Taylor-Joy flieht betäubt aus dem Caesars Palace: So debütiert Lucky

Anya Taylor-Joy betäubt, verlassen und auf dem Hotelbildschirm als Verdächtige: das trifft. Ihr Ehemann Cary hat sie mit dem gesamten Mob-Geld sitzen lassen, während das FBI bereits das Hotel umstellt. Lucky kämpft von der ersten Minute an auf verlorenem Terrain.
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Ein Raub, der sofort schiefläuft
Lucky und ihr Ehemann Cary, gespielt von Drew Starkey, haben gemeinsam rund neun Millionen Euro aus einem Mob-Netzwerk gestohlen. Das Geld stammt aus einem kriminellen Geflecht, das die FBI-Agentin Billie Rand, verkörpert von Aunjanue Ellis-Taylor, seit zwei Jahren verfolgt. Als Lucky in ihrem Hotelzimmer im Caesars Palace aufwacht, ist Cary verschwunden, das Geld weg und ihr Champagner war mit einem Betäubungsmittel versetzt.
Draußen wartet bereits ein Aufgebot an Ermittlern. Rand und ihr Team haben das Paar im Visier, nachdem die Nachrichtensender das Duo als Verdächtige im Zusammenhang mit dem Mob-Geld identifiziert haben. Lucky sieht sich selbst auf dem Bildschirm einer Hotelbar und weiß: Sie hat genau Sekunden, um zu reagieren.
Was folgt, ist eine Fluchtsequenz durch das Spielcasino, die zeigt, dass Lucky keine Anfängerin ist. Sie wechselt Kleidung, schnappt sich eine Mitarbeiter-ID-Karte, erfindet eine Geschichte über einen trunksüchtigen Freund und schafft es, auf der Laderampe in ein fremdes Fahrzeug zu steigen, kurz bevor Rand die Tür aufbekommt.
Haarschnitt und ein Anruf aus dem Gefängnis
Nach dem Entkommen lässt Lucky sich vor einem Billigladen absetzen. Ein Telefonanschluss, den sie anwählt, ist tot. Also tut sie das Naheliegende: Sie schneidet sich die Haare ab und färbt sie blond. Kurz darauf meldet sich ihr Vater John, gespielt von Timothy Olyphant, per Anruf.
Das Gespräch wirkt harmlos, ist es aber nicht. Lucky teilt ihm mit, sie reise 'leicht', was als abgesprochenes Signal dient: Das Geld ist weg. John versucht, ihr Mut zu machen. 'Wir verlieren nicht', sagt er ihr. Der Haken: Er sitzt selbst im Gefängnis, was Lucky trocken kommentiert.
Die kurze Szene legt das Fundament für eine komplizierte Vater-Tochter-Dynamik, die offenbar tief in Luckys krimineller Vergangenheit verwurzelt ist. Olyphant nutzt die wenigen Minuten, um eine Figur zu skizzieren, die gleichzeitig Mentor und Belastung ist.
Annette Bening als eiskalte Mob-Chefin
Als Lucky während einer Pause an einem Rastplatz zwischen Sattelschleppern Deckung sucht, findet ein FBI-Agent sie. Die Verfolgungsjagd führt über und durch mehrere Lastwagen, Lucky stürzt vom Dach eines Trucks. Gerade als sie auf Knien vor einem Agenten mit gezogener Waffe kniet, rammt ein SUV den Mann.
Dahinter steckt Dutch, der Handlanger einer Frau namens Priscilla. Und Priscilla ist kein kleiner Name: Annette Bening spielt die Mob-Matriarchin, die sofort und ohne Umschweife nach ihrem Geld fragt. Lucky bestreitet, es zu haben. Priscilla glaubt ihr nicht und droht sowohl Lucky als auch deren Vater.
Bening gibt der Figur in wenigen Minuten eine Schwere, die keine langen Erklärungen braucht. Priscilla ist Carys Mutter, was die Situation für Lucky noch vertrackter macht: Sie ist gleichzeitig Schwiegertochter, Verdächtige und potenzielle Geisel.
Flucht aus dem brennenden Kofferraum
Dutch und ein weiterer Mann fesseln Luckys Handgelenke mit Kabelbindern und sperren sie in den Kofferraum eines Wagens. Der Befehl lautet: Sie soll ins Haus gebracht werden. Lucky denkt nicht daran, sich zu fügen. Mit einem Feuerzeug schmilzt sie die Plastikfesseln durch.
Im Kofferraum findet sie einen Flachkopfschraubenzieher. Sie schleicht sich in den Fahrzeuginnenraum, zündet eine Leuchtfackel und wirft sie auf den Fahrersitz. Das Auto schleudert, Lucky weicht Schüssen aus, bis das Fahrzeug sich überschlägt. Der überlebende Beifahrer wirft sie zu Boden und würgt sie.
Lucky tötet ihn mit dem Schraubenzieher. Sie sackt zusammen, wird durch eine Erinnerung an die Stimme ihres Vaters wieder wach, nimmt dem Toten sein Bargeld, schleppt den Körper in das brennende Wrack und läuft in die Wüste. Die letzte Einstellung zeigt sie von hinten, das Feuer hinter ihr, kein Plan vor ihr.
Starkes Ensemble, offene Fragen
Der Serienauftakt von Lucky setzt auf Tempo statt Exposition. Anya Taylor-Joy trägt die Episode nahezu allein, wechselt innerhalb einer Stunde zwischen Panik, Kalkül und körperlicher Erschöpfung. Drew Starkey bleibt als Cary vorerst eine Leerstelle, was dramaturgisch funktioniert: Er ist das Rätsel, das die Serie antreibt.
Aunjanue Ellis-Taylor gibt der Agentin Rand eine ruhige Beharrlichkeit, die als Gegenpol zu Luckys Hektik wirkt. Und Annette Bening braucht keine zehn Minuten, um klarzumachen, dass Priscilla die eigentliche Bedrohung der Serie sein wird, nicht das FBI.
Ein Starttermin für Deutschland steht noch aus. Lucky läuft bei Apple TV+ und dürfte über Apple TV+ auch hierzulande verfügbar sein, sobald ein Termin feststeht. Wer Kriminalserien mit starken Frauenfiguren und handgemachter Action schätzt, sollte die Entwicklung im Blick behalten.
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Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
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