Helaenas Abschied in House of the Dragon Staffel 3 trägt ein dramaturgisches Erbe

·10.08.2026, 05:03 Uhr·4 Min
Helaenas Abschied in House of the Dragon Staffel 3 trägt ein dramaturgisches Erbe
Bild: HBO · TMDB

Helaenas Tod verändert House of the Dragon unwiderruflich. Im Staffelfinale der dritten Staffel stürzt sich Phia Saban als Helaena Targaryen aus dem Roten Bergfried. Darstellerin Emma D'Arcy sieht darin den Moment, der Rhaenyra jeden Ausweg versperrt.

Artikel-Inhalt

Ein Sturz, der alles verändert

Im Staffelfinale der dritten Staffel endet Helenas Weg auf erschütternde Weise. Nachdem die abgesetzte Mysaria, gespielt von Sonoya Mizuno, Helaena vor Rhaenyra warnt, zieht die Königin ihre eigenen Schlüsse. Sie spricht Rhaenyra, dargestellt von Emma D'Arcy, harte Wahrheiten ins Gesicht und stürzt sich schließlich aus einem offenen Fenster des Roten Bergfrieds. Auf Spitzen aufgespießt, liegt sie am Ende des Finales auf dem Boden.

Das Bild erinnert bewusst an den Tod von König Tommen in 'Game of Thrones', der an derselben Stelle in den Tod fiel. Der Sturz ist kein Zufall, sondern ein dramaturgisch gesetztes Echo, das den Kreis der Targaryen-Tragödien schließt.

Emma D'Arcy ordnete Helenas Bedeutung für die Serie in einem Pressegespräch vor der Ausstrahlung des Finales klar ein: Helaena sei so etwas wie das moralische Herzstück der Serie, die einzige Figur in Machtnähe, die dabei unbefleckt geblieben sei. Ihr Tod, so D'Arcy, verdamme Rhaenyra endgültig zu dem Weg, den sie eingeschlagen hat.

Saban wusste es von Anfang an

Phia Saban hatte keine Chance, dem Schicksal ihrer Figur zu entkommen. Als sie die Rolle bekam, recherchierte sie sofort in Wikis und auf Fan-Seiten. Das Ende Helenas war dort längst dokumentiert. Zusätzlich machten ihr Bekannte aus dem Umfeld der Serie immer wieder darauf aufmerksam, was auf sie zukommen würde.

Trotz dieser Gewissheit blieb Saban die Freude am Spiel erhalten. Gegenüber dem Hollywood Reporter sagte sie: 'Ich bin einfach froh, dass ich drei Staffeln überlebt habe.' Eine Aussage, die halb scherzhaft klingt, aber echte Erleichterung transportiert.

Fünf Jahre lang hat Saban die Figur aufgebaut, verfeinert und mit eigenen Interpretationen gefüllt. Diese Kontinuität macht den Abschied schwerer, aber auch bedeutsamer.

Sterben vor der Kamera als Highlight

Was für viele Schauspieler eine belastende Erfahrung wäre, empfand Saban als echten Glücksmoment. 'Ich durfte im Fernsehen sterben', sagte sie, und das klang alles andere als ironisch. Die aufwendige Prothesen-Arbeit für die Todesszene begeisterte sie besonders. Stundenlang saß sie, während das Team ihr einen künstlichen Hals mit Spike formte und lebensecht bemalte.

Der letzte Drehtag folgte einer Logik, die Saban zufolge auch Fabien Frankel erlebt hatte: Das letzte, was gedreht wurde, war die Todesszene. Auf einem Soundstage, umgeben von Spitzen, wartete das gesamte Team. Showrunner Ryan Condal sprach einige Abschiedsworte.

Die Endgültigkeit des Moments ließ sich in der Situation kaum greifen, wie Saban zugab. Erst wenn die fertige Episode läuft, werde sie wirklich ankommen, dass diese Figur nun Geschichte ist.

Gruel-Meetings und Jeanne d'Arc

Die Vorbereitungen auf Helenas letzte Szenen waren detailreich. Für die Zwangsernährungs-Szene fanden über mehrere Wochen sogenannte 'Gruel-Meetings' statt: Saban probierte verschiedene Breisorten, um diejenige auszuwählen, die ihr eingeflößt werden sollte. Die Wahl fiel auf ein Dal mit niedrigem Gewürzgehalt.

Die finale Konfrontation mit Rhaenyra entstand aus einem längeren Gespräch zwischen Saban und den ausführenden Produzentinnen Ryan Condal und Sara Hess. Dabei diente Jeanne d'Arc als Referenzpunkt. Die Idee dahinter: Es gibt mehr im Leben als bloßes Überleben. Helaena, die zu lange gehalten und zum Schweigen gebracht wurde, sagt Rhaenyra Dinge, die sie nie zuvor aussprechen durfte.

Eine weitere, fast unsichtbare Geste aus dem Finale: In der Hofszene, in der Helaena beobachtet, wie Vögel in Käfigen weggetragen werden, hielt Saban eine tote Raupe in der Hand. Die Kamera hat das Detail möglicherweise nicht eingefangen, aber für die Darstellerin war es der Schlüssel zur Szene. Helenas Trauer um ihre Freiheit und ihre Verbindung zur Natur verdichteten sich in diesem einen stillen Bild.

Was Helenas Tod für die Serie bedeutet

Mit Helaena verliert 'House of the Dragon' die Figur, die als einzige moralische Orientierung bot. Emma D'Arcy beschrieb es so: Nach diesem Tod gebe es für Rhaenyra keinen Weg zurück. Die Entscheidungen, die sie getroffen hat, sind nun unwiderruflich besiegelt.

Phia Saban selbst näherte sich dem Ende ihrer Figur mit einer Mischung aus Trauer und Stolz. Objektiv betrachtet sei die Geschichte traurig, sagte sie. Aber sie versuchte auch, Hoffnung darin zu finden: Helaena habe sich in vielerlei Hinsicht bereits innerlich als tot empfunden, bevor der physische Tod eintrat.

Ob und wie die vierte Staffel ohne Helaena erzählt wird, bleibt offen. Klar ist: Die Figur hat in drei Staffeln einen Abdruck hinterlassen, der über ihren Tod hinausreicht. Staffel drei von 'House of the Dragon' ist vollständig bei WOW und Sky Go abrufbar.

Mehr zu „House of the Dragon"

Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 10.08.2026, 05:03 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
Autor
Clara Hoffmann
Drama-SerienPeriod DramasStreaming-Analyse

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

Alle Artikel von Clara

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.