Doctor Who Staffel 16 wird per Ausschreibungsverfahren vergeben

·14.07.2026, 14:00 Uhr·3 Min
Doctor Who Staffel 16 wird per Ausschreibungsverfahren vergeben
Bild: BBC One · TMDB

Doctor Who verliert seinen festen Produzenten und wird neu ausgeschrieben. Die BBC startet ein Wettbewerbsverfahren, bei dem Produktionsfirmen um Staffel 16 pitchen. Frühestens 2028 kehrt die Serie zurück, möglicherweise erst nach einer fünfjährigen Pause.

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Brittin verspricht kreative Erneuerung

BBC-Generaldirektor Matt Brittin hat sich klar hinter die Zukunft von Doctor Who gestellt. Anlass war die Veröffentlichung des BBC-Jahresberichts, bei dem Brittin die aktuelle Umbruchphase nicht als Rückschlag, sondern als Chance bezeichnete.

Brittin erklärte: 'Das ist eine Serie, die sich in ihrer über 60-jährigen Geschichte mehrfach neu erfunden hat, und das werden wir wieder tun.' Er ergänzte, die 100-jährige Geschichte der BBC zeige, dass man geliebte Serien kreativ erneuern könne, und man werde intensiv daran arbeiten.

Brittin war erst zu Beginn des Jahres zur BBC gestoßen und hatte bereits vor seinem Amtsantritt öffentlich seine Zuneigung zu Doctor Who bekundet. Sein Optimismus steht damit im direkten Kontrast zu den nüchternen Zahlen, die die Serie zuletzt schrieb.

Ausschreibung für Staffel 16 läuft

Die BBC hat angekündigt, Staffel 16 über ein offenes Ausschreibungsverfahren zu vergeben. Produktionsfirmen sollen ihre Konzepte in einem wettbewerbsähnlichen Prozess einreichen, vergleichbar mit einem kreativen Pitch-Wettbewerb.

Einen konkreten Zeitplan für die Marktausschreibung hat die BBC bislang nicht genannt. Vergleichbare Verfahren, etwa bei der Krankenhausserie Casualty, haben in der Vergangenheit bis zu sechs Monate in Anspruch genommen.

Branchenkenner gehen davon aus, dass Doctor Who frühestens 2028 zurückkehren wird. Selbst dieses Datum gilt als optimistisches Szenario. Ein Produzent sagte, die Serie könnte bis zu fünf Jahre pausieren, und diese Auszeit täte ihr gut.

Davies-Ära endet mit Einschaltquoten-Tief

Der Abgang von Showrunner Russell T Davies markiert das Ende einer Ära, die kreativ umstritten war. Unter seiner Führung sanken die Einschaltquoten spürbar. Kritiker werfen Davies vor, Themen rund um Diversität und Inklusion mit zu wenig Fingerspitzengefühl angegangen zu sein.

Hauptdarsteller Ncuti Gatwa, der die Rolle des Doktors zuletzt verkörperte, soll laut Insidern nie vollständig in die Figur hineingefunden haben. Das Weihnachtsspecial, das ursprünglich als Abschluss seiner Ära geplant war, wurde gestrichen.

Gleichzeitig zieht sich auch Disney+ als Co-Produzent zurück. Die Produktionsfirma Bad Wolf verlässt das Projekt ebenfalls. Damit endet eine Konstellation, die Doctor Who international sichtbarer machen sollte, aber intern offenbar nicht funktionierte.

Was die Pause für Fans bedeutet

Für das Publikum bedeutet der Neustart-Prozess eine ungewisse Wartezeit. Wann Staffel 16 tatsächlich erscheint, ist offen. In Deutschland war Doctor Who zuletzt über Disney+ abrufbar; wie sich das nach dem Ausstieg von Disney+ als Koproduzent ändert, ist noch nicht geklärt.

Die Ausschreibung könnte neue Produktionsfirmen ins Spiel bringen und damit auch neue kreative Richtungen. Ob die Serie dann wieder bei Disney+ landet oder über einen anderen Anbieter in den DACH-Raum kommt, hängt von den Verhandlungsergebnissen ab.

Branchenintern herrscht die Einschätzung vor, dass Doctor Who eine Atempause braucht. Die Marke selbst gilt als stark genug, um eine längere Pause zu überstehen, wie die 16-jährige Unterbrechung zwischen 1989 und 2005 gezeigt hat.

BBC setzt auf historische Stärke

Brittin betonte die institutionelle Erfahrung der BBC im Umgang mit Formatwandel. In 100 Jahren Sendegeschichte habe man gelernt, Formate zu adaptieren und neu zu erfinden, ohne ihr Fundament zu zerstören.

Doctor Who ist dabei ein Sonderfall: Die Serie feierte 2023 ihr 60-jähriges Jubiläum und gilt als kulturelles Erbe Großbritanniens. Genau diese Strahlkraft soll laut Brittin die Grundlage für die nächste Iteration bilden.

Wie die neue Ära aussehen wird, ist vollkommen offen. Fest steht nur, dass die BBC das Ruder selbst in die Hand nehmen will, ohne die Abhängigkeit von einem einzigen Showrunner oder einem externen Co-Produzenten wie Disney+.

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Quelle: BBC OneZuletzt aktualisiert: 14.07.2026, 14:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
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Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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