr zerschmetterten“ Zustand. „Wie Bruce sagte, es ist eine völlig andere Welt. Und Lydia ist ein anderer Mensch. Sie wurde auf die Knie gezwungen, buchstäblich, in tiefer und grundlegender Reue.“
Diese innere Zäsur ist entscheidend für den Ton von „The Testaments“: denn sie öffnet Raum für Konsequenzen, nicht nur für Wiederholung.
Schule, Töchter und Agnes
In der neuen Perspektive stehen junge Figuren im Vordergrund, die Gilead als Normalität beigebracht bekommen sollen. Dazu gehört Agnes, die als Teil dieser Generation mit einem System aufwächst, das viele Kinder von ihren leiblichen Eltern getrennt hat.
Zum Hauptcast von „The Testaments“ zählen Ann Dowd, Chase Infiniti und Lucy Halliday. Zusätzlich ist Rowan Blanchard als weiterer Neuzugang Teil der Besetzung und erweitert den Blick auf das Leben innerhalb der streng kuratierten Elitestrukturen.
So verschiebt sich der Konflikt von der Flucht aus Gilead hin zur Frage, wie Gilead seine Zukunft formt, und welche Risse dabei entstehen.
Farben als Machtinstrument
Wie schon in „The Handmaid’s Tale“ ist Farbcode ein zentrales Erzählinstrument: Er markiert Rollen, Rang und Autorität. Rot war untrennbar mit June und den Mägden verbunden: ein visuelles Symbol für Zwang und Ausbeutung.
„The Testaments“ führt neue Gruppen ein, darunter die Pear Girls: Sie tragen Weiß, während andere Schülerinnen in Rosa- und Violetttönen auftreten. Damit wird die soziale Ordnung nicht nur erzählt, sondern permanent im Bild verankert.
Der Starttermin steht ebenfalls fest: „The Testaments“ ist ab dem 8. April bei Hulu verfügbar.
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Wo wird „The Handmaid’s Tale“ gedreht?
The Handmaid's Tale ist eine dystopische Geschichte die auf dem klassischen Roman von Margaret Atwood basiert. Die fiktive Republik Gilead ist eine patriarchalische Gesellschaft, die in Neuengland um die frühen 2000er Jahre herum existiert.
Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
Alle Artikel von AnnaAnna hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.