Staffel 2 von Heated Rivalry nimmt konkrete Formen an

Zwei Kanada-Produktionen zwingen Hollywood gerade in die Knie. Levy stellte bei den Critics Choice Awards öffentlich fest, dass Heated Rivalry und Schitt's Creek das Publikum mobilisieren, obwohl US-Studios nie an sie glaubten. Dass ein Serien-Schöpfer die Branche so direkt konfrontiert, ist selten.
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Levy zieht klare Parallelen zu Schitt's Creek
Bei der Preisverleihung der Critics Choice Association, die ihre dritten jährlichen LGBTQ+-Feierlichkeiten in Los Angeles abhielt, sprach Dan Levy über ein strukturelles Problem in Hollywood. Wer die Branche führt, denke oft, er wisse, was das Publikum will, bis eine Serie wie Schitt's Creek oder Heated Rivalry auftauche und eine überwältigende Nachfrage entfache.
Levy formulierte es direkt: 'Das sind zwei Serien, die nur existieren, weil Kanada zuerst ihren Wert erkannt hat. Zwei Serien, bei denen die Menschen nach mehr Serien wie ihnen verlangen. Aber die Wahrheit ist: Wir brauchen keine weiteren Serien wie sie. Wir brauchen mehr Geld, das in queere Stimmen investiert wird, denn wir machen euch Geld.'
Levy, der derzeit mit seiner neuen Serie Big Mistakes auf Auszeichnungs-Kampagne ist, nutzte die Bühne nicht für Eigenwerbung, sondern für eine grundsätzliche Kritik an der Risikoscheu großer Produktionsstudios gegenüber queeren Projekten.
Staffel 2 von Heated Rivalry in Arbeit
Creator Jacob Tierney war bei der Veranstaltung nicht persönlich anwesend. Per Video richtete er sich an das Publikum mit einer klaren Botschaft: 'Ich arbeite sehr hart an Staffel 2, um sie so schnell wie möglich zu den Zuschauern zu bringen.'
Heated Rivalry, die auf den gleichnamigen Romanen von Rachel Reid basierende Serie, fand nach ihrer kanadischen Produktion ein internationales Publikum und ist in Deutschland über HBO Max abrufbar. Der Erfolg der ersten Staffel macht die Arbeit an einer Fortsetzung zur logischen Konsequenz, auch wenn ein konkreter Starttermin noch aussteht.
Levy schloss seine Rede mit einem Appell und einem Schmunzeln: Hollywood solle dahin kommen, 'wo die Chancen zu unseren Gunsten stehen, und Kanada nicht immer sagen muss: Ich hab's euch ja gesagt.' Sein Heimatland sei schließlich 'ein sehr bescheidenes Land, wir prahlen nicht gern, aber wir werden es tun, wenn wir müssen.'
Queere Verantwortung lastet auf Kreativen
Levy sprach auch über den Druck, der queeren Filmemachern und Showrunnern täglich aufgebürdet wird. Sein Wunsch: Projekte machen zu können 'ohne das zusätzliche Gewicht der Verantwortung, in dem Wissen, dass das, was wir machen, funktionieren muss, um eine Wirkung zu erzielen, damit mehr unserer Geschichten erzählt werden.'
Er formulierte eine Vision, in der queere Kreative einfach für die Unterhaltung schaffen dürfen, oder scheitern und eine zweite Chance erhalten. Dieser Gedanke steht im Widerspruch zur aktuellen Realität, in der jede queere Produktion als Beweis für die Wirtschaftlichkeit des gesamten Genres herhalten muss.
Die Gala ehrte neben Levy auch Hannah Einbinder, Noah Schnapp, Jane Lynch und Heated-Rivalry-Creator Jacob Tierney sowie weitere Persönlichkeiten wie The Boulet Brothers, Bre-Z, Brandon Scott Jones, Dearbhla Walsh, Gina Yashere, Karim Diané, Kerrice Brooks und Paula Pell.
Schnapp und Einbinder mit persönlichen Worten
Noah Schnapp, bekannt als Will Byers aus Stranger Things, sprach über die Wirkung seiner Rolle auf sein eigenes Leben. Nach einem Jahrzehnt in der Figur sei die letzte Staffel, in der Identität, Liebe, Einsamkeit und das Coming-out in den 1980er Jahren im Mittelpunkt standen, 'ein sehr persönlicher und bedeutsamer Meilenstein' für ihn geworden. 'Als ich mich mit 18 öffentlich geoutet habe, wusste ich nicht, wie sehr Wills Reise mich auf meine eigene vorbereitet hatte', sagte Schnapp.
Hannah Einbinder, die gerade in dieser Woche ihre Rolle als Ava Daniels mit dem Serienfinale von Hacks abgeschlossen hat, betonte die Bedeutung queerer Autorenschaft. Ihre Figur sei 'ein so geliebter Charakter' für sie, der beweise, dass Repräsentation wichtig sei, aber 'umso authentischer wird, wenn queere Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Geschichten zu verfassen'.
Poppy Liu, die Einbinders Auszeichnung überreichte, hob deren öffentliches Engagement für Palästina hervor. Sie lobte Einbinder dafür, ihr 'gesamtes Gewicht hinter ihre Fürsprache für Palästina geworfen zu haben, unbeeindruckt von dem Gegenwind, dem Doxxing und den Drohungen, und dabei sogar noch entschlossener geworden zu sein'.
Hollywood muss queere Stimmen finanzieren
Der übergreifende Tenor der Veranstaltung war eindeutig: Anerkennung allein reicht nicht. Levy brachte es auf den Punkt, indem er wirtschaftliche Argumente mit kulturellen verknüpfte. Queere Serien generieren Publikumsnachfrage und damit Einnahmen, trotzdem müssen sie sich ihren Platz im System immer wieder neu erkämpfen.
Dass sowohl Heated Rivalry als auch Schitt's Creek zunächst in Kanada produziert wurden, bevor sie internationale Aufmerksamkeit erlangten, ist für Levy kein Zufall, sondern ein strukturelles Symptom. Hollywood wartet ab, bis andere das Risiko eingehen, und erntet dann die Früchte.
Die Critics Choice Association setzte mit ihrer dritten LGBTQ+-Gala ein Zeichen, dass die Branche intern Anerkennung schaffen kann. Die eigentliche Frage, die Levy aufwarf, bleibt jedoch offen: Wann folgt auf Anerkennung auch konsequente finanzielle Investition in queere Geschichten von Anfang an?
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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