Ramy Youssef kontert MAGA-Wut über Elmos Arabisch

·21.04.2026·3 Min
Bild: TMDB

Ein Kinderprogramm spaltet gerade die USA. Ramy Youssef lehrte Elmo am 16. April 2026 bei Sesame Street arabische Begriffe wie 'habibi' und 'salam alaykum'. Konservative Stimmen rasten aus, während der Schauspieler ihre Empörung mit Trumps eigenem 'Praise be to Allah'-Tweet kontert.

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Elmo lernt Arabisch: So war der Auftritt

Ramy Youssef besuchte Sesame Street, um gemeinsam mit Elmo den Arabisch-Amerikanischen Kulturerbe-Monat zu feiern. Dabei brachte er dem roten Muppet zwei arabische Begriffe bei: 'habibi', was so viel wie 'mein Liebling' bedeutet, und den Gruß 'salamu alaykum'. Der kurze Clip wurde am 16. April 2026 über den offiziellen Sesame-Street-Kanal veröffentlicht.

Für Youssef war der Gastauftritt ein bewegender Moment. Er beschrieb die Erfahrung als 'surreal' und erklärte, wie emotional es für ihn war, Elmo arabische Wörter sprechen zu hören. 'Du wächst mit Elmo auf', sagte er, 'und wenn Elmo dann salamu alaykum sagt, wenn Elmo habibi sagt, dann berührt mich das sehr.'

Der Auftritt fiel zeitlich mit der Premiere seines dritten HBO-Comedy-Specials 'In Love' am 17. April 2026 zusammen, was dem Ganzen zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffte.

Konservative Kritik lässt nicht lange auf sich warten

Die Reaktionen aus dem konservativen Lager ließen nicht lange auf sich warten. Fox-News-Kommentator Raymond Arroyo äußerte sich in der Sendung 'The Ingraham Angle' kritisch und wünschte sich, Sesame Street würde sich auf Buchstaben und Zahlen beschränken, statt arabische Sprachkurse anzubieten. Er spekulierte ironisch, ob als Nächstes Bert (Frank Oz) und Ernie fünfmal täglich gen Osten beten würden.

Youssef reagierte auf die Kritik mit trockenem Humor. 'Elmo, der habibi sagt, hat sie auf eine Art aufgebracht, wie es mir noch nie passiert ist', sagte er. Er zeigte sich überrascht, da Sesame Street im Laufe seiner Geschichte viele verschiedene Sprachen vorgestellt hatte, ohne dass es je zu einem vergleichbaren Aufschrei gekommen sei.

Youssefs Erklärung für die Aufregung

Youssef bot eine scharfsinnige Analyse der Empörung an. Er vermutete, dass die Kritiker vor allem MAGA-Anhänger seien, die sich in einer widersprüchlichen Situation befänden: Ihr Präsident Donald Trump hatte am 5. April 2026 in einem Social-Media-Beitrag, in dem er Iran mit drastischen Worten drohte, selbst 'Praise be to Allah' geschrieben.

'Ich habe Verständnis für sie', sagte Youssef mit einem Augenzwinkern. 'Sie machen sich Sorgen wegen arabischer Sprachimmersion, und das muss schwer sein, denn ihr Präsident twittert an Ostern Praise be to Allah, und jetzt fühlt sich Elmos habibi bedrohlich an.' Die Aussage entlarvte die Doppelmoral der Kritiker auf elegante Weise.

Youssef, der auch für seine offene Haltung zum Israel-Palästina-Konflikt bekannt ist, hat mit seiner Sesame-Street-Teilnahme einmal mehr bewiesen, dass er gesellschaftliche Debatten gezielt aufgreift und kommentiert.

Prominente Reaktionen und breite Debatte

Die Geschichte zog weitere Aufmerksamkeit auf sich und wurde in verschiedenen Medien diskutiert. Neben Raymond Arroyos Kritik gab es auch Stimmen aus dem Unterhaltungsbereich, die Youssefs Auftritt als wichtiges Zeichen der Repräsentation werteten. Bekannte Persönlichkeiten wie David Schwimmer und Kanye West stehen exemplarisch für die Bandbreite an Meinungen, die kulturelle Repräsentation in Kindersendungen hervorrufen kann.

Sesame Street hat seit seiner Gründung immer wieder Vielfalt und Inklusion thematisiert und dabei unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Lebensweisen vorgestellt. Dass ausgerechnet ein arabisches Wort nun für derart hitzige Debatten sorgt, zeigt, wie aufgeladen das gesellschaftliche Klima in den USA derzeit ist.

Youssefs Karriere im Aufwind

Der Sesame-Street-Auftritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Ramy Youssef besonders im Rampenlicht steht. Sein drittes HBO-Comedy-Special 'In Love' feierte am 17. April 2026 Premiere und erhielt breite Aufmerksamkeit. Youssef ist vor allem durch seine preisgekrönte Serie Ramy bekannt, in der er das Leben eines arabisch-amerikanischen Muslims in den USA porträtiert.

Mit seiner Kombination aus persönlichem Humor, politischem Bewusstsein und kultureller Repräsentation hat sich Youssef als eine der prägenden Stimmen der amerikanischen Unterhaltungsbranche etabliert. Der Sesame-Street-Moment dürfte in die Liste seiner bekanntesten Auftritte eingehen, wenn auch aus unerwarteten Gründen.

Zuletzt aktualisiert: 21.04.2026, 21:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
Action-SerienScience FictionFantasy-Serien

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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