Connor Storrie sorgt auch abseits von Heated Rivalry für Aufruhr

Eine der gefragtesten Serien des Jahres, und trotzdem kein einziger Star vor der Kamera. Variety-Chef Ramin Setoodeh lud alle drei Hauptdarsteller von Heated Rivalry persönlich zu Actors on Actors ein, alle drei sagten ab. Hinter der Absage steckt eine Strategie, die zeigt, wie viel Druck hinter den Kulissen herrscht.
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Einladung abgelehnt: Drei Stars fehlen
Variety's Actors on Actors kehrt am 3. Juni mit einer neuen Staffel zurück. Variety-Chef Ramin Setoodeh, der das Format seit Jahren produziert, hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, welche Besetzungen nicht zustande kamen. Sein Fazit ist eindeutig: Die größte Lücke im diesjährigen Lineup hinterlässt Heated Rivalry.
Setoodeh lud alle drei Hauptdarsteller der Serie über schwule Eishockeyspieler persönlich ein: Connor Storrie, der die Figur Ilya Rozanov spielt, Hudson Williams als Shane Hollander sowie François Arnaud. Alle drei sagten ab. Nicht wegen mangelnden Interesses, sondern aus einem strategischen Grund, der nichts mit der Serie selbst zu tun hat.
Das Format lebt vom richtigen Paarungsprinzip: Zwei Schauspieler, die sich gegenseitig etwas zu sagen haben, treffen aufeinander. Storrie und Williams allein würden, wie Setoodeh schreibt, schon durch ihre bloße Anwesenheit auf Social Media für Aufruhr sorgen. Das Talent sei unbestreitbar vorhanden. Die Emmy-Regeln aber stehen im Weg.
Emmy-Regelung trifft kanadische Produktion
Heated Rivalry wurde von Bell Media für den kanadischen Streamingdienst Crave produziert und läuft in Deutschland bei HBO Max. Genau diese Produktionskonstellation wird zum Problem: Die Television Academy schreibt vor, dass eine Serie durch US-amerikanische Produktionsgelder mitfinanziert sein muss, um bei den Emmys berücksichtigt werden zu können.
Internationale Serien wie Adolescence oder Squid Game umgingen diese Regelung, indem sie vor ihrem Start US-Produzenten ins Boot holten. Heated Rivalry unternahm diesen Schritt nicht, als die Serie an HBO Max verkauft wurde. Die Produktion blieb vollständig in Kanada verankert, was die Serie formal von einer Emmy-Einreichung ausschloss.
Variety-Kollege Michael Schneider hat die Regel im Detail analysiert. Das Ergebnis: Eine bürokratische Voraussetzung entscheidet darüber, ob eine der meistgesehenen Serien des Jahres überhaupt im Rennen ist. Und die Antwort lautet derzeit: nein.
Warum die Stars nicht mitmachen wollten
Actors on Actors erscheint bei Variety traditionell zu Beginn der Emmy-Abstimmungsphase. Das Format ist damit nicht nur ein Gesprächsformat, sondern auch ein Instrument im Awards-Zyklus. Schauspieler wie Ryan Reynolds nahmen für die Deadpool-Filme teil, David Corenswet für Superman. Beide ohne unmittelbaren Emmy-Druck, aber mit klarem Promotionsziel.
Bei Storrie, Williams und Arnaud liegt die Situation anders. Eine Teilnahme an einem Format, das eng mit der Emmy-Kampagnensaison verknüpft ist, hätte für eine Serie, die kategorisch nicht nominiert werden kann, seltsam gewirkt. Setoodeh vermutet, die Stars wollten nicht den Eindruck erwecken, für eine Auszeichnung zu werben, die ihnen die Regeln von vornherein verwehren.
Kristin Villanueva, Star aus The Pitt, nahm an einem anderen Branchenevent teil und sprach dort über eigene Produzenten-Ambitionen. Solche Auftritte zeigen, wie wichtig die Awards-Saison für Sichtbarkeit und Karriereplanung ist. Für die Heated-Rivalry-Stars bleibt dieser Kanal in diesem Jahr verschlossen.
Eine Serie, die Kulturgeschichte schreibt
Setoodeh vergleicht die Hütte, in der sich Ilya Rozanov und Shane Hollander ihre Liebe gestehen, mit dem Central Perk aus Friends oder Carrie Bradshaws Apartment aus Sex and the City. Beide letztgenannten Serien gewannen später den Emmy als beste Comedy beziehungsweise beste Drama-Serie. Das Gewicht dieses Vergleichs ist bewusst gesetzt.
Heated Rivalry hat ein Publikum weit über seine Kernzielgruppe hinaus erreicht. Die romantische Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren und die sorgfältige Charakterentwicklung zogen auch Zuschauer an, die sich sonst nicht für Sportdramen interessieren. Der kulturelle Fußabdruck der Serie ist real, unabhängig von jeder Regelauslegung.
Dass die Emmys in diesem Jahr ohne jede Anerkennung dieser Serie über die Bühne gehen, hält Setoodeh für einen Fehler. Die Zeremonie wird von NBC ausgestrahlt. Für Modehäuser, die Storrie und Williams nach deren Auftritt bei der Met Gala gerne auf dem roten Teppich sehen würden, für Fans und für die Glaubwürdigkeit des Formats selbst: Die Abwesenheit von Heated Rivalry kostet alle Beteiligten etwas.
Alte Regeln, neue Streaming-Realität
Die Frage, die Setoodeh stellt, ist grundsätzlich: Warum sollte es eine Rolle spielen, wo eine Serie produziert wurde, wenn sie ein Massenpublikum in den USA und weltweit erreicht? Die Emmys verstehen sich als Würdigung des besten Fernsehens. Doch die Produktionslandschaft hat sich durch das Streaming-Zeitalter grundlegend verändert.
Wichtige neue Stimmen kommen heute aus Kanada, Südkorea, Großbritannien oder Spanien. Manche navigieren die US-Produktionsregel geschickt, andere nicht. Heated Rivalry fiel durch das Raster, nicht weil die Qualität fehlt, sondern weil kein US-Produzent rechtzeitig ins Impressum aufgenommen wurde.
Marcia Lucas, die Oscar-prämierte Editorin der Star-Wars-Saga, starb im Alter von 80 Jahren. Ihr Werk steht für eine Ära, in der Hollywood die globale Unterhaltungskultur definierte. Heute fließt diese Kultur in beide Richtungen. Die Emmy-Regeln, die noch aus dieser alten Ära stammen, haben die Realität noch nicht ganz eingeholt.
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Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
Alle Artikel von AnnaAnna hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.