Staffel 4 von House of the Dragon: Was die vielen Tode des Finales bedeuten

Helaenas Tod verändert alles für Rhaenyra in Staffel 4. Das Finale von House of the Dragon auf HBO endet mit dem Selbstmord von Phia Sabans Figur in King's Landing. Rhaenyra, gespielt von Emma D'Arcy, steht nun als Schuldige vor einem zerrissenen Volk.
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Helaenas Tod erschüttert King's Landing
Das Staffelfinale von House of the Dragon endet mit einem der schwersten Schläge der gesamten Serie: Helaena Targaryen, gespielt von Phia Saban, springt in King's Landing in den Tod. Die Szene geschieht außerhalb des Bildschirms, trifft aber mit voller Wucht. Rhaenyra erfährt davon erst, nachdem sie durch die Straßen der Stadt gezogen ist und sich selbst als Erfüllerin einer alten Prophezeiung ausgerufen hat.
Kurz vor ihrem Tod hatte Helaena einen Wandteppich fertiggestellt, der ein düsteres, feuriges Ende für Rhaenyra voraussagt. Dieser Fund wartet auf Rhaenyra bei ihrer Rückkehr in den Roten Bergfried. Nun muss sie damit rechnen, dass das Volk und Alicent, ihre einst engste Freundin, sie für Helaenas Tod verantwortlich machen werden.
James Norton, der in dieser Staffel Ormund Hightower spielte, verlor seinen Charakter ebenfalls im Finale: Ormund verbrennt, als der verräterische Ulf mit seinem Drachen Silverwing die Seiten wechselt und ihn in die Flammen treibt.
Rhaenyra und Daenerys: Parallelen zur Mutter der Drachen
Der Verfall Rhaenyras ruft unweigerlich Erinnerungen an Daenerys Targaryen wach, die Emilia Clarke in der Originalserie Game of Thrones spielte und die im Jahr 2019 im Serienfinale zur Zerstörerin Königsmuths wurde. Ryan Condal begrüßt diesen Vergleich ausdrücklich: 'Ich finde es wunderbar, wenn Menschen Parallelen zwischen dieser und der Originalserie ziehen. Es wird Spiegelungen und Echos geben, die entweder beabsichtigt oder unbewusst sind.'
Condal betont jedoch einen entscheidenden Unterschied: Daenerys erreichte den Eisernen Thron erst ganz am Ende, nachdem sie die Stadt bereits zerstört hatte. Rhaenyra hingegen sitzt auf dem Thron und erlebt, wie er sie von innen heraus verändert. Der Thron formt sie, korrumpiert sie, während sie noch versucht, ihn zu halten.
Für Condal verweisen beide Geschichten auf ein zentrales Thema des gesamten 'Lied von Eis und Feuer'-Universums: 'Stolz und Macht, und wie Macht korrumpiert. Sie kann gute Menschen in korrumpierte Menschen verwandeln, korrumpierte Menschen in echte Schurken, und andere, wie Viserys, einfach zerstören.'
Emma D'Arcy über Rhaenyras Wandel
Emma D'Arcy, die Rhaenyra seit Staffel 2 verkörpert, wollte den Verfall ihrer Figur nachvollziehbar gestalten. 'Ich wollte unbedingt sicherstellen, dass diese Reise lesbar ist', sagt D'Arcy. Der Schlüssel war für sie nicht, Rhaenyra als Autokratin zu denken, sondern zu verstehen, wie Empathie unter dem Druck von Verlusten und Verantwortung zerbricht.
D'Arcy sieht in Rhaenyras Geschichte auch eine zeitgemäße Dimension: Wer verstehen wolle, wie demokratische Strukturen unter Druck geraten, müsse das Verhalten von Herrschern begreifen, die sich schrittweise von ihrem Volk entfernen. Diese Perspektive habe die Darstellung der Figur grundlegend geprägt.
Matt Smith als Daemon Targaryen überlebt das Finale, ebenso wie Corlys Velaryon und Hugh Hammer. Der Verräter Ulf wird am Ende von Daemon auf Caraxes und Hugh auf Vermithor gejagt. Gwayne Hightower, gespielt von Freddie Fox, steht am Ende des Gemetzels kaum noch aufrecht, während das Schicksal von Daeron und seinem Drachen Tessarion offen bleibt.
Die Prophezeiung und der Bruch mit dem Buch
Rhaenyra tritt in dieser Staffel vor ihr Volk und enthüllt die Prophezeiung, die ihr Vater Viserys ihr anvertraut hatte: Aegon der Eroberer soll eine Vision gehabt haben, in der die Targaryens und ihre Drachen die einzigen sind, die die Weißen Wanderer aufhalten können. Rhaenyra erklärt sich selbst zum 'verheißenen Prinzen' dieser Prophezeiung.
Diese Szene ist eine Erfindung der Serie und findet sich weder in George R.R. Martins 'Fire and Blood' noch in der Geschichtsschreibung der Romanwelt. Condal begründet die Entscheidung damit, dass die Quellen zwar von Rhaenyras zunehmender Tyrannei berichten, aber keine genaue Erklärung liefern. 'Meine flapsige Erklärung lautet: Targaryens sagen ständig verrückte Dinge', so Condal.
Für die Handlung war der Moment strategisch entscheidend. Condal wollte 'eine echte tektonische Verschiebung in Rhaenyras Verhältnis zu ihrem Volk' schaffen, bevor die finale Staffel beginnt. Rhaenyra steht vor einer Kirche einer anderen Religion, proklamiert sich als Auserwählte und ordnet kurz zuvor die Hinrichtung des Hohen Septons an. Das Volk schaut in Schock und Angst.
Staffel 4 verspricht neue Drachen und Orte
Die Arbeit an der finalen Staffel hat bereits begonnen. Das Autorenteam hat die übergeordnete Handlungsstruktur entwickelt, und Condal hat einen ersten Entwurf des Auftaktepisode bei HBO eingereicht. Ein konkretes Startdatum steht noch aus.
Condal nahm sich während der Ausstrahlung von Staffel 3 bewusst eine Auszeit: 'Ich musste Abstand gewinnen. Aber wir haben eine unglaubliche Staffel vor uns. So verrückt und groß Staffel 3 war, ich glaube, Staffel 4 wird noch größer.' Neue Charaktere, bisher ungesehene Drachen und neue Schauplätze sollen die finale Staffel zu einem würdigen Abschluss machen.
Condal betont, wie selten es im Fernsehgeschäft ist, das Ende einer Serie selbst kontrollieren zu können: 'Es ist ein großes Privileg, eine Geschichte erzählen zu dürfen und das Ende selbst schreiben zu können. Das ist keine Selbstverständlichkeit.' House of the Dragon ist bei WOW in Deutschland abrufbar.
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Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
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