The Office-Produzent Ash Atalla tritt NFTS-Vorstand bei
Welchen Einfluss hat Ash Atalla künftig auf Großbritanniens Nachwuchstalente? Der The Office-Produzent tritt dem Vorstand der NFTS bei, wo ab Januar 2027 auch ein neues Gebäude öffnet. Ob sein Gespür für Ausnahmetalente die Schule nachhaltig verändert, bleibt abzuwarten.
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Ein Karriereweg voller Auszeichnungen
Ash Atalla gehört zu den bekanntesten Produzenten Großbritanniens. Mit Emmys, BAFTAs und einem Golden Globe in seiner Vita hat er sich als eine der prägenden Figuren der britischen Fernsehlandschaft etabliert.
Seinen Durchbruch erlebte er 2001, als er die Originalserie The Office produzierte. Die von Ricky Gervais und Stephen Merchant erdachte Mockumentary machte nicht nur Gervais selbst weltberühmt, sondern katapultierte auch Martin Freeman und Mackenzie Crook in die erste Reihe des britischen Showbusiness.
Nach diesem Erfolg wechselte Atalla zu Talkback Thames, wo er als Leiter der Comedysparte weitere Talente entdeckte und förderte. Sein Gespür für originelle Stimmen zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Karriere.
Roughcut TV expandiert ins Drama
Atallass Produktionsfirma Roughcut TV ist seit Jahren eine feste Größe in der britischen Comedylandschaft. Zu den bekanntesten Projekten zählen Serien, an denen Schauspieler wie Jamie Demetriou, Jack Rooke und Chris O'Dowd beteiligt waren.
Zuletzt hat Roughcut den Schritt ins Dramatische gewagt. Mit Little Disasters für Paramount+, Coma für Channel 5 sowie Wrong Move für Channel 4 zeigt Atalla, dass sein Talent weit über die Komödie hinausreicht. Wrong Move befindet sich aktuell in der Produktionsvorbereitung.
Katherine Parkinson, die ebenfalls aus dem Roughcut-Umfeld bekannt ist, steht exemplarisch für Atallass Fähigkeit, Schauspielerinnen und Schauspieler in ihren besten Rollen zu zeigen. Sophie Turner Laing, eine weitere prominente Persönlichkeit der britischen Medienbranche, hat Atallass Arbeit stets als wegweisend beschrieben.
Die NFTS und ihr neuer Vorstand
Die National Film and Television School in Beaconsfield zählt zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für Film- und Fernsehschaffende weltweit. Mit Ash Atalla gewinnt der Vorstand ein Mitglied, dessen Praxiserfahrung und Netzwerk der Schule unmittelbar zugutekommen.
Atalla ist nicht das einzige gewichtige neue Gesicht im Leitungsgremium. Auch Charlotte Moore, heute Chefin von Left Bank Pictures und Vizepräsidentin für internationale Produktion bei Sony Pictures Television, gehört dem Vorstand an. Weitere Mitglieder sind Julian Bellamy als Geschäftsführer von ITV Studios sowie Cécile Frot-Coutaz, Chefin von Sky Studios und Leiterin der Inhalte bei Sky.
Ergänzt wird das Gremium durch Andrew Macdonald, Mitgründer von DNA Films, und Farhana Bhula, Direktorin von Film4. Die Zusammensetzung spiegelt die gesamte Breite der britischen Film- und Fernsehbranche wider.
Neues Gebäude öffnet 2027
Parallel zur Vorstandserweiterung hat die NFTS den Ausbau ihres Campus in Beaconsfield angekündigt. Das neue Cubby Broccoli Building soll im Januar 2027 eröffnet werden und der Schule deutlich mehr Kapazitäten verschaffen.
Das Gebäude trägt den Namen des legendären James-Bond-Produzenten Albert 'Cubby' Broccoli und steht damit sinnbildlich für die enge Verbindung zwischen der NFTS und der Geschichte des britischen Films. Mit dem Neubau will die Schule noch mehr Nachwuchstalente aufnehmen und fördern können.
Für Ash Atalla dürfte die Erweiterung besonders bedeutsam sein: Als jemand, der seine Karriere dem Entdecken und Aufbauen neuer Talente gewidmet hat, trifft er an der NFTS auf eine Institution mit denselben Grundwerten.
Atallass Mission: Talente fördern
Was Ash Atalla von vielen anderen Produzenten unterscheidet, ist sein konsequentes Engagement für unbekannte Stimmen. Ob Ricky Gervais und Stephen Merchant mit The Office oder jüngere Kreative wie Jack Rooke: Atalla hat ein nachgewiesenes Gespür dafür, wer das Potenzial hat, das britische Fernsehen zu prägen.
Genau diese Qualität macht ihn zum idealen Vorstandsmitglied der NFTS. Die Schule versteht sich als Sprungbrett für außergewöhnliche neue Kreative, und Atallass Erfahrung als Entdecker und Förderer fügt sich nahtlos in diesen Auftrag ein.
Mit seinem Wechsel in den Vorstand schließt sich für Atalla gewissermaßen ein Kreis: Der Mann, der einst selbst dafür sorgte, dass unbekannte Talente eine Bühne bekamen, wird nun institutionell dafür mitverantwortlich sein, dass die nächste Generation dieselbe Chance erhält.
Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
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