Roger Sweet stirbt: Darum bleibt He-Man and the Masters of the Universe unsterblich
Mattel lehnte Star Wars ab und erfand stattdessen He-Man. Roger Sweet klebte eine Actionfigur in Kampfpose und überzeugte CEO Ray Wagner mit Knetmasse und Ideen. Nun ist Sweet tot, doch seine Schöpfung kehrt 2026 auf die große Leinwand zurück.
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Ein Prototyp aus Knetmasse und Leidenschaft
Roger Sweet arbeitete in den 1970er- und 1980er-Jahren als leitender Designer in der Vorentwurfsabteilung von Mattel. Seine Idee für He-Man entstand auf ungewöhnliche Weise: Sweet klebte eine Big-Jim-Actionfigur in eine Kampfpose und modellierte Knetmasse an den Körper, um mehr Masse und Muskeln zu erzeugen. Dieser schlichte Prototyp überzeugte den damaligen Mattel-Chef Ray Wagner auf Anhieb.
Der Hintergrund dieser Entwicklung ist eng mit einer verpassten Gelegenheit verknüpft. Mattel lehnte 1976 ein Angebot ab, Spielzeug zur Filmreihe 'Star Wars' zu produzieren. Das Unternehmen Kenner Products aus Cincinnati übernahm die Lizenz und machte damit ein Vermögen, nachdem 'Krieg der Sterne' 1977 in die Kinos kam. Dieser Rückschlag spornte Mattel an, eine eigene starke Spielzeugmarke aufzubauen.
He-Man kam 1982 offiziell in den Handel und wurde schnell zum Verkaufsschlager. Die Figur mit dem markanten Körperbau und dem Schwert der Macht traf den Nerv einer ganzen Generation von Kindern weltweit.
Vom Spielzeug zur Zeichentrickserie
Bereits ein Jahr nach dem Marktstart folgte der logische nächste Schritt: 1983 brachten Mattel und das Animationsstudio Filmation die Zeichentrickserie 'He-Man and the Masters of the Universe' heraus. Die Serie war als Begleitprojekt zur Spielzeuglinie konzipiert und sollte die Figuren mit Leben füllen.
Die Handlung spielte auf dem magischen Planeten Eternia und folgte dem jungen Prinzen Adam. Wenn Adam das Schwert der Macht erhob und die heute legendären Worte sprach, 'Bei der Macht von Greyskull! Ich habe die Macht!', verwandelte er sich in He-Man, den mächtigsten Krieger der Galaxis.
Die Serie lief von 1983 bis 1985 und umfasste 130 Folgen. Sie gilt bis heute als eine der einflussreichsten Zeichentrickproduktionen ihrer Zeit und prägte eine ganze Generation von Zuschauerinnen und Zuschauern.
He-Man kehrt auf die Kinoleinwand zurück
Sweets Schöpfung erlebt 2026 eine große Wiedergeburt. Amazon, MGM und Mattel bringen gemeinsam den Realfilm 'Masters of the Universe' in die Kinos, der am 5. Juni 2026 weltweit anläuft. Nicholas Galitzine übernimmt darin die Titelrolle des He-Man.
Die Besetzung des Films liest sich wie ein Who's who Hollywoods: Camila Mendes spielt Teela, Jared Leto verkörpert den Bösewicht Skeletor, Alison Brie ist als Evil-Lyn zu sehen und Idris Elba schlüpft in die Rolle des Man-at-Arms.
Für Fans der Originalserie ist der Film eine Hommage an das Universum, das Roger Sweet mit einem einfachen Knetmasse-Prototyp einst ins Leben rief. Sweet selbst erlebte die Fertigstellung des Projekts noch.
Ein Leben für das Spielzeugdesign
Roger Sweet hinterlässt seine Frau Marlene. Über seine Karriere bei Mattel hinaus war Sweet eine prägende Figur in der Geschichte des Spielzeugdesigns. Er bewies, dass eine einfache Idee, konsequent weitergedacht, zu einem weltweiten Kulturphänomen werden kann.
He-Man wurde nicht nur zur meistverkauften Actionfigur der 1980er-Jahre, sondern auch zu einem Symbol für eine ganze Popkultur-Ära. Videospiele, Comics, Filme und Merchandise folgten auf die ursprüngliche Spielzeuglinie und sorgten dafür, dass die Marke bis heute lebendig geblieben ist.
Sweet sprach in späteren Jahren offen über seinen Anteil an der Erschaffung von He-Man, was in der Vergangenheit zu internen Debatten bei Mattel über Urheberschaft und Anerkennung geführt hatte. Sein Name bleibt jedoch untrennbar mit der Figur verbunden.
Franchise-Zukunft nach Sweets Tod
Der Tod des He-Man-Schöpfers fällt in eine Zeit, in der das Franchise so präsent ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Mit dem bevorstehenden Kinofilm rückt 'Masters of the Universe' erneut in den Fokus eines globalen Publikums, das die Marke entweder aus der Kindheit kennt oder gerade neu entdeckt.
Mattel verfolgt seit Jahren eine Strategie, seine klassischen Marken auf die Kinoleinwand zu bringen. Nach dem enormen Erfolg des 'Barbie'-Films im Jahr 2023 gelten He-Man und seine Mitstreiter als eines der vielversprechendsten Projekte im Portfolio des Spielzeugkonzerns.
Sweets Vermächtnis ist damit gesichert: Die Figur, die er einst aus einer Big-Jim-Puppe und etwas Knetmasse formte, wird am 5. Juni 2026 von Millionen Menschen auf der großen Leinwand erlebt werden.
Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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