Spider-Noir setzt sich durch: erste Live-Action-Serie im Spider-Man-Universum

Nicht Spider-Man, sondern sein Privatdetektiv-Pendant bekommt die erste Live-Action-Serie. Spider-Noir zeigt Ben Reilly im 1930er-Jahre-New York, gespielt von Nicolas Cage auf Prime Video. Dass das Universum ausgerechnet mit dieser Randfigur den Serienstart wagt, hätte kaum jemand erwartet.
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Robbie Robertson endlich im Mittelpunkt
Spider-Noir ist die erste Live-Action-Serie im Spider-Man-Universum überhaupt. Nicolas Cage spielt Ben Reilly, einen gealterten Privatdetektiv im New York der 1930er Jahre, der einst als Superheld namens 'The Spider' aktiv war. An seiner Seite steht Lamorne Morris als Robbie Robertson, ein Straßenreporter, der sich seinen Weg zurück in den Journalismus erkämpft.
Für Morris ist die Rolle mehr als ein Nebenauftritt. Er beschrieb es gegenüber ScreenRant als 'einen Segen', endlich einer Figur Tiefe geben zu können, die in früheren Adaptionen kaum über Cameo-Status hinauskam. Die Figur taucht in Sam Raimis Trilogie auf, gespielt vom 2022 verstorbenen Bill Nunn, bleibt dort aber auf die Rolle eines Redaktionsmitarbeiters beim Daily Bugle beschränkt, der vor allem mit J. Jonah Jameson, gespielt von J.K. Simmons, in Konflikt gerät.
Showrunner Oren Uziel und Steve Lightfoot sowie Regisseur Harry Bradbeer gaben Morris von Anfang an freie Hand bei der Charaktergestaltung. Morris zitierte ihre Ansage so: 'Hey, du weißt, dealer's choice. Was glaubst du, was du einbringen solltest? Wir überlassen das dir, und wir werden erkunden und experimentieren.' Diese Freiheit zeigt sich im Ergebnis deutlich.
Was frühere Versionen nie zeigten
In der animierten Spider-Man-Serie der 1990er Jahre bekam Robertson etwas mehr Screentime als in den Kinofilmen, vor allem durch seine Verbindung zur Figur Lonnie Lincoln, auch bekannt als Tombstone. Doch keine Adaption hat bisher das getan, was Spider-Noir wagt: Robertson weiß von Anfang an, dass Ben Reilly 'The Spider' ist.
In den Comics und in Raimis Filmen deutet Robertson an verschiedenen Stellen an, dass er Peter Parkers Identität als Spider-Man kennt. Im Comic-Band 'Civil War' sagt er Jameson sogar, er habe es schon länger gewusst. Doch direkte Gespräche über Superhelden-Aktivitäten gab es in keiner Verfilmung je zu sehen. Spider-Noir bricht dieses Muster.
Robertson ist in der Serie kein Chefredakteur, kein Büro-Stratege. Er recherchiert auf der Straße, versucht, seine Karriere zu retten, und steht dabei in direktem Kontakt mit einem Mann, dessen Doppelleben er kennt. Das schafft eine Dynamik, die die Figur in ihrer gesamten Adaptionsgeschichte noch nie hatte.
Morris zwischen Vorfreude und Nervosität
Lamorne Morris, der für seine Rolle in 'New Girl' einen Emmy gewann, sprach offen über seine gemischten Gefühle vor dem Serienstart. Er sei glücklich, aufgeregt, aber auch ein wenig nervös, 'besonders für die Robbie-Fans da draußen', wie er sagte.
Die Nervosität ist verständlich: Robertson hat eine treue, wenn auch kleine Fangemeinde, die genau weiß, was die Figur in den Comics bedeutet. Morris trägt die Verantwortung, eine Figur zu interpretieren, die jahrzehntelang unterbeschäftigt war. Dass das Kreativteam ihm dabei Spielraum ließ, macht das Ergebnis umso gespannter erwartet.
Morris betonte, er und das Team hätten die Möglichkeit genutzt, die Figur 'viel mehr zu erkunden und zu verfolgen'. Das sei 'ziemlich cool' gewesen. Für Fans, die Robertson bisher nur als Randfigur kannten, dürfte die Serie eine echte Überraschung bereithalten.
Staffel 2 und ein düsterer Ausblick
Spider-Noir endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick für Robertson und Ben Reilly. Doch Serienschöpfer Oren Uziel deutete gegenüber ScreenRant an, dass eine mögliche zweite Staffel zeitlich in eine besonders dunkle Phase der Geschichte springen könnte. Was das konkret bedeutet, ließ er offen.
Für Robertson würde ein solcher Zeitsprung bedeuten, dass sein Journalismus eine ganz andere Dimension bekommt. Ein Reporter im New York der späten 1930er oder frühen 1940er Jahre steht vor anderen Herausforderungen als ein Detektiv-Sidekick im Noir-Milieu. Die Figur hätte damit erneut Raum zu wachsen.
Ob und wann eine zweite Staffel offiziell bestellt wird, ist derzeit nicht bekannt. Die erste Staffel steht vollständig auf Prime Video zur Verfügung. Ein Startdatum für den deutschsprachigen Raum wurde bislang nicht kommuniziert.
Die Serie und ihr Universum
Spider-Noir ist die erste Live-Action-Serie, die im Spider-Man-Ecke des Marvel-Universums spielt. Nicolas Cage verkörpert Ben Reilly, einen gealterten Privatdetektiv, der im New York der 1930er Jahre mit seiner Vergangenheit als Superheld abrechnet. Brendan Gleeson spielt den skrupellosen Mob-Boss Silvermane, Jack Huston ist als Flint Marko zu sehen.
Die Serie kombiniert klassisches Noir-Setting mit Marvel-Mythologie und zieht dabei wenig bekannte Schurken aus dem Comicarchiv. Showrunner sind Oren Uziel und Steve Lightfoot, die Regie übernahm Harry Bradbeer. Das Ensemble und die ungewöhnliche Zeitepoche machen Spider-Noir zu einem der ungewöhnlichsten Marvel-Projekte seit Jahren.
Für den deutschsprachigen Markt gilt: Die Serie läuft auf Prime Video, ein offizielles Startdatum für Deutschland, Österreich und die Schweiz wurde noch nicht bekanntgegeben.
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Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
Alle Artikel von JuliaJulia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.