Schwarzer Humor trifft Horror: Warum Widow's Bay gerade so stark ankommt

Zwei Emmy-Kandidaturen in einer Saison für dieselbe Person: Das ist selten. Matthew Rhys könnte 2024 sowohl für 'Widow's Bay' als auch für 'The Beast In Me' auf Netflix nominiert werden. Für einen Schauspieler mit sechs Staffeln 'The Americans' im Rücken ist das dennoch eine neue Dimension.
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Zwei Rollen, eine Emmy-Saison
Matthew Rhys steht in diesem Emmy-Jahr vor einer außergewöhnlichen Situation. Mit 'Widow's Bay', der Apple TV+ Comedy-Horrorserie von Schöpferin Katie Dippold, und 'The Beast In Me', der Netflix-Miniserie, in der er den Soziopathen Nile Jarvis verkörpert, hat er gleich zwei stark beachtete Leistungen im Rennen. Beide Serien erhielten breite Kritikerlob, was eine Doppelnominierung zumindest denkbar macht.
In 'Widow's Bay' spielt Rhys einen Bürgermeister, der verzweifelt Touristen in seine von Übernatürlichem geprägte Kleinstadt locken will. Die Serie, die auch bei Apple TV+ in Deutschland verfügbar ist, verbindet schwarzen Humor mit Horror-Elementen. Rhys selbst zieht Parallelen zwischen der Atmosphäre der Serie und seinem erklärten Lieblingsfilm 'Der weiße Hai': Beide erzählen von einer Küstengemeinschaft, deren Existenz am seidenen Faden hängt.
Die Nominierungsbekanntgabe wird zeigen, ob die Akademie Rhys' Doppelleistung honoriert. Einen Emmy hat er bereits: Für seine Hauptrolle in 'The Americans' wurde er ausgezeichnet, weitere Nominierungen folgten für 'Perry Mason' und 'Girls'.
Eine Karriere voller Meilensteine
Matthew Rhys gehört zu den bekanntesten Schauspielern, die Wales je hervorgebracht hat. Sechs Staffeln lang spielte er in 'The Americans' den Undercover-Agenten Philip Jennings, eine Rolle, die ihm schließlich den Emmy einbrachte. Dass er danach in 'Perry Mason' eine weitere Nominierung holte, zeigte die Konstanz seiner Leistungen, auch wenn die Serie nach seinen Angaben deutlich früher endete, als er selbst erwartet hatte.
Bereits früh in seiner Karriere schrieb Rhys Fernsehgeschichte: Als schwuler Anwalt Kevin Walker in der ABC-Produktion 'Brothers & Sisters' war er an einem der damals aufsehenerregendsten Küsse zwischen zwei Männern im amerikanischen Fernsehen beteiligt. Auch in der allerletzten 'Columbo'-Folge hatte er einen Gastauftritt.
Auf der Theaterbühne übernahm Rhys zudem die Rolle von Richard Burton, dem wohl berühmtesten walisischen Schauspieler überhaupt. Über die Zukunft dieser Bühnenproduktion deutete er in einem Interview interessante Entwicklungen an.
Spielberg, Ellsberg und der Jaws-Faktor
Auf der großen Leinwand arbeitete Rhys mit Steven Spielberg zusammen: In 'Die Verlegerin' spielte er Daniel Ellsberg, den Whistleblower hinter den Pentagon-Papieren. Für die Rolle recherchierte er intensiv und verbrachte sogar Zeit mit Ellsberg persönlich, um die Figur authentisch zu gestalten.
Am Set von 'Die Verlegerin' ließ sich Rhys eine Gelegenheit nicht entgehen: Er gestand, gegenüber Spielberg möglicherweise etwas zu enthusiastisch über 'Der weiße Hai' geschwärmt zu haben, seinen erklärten Lieblingsfilm. Die thematische Verbindung zu 'Widow's Bay' sieht er als direkt: Beide Geschichten drehen sich um eine Kleinstadt am Wasser, deren Gemeinschaft durch äußere Bedrohungen in die Krise gerät.
Cocaine Bear und ein mögliches Prequel
Einen kurzen, aber prägnanten Auftritt hatte Rhys auch in 'Cocaine Bear': Er spielt den Mann, der zu Beginn des Films das Kokain abwirft und dabei ums Leben kommt. Eine kleine Rolle, die jedoch die gesamte Handlung erst in Gang setzt.
Rhys scherzte in einem Interview, dass diese Figur eigentlich das Potenzial für ein eigenes Prequel biete. Die Frage, ob Regisseurin Elizabeth Banks Interesse an einem solchen Projekt hätte, ließ er dabei bewusst offen.
Widow's Bay: Serie mit Zukunft
Showrunnerin Katie Dippold hat 'Widow's Bay' als Comedy-Horrorserie konzipiert, die in einer von Geistern heimgesuchten Kleinstadt spielt. Neben Matthew Rhys gehört auch Kingston Rumi Southwick zum Ensemble, dessen Figur Evan im Finale eine schockierende Wendung erlebt. Dippold hat bereits Pläne für eine zweite Staffel angedeutet.
Die Serie ist in Deutschland über Apple TV+ abrufbar. Rhys' Doppelpräsenz in der Emmy-Saison dürfte das Interesse an beiden Projekten weiter steigern und zeigt, wie gezielt der Schauspieler seine Rollenwahl trifft: Soziopath auf Netflix, überfordeter Bürgermeister auf Apple TV+, beide Figuren weit voneinander entfernt.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
Alle Artikel von MiaMia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.