Seit 2019 bei Apple TV+, doch For All Mankind war selten so scharf wie jetzt
Ein Kolonieaufstand auf dem Mars verändert alles in Staffel 5. For All Mankind, seit 2019 bei Apple TV+ und inzwischen das langlebigste Sci-Fi-Format der Plattform, liefert seinen politisch komplexesten Handlungsbogen. Costa Ronin als Gouverneur Leonid Polivanov steht dabei im Zentrum eines Konflikts, der Fans in Atem hält.
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Aufstand auf dem Mars in Episode 6
Episode 6 der fünften Staffel mit dem Titel 'No Sudden Moves' markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Mars-Kolonie. Die Bewohner des kolonisierten Planeten erheben sich gegen ihre Führung und nehmen dabei Gouverneur Leonid 'Lenya' Polivanov als Geisel. Costa Ronin verkörpert diesen Charakter, der in Staffel 5 neu eingeführt wurde und eine zentrale Rolle im politischen Gefüge des Mars einnimmt.
Toby Kebbell als Miles Dale tritt in dieser Krisensituation als Vermittler auf und überredet die Aufständischen, alle Geiseln freizulassen, mit einer entscheidenden Ausnahme: Der Gouverneur bleibt in ihrer Gewalt. Diese Szene verdeutlicht, wie tief der Riss zwischen der Mars-Bevölkerung und den Vertretern der Erdmächte bereits gegangen ist.
Neben Ronin und Kebbell sind in dieser Staffel auch Randy Oglesby, Liam Crowley, Joel Kinnaman und Michael Dorman in tragenden Rollen zu sehen, die das politische Machtgefüge zwischen Erde und Mars weiter ausleuchten.
Kolonie sucht eigenen Weg
For All Mankind spielt in einer alternativen Zeitlinie, in der das Weltraumrennen niemals endete. Jede Staffel ist in einer anderen Dekade angesiedelt: Staffel 1 beginnt in den späten 1960er Jahren, Staffel 5 ist nun in den 2010er Jahren angekommen. Im Laufe dieser fiktiven Geschichte wurde der Mars zu einer besiedelten Kolonie, die von verschiedenen Erdmächten abhängig ist.
In Staffel 5 wird zum ersten Mal deutlich, dass die Loyalitäten auf dem Mars kippen. Die Kolonie beginnt, sich als eigenständige Einheit zu begreifen, nicht mehr nur als verlängerter Arm von Sowjetunion oder USA. Die Frage, ob der Mars stark, groß und klug genug ist, um seinen eigenen Weg zu finden, steht nun im Mittelpunkt der Handlung.
Besonders dramatisch wirkt dieser Konflikt vor dem Hintergrund, dass die Unterstützung durch die Erde zunehmend wegfällt. Die Kolonie muss lernen, auf sich selbst gestellt zu überleben, und genau darin liegt der historische Kern, den die Serie bewusst aufgreift.
Gouverneur mit persönlichem Kalkül
Leonid Polivanov ist kein idealistischer Kolonisator. Sein eigentliches Ziel ist es, der nächste Präsident der Sowjetunion zu werden. Der Mars ist für ihn lediglich ein vorübergehender Posten, eine Karrierestufe auf dem Weg zurück zur Macht auf der Erde.
Diese persönliche Agenda macht ihn zu einer besonders vielschichtigen Figur im Ensemble der fünften Staffel. Während die Marsbewohner um ihre Unabhängigkeit kämpfen, denkt ihr Gouverneur bereits an den nächsten Schritt in der irdischen Politik. Costa Ronin setzt diese innere Zerrissenheit zwischen Pflicht und Ambition überzeugend in Szene.
Das Spannungsfeld zwischen einem Gouverneur, dem die Kolonie letztlich gleichgültig ist, und einer Bevölkerung, die genau das spürt, verleiht dem Aufstand in Episode 6 eine zusätzliche emotionale Tiefe.
Geschichte trifft Science-Fiction
Der Vergleich mit realer Kolonialgeschichte drängt sich auf: Wenn die Unterstützung des Mutterlandes ausbleibt, muss die Kolonie entscheiden, ob sie eigenständig existieren kann. Dieses Muster hat sich in der Geschichte der Menschheit immer wieder wiederholt, von amerikanischen Kolonien im 18. Jahrhundert bis zu afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen im 20. Jahrhundert.
For All Mankind nutzt die Science-Fiction-Kulisse des Mars, um genau diese historische Dynamik zu untersuchen. Die Serie fragt, was passiert, wenn eine Kolonie erkennt, dass sie die Ressourcen und den Willen besitzt, sich selbst zu regieren. Die Antwort, die Staffel 5 gibt, ist alles andere als eindeutig.
Besonders acht Schlüsselelemente der Versorgungskette sind es, auf die die Kolonie bisher angewiesen war. Deren Wegfall zwingt die Mars-Gemeinschaft zu einer fundamentalen Neuordnung, die sowohl politisch als auch menschlich aufwühlend ist.
Langlebigste Apple-TV-Sci-Fi-Serie
For All Mankind gehört zu den ersten Serien, mit denen Apple TV+ im Jahr 2019 an den Start ging. Inzwischen hat sich die Show als langlebigste Science-Fiction-Produktion der Plattform etabliert und erreicht mit Staffel 5 eine erzählerische Reife, die frühere Staffeln noch übertrifft.
Das Format des Zeitsprungs, jede Staffel eine neue Dekade, erlaubt es den Machern, gesellschaftliche und politische Themen aus immer neuen Blickwinkeln zu beleuchten. Was in Staffel 1 noch ein Wettlauf zwischen Supermächten war, ist in Staffel 5 zu einem komplexen Unabhängigkeitsdrama geworden.
Joel Kinnaman und Michael Dorman, die von Beginn an zum Ensemble gehören, verankern die Serie in ihrer Kontinuität, während neue Figuren wie Polivanov frischen Konfliktstoff liefern. Gemeinsam mit Liam Crowley und Randy Oglesby formt das Ensemble eine Geschichte, die weit über klassische Weltraumromantik hinausgeht.
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Die Reise endet nicht bei Titan. Die Apple TV+ Serie For All Mankind plant nach Staffel 5 noch ambitioniertere Ziele im Weltraum, bevor Staffel 6 das Finale bringt. Executive Producer Ben Nedivi bestätigt: Die Vision reichte schon immer über Mond und Mars hinaus.
Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
Alle Artikel von SarahSarah hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.