Reden wieder alle über Spencer Pratt, diesmal wegen der Bürgermeisterwahl

·11.06.2026, 22:16 Uhr·3 Min
Reden wieder alle über Spencer Pratt, diesmal wegen der Bürgermeisterwahl
Bild: MTV · TMDB

25,52 Prozent für einen Reality-TV-Star bei einer echten Bürgermeisterwahl. Spencer Pratt, bekannt als selbsternannter Schurke aus The Hills, holte bei der Vorwahl in Los Angeles fast ein Viertel aller Stimmen. Dass er damit trotzdem scheiterte, macht das Ergebnis nicht weniger bemerkenswert.

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Pratt fragt: Zählen sie noch?

Drei Tage nach der Vorwahl vom 2. Juni 2026 brach Spencer Pratt sein Schweigen mit einem einzigen Satz auf X: 'Are they done counting yet?' Mehr sagte er zunächst nicht. Die Botschaft war knapp, aber unmissverständlich: Pratt akzeptiert sein Ausscheiden noch nicht offiziell.

Stand 10. Juni 2026 kommt Pratt auf 216.783 Stimmen, was einem Anteil von 25,52 Prozent der bislang ausgezählten Stimmen entspricht. Amtsinhaberin Karen Bass führt das Feld mit 291.397 Stimmen und 34,30 Prozent an, Stadträtin Nithya Raman liegt mit 246.333 Stimmen und 29,0 Prozent auf dem zweiten Platz.

Damit ist das Duell für den Herbst entschieden: Bass und Raman werden im November gegeneinander antreten. Für Pratt sind die Zahlen statistisch nicht mehr aufzuholen, auch wenn in Kalifornien noch weitere Stimmen ausgezählt werden.

Trumps Unterstützung half nicht

Pratt trat mit der Unterstützung von Donald Trump an, was in der stark demokratisch geprägten Stadt Los Angeles keine Wahlkampfhilfe, sondern eher eine Bürde darstellte. Trotz lautstarker Unterstützung aus Hollywood, darunter James Woods, Paris Hilton und 'Entourage'-Schöpfer Doug Ellin, reichte die Mobilisierung nicht aus.

Zusätzlich schadete ein Bericht, wonach Pratt entgegen seiner öffentlichen Darstellung nicht auf dem abgebrannten Grundstück in Pacific Palisades lebte, sondern Rechnungen von mehr als umgerechnet rund 13.800 Euro im Hotel Bel-Air anhäufte, während seine Familie in einem Haus in Santa Barbara County wohnte.

Pratts politisches Programm hatte sich ursprünglich stark auf die verheerenden Palisades-Brände gestützt, die er als Betroffener aus eigener Erfahrung kannte. Die schleppende Reaktion auf den Wiederaufbau wurde zu seinem zentralen Wahlkampfthema, ergänzt durch Obdachlosigkeit und Leerstand in der Stadt.

Kimmel fordert Pratts Abreise

Pratt hatte im Wahlkampf versprochen, Los Angeles zu verlassen, falls er nicht zum Bürgermeister gewählt werde. Moderator Jimmy Kimmel griff dieses Versprechen auf und forderte den Reality-Star auf, sein Wort zu halten.

Pratt antwortete scharf: 'Jimmy Kimmel, du hast wohl den Teil der Geschichte verpasst: Ich brauche keinen Umzugswagen. Ich habe nichts mehr zum Einpacken.' Dazu postete er Aufnahmen des verkohlten Grundstücks in Pacific Palisades, auf dem er einst mit Heidi Montag und den gemeinsamen Kindern gelebt hatte.

Die Reaktion zeigte eine andere Seite von Pratt: Statt dem gewohnten Provokateur trat ein Mann auf, der auf echten persönlichen Verlust hinwies. Das Haus der Familie fiel den Palisades-Bränden zum Opfer.

Recount oder Klage möglich

Obwohl weitere Stimmauszählungen für Donnerstag, den 11. Juni 2026, erwartet werden, gilt es als ausgeschlossen, dass sich das Ergebnis noch grundlegend verändert. Dennoch wird damit gerechnet, dass Pratt entweder eine Neuauszählung beantragen oder rechtliche Schritte gegen das Wahlergebnis einleiten könnte.

Öffentlich hat er sich zu seinem weiteren Vorgehen bislang nicht geäußert. Trump-treue Kreise haben bereits begonnen, Kaliforniens langsames, aber umfassendes Auszählungsverfahren grundsätzlich in Frage zu stellen.

Raman, die als Außenseiterin in den Wahlkampf gegangen war, sicherte sich mit ihrem Ergebnis überraschend klar den zweiten Platz. Das Novemberduell gegen Bass dürfte eines der meistbeachteten Lokalwahlen des Jahres werden.

Pratt und The Hills: Reality trifft Politik

Spencer Pratt wurde als selbsternannter Bösewicht der MTV-Kultserie The Hills bekannt, die in Deutschland bei Paramount+ verfügbar ist. Sein Wechsel in die Kommunalpolitik sorgte für Aufsehen weit über Los Angeles hinaus.

Mit seinem Buch 'The Guy You Loved to Hate: Confessions from a Reality TV Villain' hatte Pratt seine Marke als Provokateur bereits literarisch verarbeitet. Sein Bürgermeisterwahlkampf wirkte wie eine Fortsetzung dieser Selbstinszenierung, gewann aber durch den persönlichen Verlust beim Palisades-Brand an unerwarteter Tiefe.

Ob Pratt die Politik ganz hinter sich lässt oder einen neuen Anlauf plant, ist offen. Sein letztes öffentliches Statement war eine Frage. Die Antwort darauf fällt eindeutig aus: Die Stichwahl gehört anderen.

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Quelle: MTVZuletzt aktualisiert: 11.06.2026, 22:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Laura Klein
Autor
Laura Klein
Sci-Fi & FantasyMysteryKomödien-Serien

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.

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