Paris Hilton und Trump unterstützen Spencer Pratts Kandidatur in L.A.

Ausgerechnet Paris Hilton und Donald Trump machen Wahlkampf für Spencer Pratt. Der einstige The-Hills-Antagonist gab am 7. Januar 2026 seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Los Angeles bekannt. Dass ausgerechnet zwei der schillerndsten Figuren der amerikanischen Öffentlichkeit seinen Feldzug unterstützen, hätte selbst eingefleischte The-Hills-Fans nicht auf dem Zettel.
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Vom Reality-Schurken zum Bürgermeisterkandidaten
Spencer Pratt trat 2007 erstmals in The Hills auf, damals als streitlustiger Freund von Serienhauptfigur Heidi Montag, die er später heiratete und mit der er zwei Kinder hat. Das Bild des manipulativen Antagonisten prägte sein öffentliches Auftreten über Jahre. Nun nutzt er ein Cover-Interview mit dem Magazin Us Weekly, um dieses Image zu korrigieren und gleichzeitig für seine politische Kandidatur zu werben.
Am 7. Januar 2026 gab Pratt offiziell bekannt, bei der Bürgermeisterwahl in Los Angeles gegen die amtierende Bürgermeisterin Karen Bass antreten zu wollen. Als Antrieb nannte er den Verlust des Familienhauses beim Waldbrand in Pacific Palisades im Jahr 2025, der ihn tief getroffen habe.
Seine Kandidatur hat inzwischen prominente Unterstützer gefunden: Adam Carolla, Paris Hilton und James Woods haben sich öffentlich hinter ihn gestellt. Aus dem politisch rechten Lager kamen Bekundungen von Rick Scott, Erika Kirk und Donald Trump.
Die Strategie hinter der TV-Rolle
Pratt zieht im Interview eine klare Linie zwischen seiner gespielten Fernsehpersönlichkeit und seinem wahren Charakter. 'Meine Freunde, die in den Prozess eingeweiht waren, wussten, dass die Persönlichkeit, die ich in The Hills erschaffen habe, strategisch war und dass ich mit den Produzenten unter einer Decke steckte', sagte er.
Er räumte dabei ein, dass die Grenzen zwischen Inszenierung und echter Emotion nicht immer scharf gezogen waren: 'Manchmal wurde es offensichtlich emotionaler und übertriebener, weil sich auch gefaktes Reality-TV manchmal echt anfühlt. Aber es war immer strategisch.' Wer ihn für seinen TV-Charakter halte, den wolle er ohnehin nicht überzeugen.
Diese Offenheit ist Teil seiner Kampagnenstrategie. Pratt versucht, das Misstrauen gegenüber seiner Person direkt anzusprechen, anstatt es zu ignorieren. Ob das bei den Wählerinnen und Wählern in Los Angeles verfängt, bleibt abzuwarten.
Schwester Stephanie lehnt Kandidatur ab
Nicht alle aus dem engsten Umfeld stehen hinter Pratt. Seine Schwester Stephanie Pratt, die ebenfalls in The Hills zu sehen war, hat Fans öffentlich aufgefordert, nicht für ihren Bruder zu stimmen.
Ihre Begründung fiel deutlich aus: 'Los Angeles braucht keinen weiteren unqualifizierten und unerfahrenen Bürgermeister. Eine Stimme für ihn ist eine Stimme für Dummheit.' Die Aussage sorgte für Aufsehen und befeuerte die Berichterstattung über die ungewöhnliche Kandidatur.
Der familiäre Konflikt spiegelt die gespaltene Reaktion wider, die Pratts Kandidatur generell auslöst: Zwischen ernsthafter politischer Debatte und Reality-TV-Drama verschwimmen die Grenzen.
Reality-TV als Vorbereitung auf Politik
Pratt sieht seine Karriere im Fernsehen als unerwartete Schule für das politische Geschäft. 'Der einzige Vorteil, den mir Reality-TV und Bekanntheit gebracht haben, ist die Vorbereitung auf das Ausmaß an Negativität und Drohungen. Wenn man schon mal in der Gosse des Internets war, ist das einfach ein weiterer Tag', erklärte er.
Damit spielt er auf die jahrelange öffentliche Feindseligkeit an, der er als Serienantagonist ausgesetzt war. Diese Erfahrung, so sein Argument, mache ihn widerstandsfähiger als manchen klassischen Politiker.
Ob Resilienz gegenüber Online-Kritik als politische Qualifikation ausreicht, bezweifeln viele Beobachter. Die Debatte über Pratt dreht sich weniger um konkrete Programmpunkte als um die Frage, wie ernst seine Kandidatur gemeint ist.
Neues Reality-Format in Planung
Parallel zur Kampagne kursieren Gerüchte über ein neues Reality-Format rund um Pratts politischen Weg. Er selbst betonte jedoch, die Kandidatur habe absolute Priorität: 'Ich hatte schon vor all dem eine Show mit Hulu, aber das letzte Mal, dass eine Kamera hinter mir her war, ist über ein Jahr her. Ich habe jedem, der sich gemeldet hat, klar gemacht, dass meine Kampagne meine Priorität ist.'
Das ist eine bemerkenswerte Aussage für jemanden, dessen Karriere bislang eng mit Kameras verknüpft war. Ob es letztlich doch zu einer Begleitung durch ein Filmteam kommt, ließ Pratt offen.
The Hills ist in Deutschland bei Paramount+ abrufbar. Die Serie, die 2007 startete, gilt als eines der prägenden Reality-Formate der Nullerjahre und hat Pratt zu einer dauerhaften Figur in der Popkultur gemacht, ob er das nun mag oder nicht.
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Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
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