Seit 1963 kein Auftritt mehr: Rama-Tut taucht in X-Men '97 Staffel 2 auf

Kang kehrt zurück, obwohl das MCU ihn längst abgeschrieben hat. X-Men '97 Staffel 2, Episode 3 zeigt Rama-Tut im antiken Ägypten des Jahres 3000 v. Chr. Für Fans bedeutet das: Die älteste Kang-Version lebt weiter, diesmal im Animationsformat.
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Rama-Tut: Kangs älteste Comic-Version
In X-Men '97 Staffel 2, Episode 3 reist die Serie zurück ins antike Ägypten des Jahres 3000 v. Chr. Dort kämpft En Sabah Nur, der spätere Apocalypse (gesprochen von Ross Marquand), als befreiter Sklave gegen den Tyrannen Rama-Tut. Mitten in der Wüste steht eine technologisch hochentwickelte Festung, die sofort verrät: Dieser Herrscher ist kein gewöhnlicher Mensch.
Rama-Tut ist eine der jüngsten Versionen von Kang dem Eroberer, einem Zeitreisenden mit unzähligen Varianten quer durch die Geschichte. Im MCU spielte Jonathan Majors die Figur in einer Nachspiel-Szene von 'Ant-Man and the Wasp: Quantumania' aus dem Jahr 2023. In den Comics debütierte Rama-Tut bereits 1963 in 'Fantastic Four' Nr. 19, erschaffen von Stan Lee und Jack Kirby.
Die Figur gilt damit als die erste Kang-Inkarnation überhaupt in der Marvel-Comicgeschichte. Dass sie nun in X-Men '97 auftaucht, verbindet die Animationsserie direkt mit einer der ältesten Marvel-Mythen.
Majors' Verurteilung veränderte MCU-Pläne
Rund um den Start von 'Ant-Man and the Wasp: Quantumania' baute Marvel Kang den Eroberer als nächsten großen Serienfeind auf, vergleichbar mit Thanos in der Infinity-Saga. Majors verkörperte mehrere Varianten der Figur gleichzeitig und schien für Jahre als Anker des MCU gesetzt.
Nach der Verurteilung von Jonathan Majors wegen Körperverletzung änderte das Studio seine Strategie grundlegend. Kang erhielt lediglich noch einen letzten Auftritt in der zweiten Staffel von 'Loki' auf Disney+. Als neuen zentralen Schurken präsentiert Marvel seither Doctor Doom, besetzt mit Robert Downey Jr.
Während Kang im MCU damit weitgehend aus dem Verkehr gezogen wurde, zeigt X-Men '97, dass die Figur im animierten Marvel-Universum weiterhin eine Rolle spielt, ohne an die Majors-Problematik gebunden zu sein.
Immortus: Kang schon in der Originalserie
Rama-Tuts Auftritt in Staffel 2 ist tatsächlich das zweite Mal, dass eine Kang-Variante in der gemeinsamen Kontinuität von X-Men '97 und dem Vorgänger 'X-Men: The Animated Series' erscheint. In Staffel 4, Episode 21 der Originalserie versuchte Apocalypse (James Blendick), die Zeit zu kontrollieren, indem er verschiedene Telepaten entführte.
Bishop (Philip Akin) arbeitete damals mit einem rätselhaften Mutanten namens Bender (Stephen Ouimette) zusammen, um den Plan zu vereiteln. Nach Apocalypses Niederlage blieb Bender zurück und verwandelte sich in seine wahre Gestalt: Immortus, gekleidet in grünem Anzug mit lila Umhang und Kopfschmuck, genau wie in den Comics.
Immortus gilt als eine der ältesten Kang-Varianten und wacht darüber, dass niemand unbefugt in den Zeitstrahl eingreift. Majors spielte auch diese Version in 'Ant-Man and the Wasp: Quantumania', gemeinsam mit mehreren anderen Kang-Inkarnationen in einer einzigen Szene.
Apocalypse im Mittelpunkt der Staffel
X-Men '97 Staffel 2 nutzt den Rückblick ins antike Ägypten, um die Herkunft von Apocalypse konsequent aufzuarbeiten. Die Serie zeigt En Sabah Nur nicht als geborenen Schurken, sondern als Sklaven, der sich selbst befreit und gegen Unterdrückung aufbegehrt. Sein Aufeinandertreffen mit Rama-Tut ist damit kein bloßes Cameo, sondern ein zentrales Kapitel seiner Entstehungsgeschichte.
Ross Marquand leiht Apocalypse in der neuen Staffel seine Stimme. Die Wahl, ausgerechnet Rama-Tut als frühen Antagonisten einzusetzen, verknüpft die persönliche Biografie der Figur mit dem größeren Marvel-Zeitlinien-Konzept. Apocalypse wurde buchstäblich durch eine Kang-Variante geprägt.
Diese erzählerische Entscheidung unterstreicht den Anspruch der Serie, tief in die Comic-Mythologie einzutauchen und bekannte Figuren mit neuen Schichten zu versehen.
Kang lebt im Animationsuniversum weiter
Während das MCU Kang den Eroberer nach dem Majors-Skandal in den Hintergrund drängte, beweist X-Men '97, dass die Figur als Konzept zu tief im Marvel-Universum verwurzelt ist, um einfach zu verschwinden. Im Animationsbereich existiert Kang unabhängig von der Besetzungsproblematik, da Synchronsprecher flexibel ausgetauscht werden können.
Die Kontinuität zwischen 'X-Men: The Animated Series' und X-Men '97 zeigt zudem, dass Kang-Varianten wie Immortus und Rama-Tut schon lange vor dem MCU fester Bestandteil des animierten Marvel-Kanons waren. Die Verbindung zu Stan Lees und Jack Kirbys Originalcomics von 1963 gibt der Figur eine Tiefe, die über einzelne Schauspieler hinausgeht.
Für Fans beider Serien liefert X-Men '97 damit eine doppelte Freude: einen Rückblick auf die Ursprünge von Apocalypse und gleichzeitig eine stille Reminiszenz an eine Figur, deren MCU-Ära abrupt endete.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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