Niemand rechnete damit, aber Euphoria kehrt mit diesem Bösewicht zurück

·29.05.2026, 18:00 Uhr·4 Min
Niemand rechnete damit, aber Euphoria kehrt mit diesem Bösewicht zurück
Bild: HBO · TMDB

Wie weit geht Euphoria mit seinem neuen Bösewicht wirklich? Bekannt ist: Adewale Akinnuoye-Agbaje spielt Alamo in Staffel 3 mit fast so viel Screentime wie Zendaya, nach neun Monaten Akzenttraining und sechs Wochen Reiten. Ob die Serie damit ihr dunklerstes Kapitel aufschlägt, werden Zuschauer bald selbst beurteilen können.

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Sechs Wochen Training für dreißig Sekunden

Adewale Akinnuoye-Agbaje verbrachte sechs Wochen damit, Reiten und Malletschlagen zu üben, alles für eine einzige dreißig Sekunden lange Szene. Darin galoppiert er auf einem Pferd auf Zendaya zu, die bis zum Hals im Boden eingegraben ist, und schwingt das Mallet knapp an ihrem Kopf vorbei. Der 58-jährige britisch-nigerianische Schauspieler gibt offen zu, dass er in diesem Moment echte Angst hatte.

Er sagte dazu: 'Das war eines der besten Schauspielmomente, die ich in der Serie hatte, weil man nicht erkennen konnte, dass ich wirklich Angst hatte, vom Pferd zu fallen.' Die Szene markiert einen der spannungsgeladensten Wendepunkte der Staffel, in der Rues Leben buchstäblich in Alamos Händen liegt.

In Staffel 3 treffen die Zuschauer Alamo Brown bereits in der ersten Episode, halb nackt in einem Whirlpool, mit Schlangenleder-Badehose, Goldkette und Cowboyhut. Er rettet Rue aus der Schuldknechtschaft bei einem Drogendealer, zieht sie aber direkt in seinen eigenen, ebenso gefährlichen Machtbereich.

Neun Monate im fremden Akzent

Für die Rolle des selbsternannten Strip-Club-Königs legte Akinnuoye-Agbaje seinen gewohnten Londoner Tonfall vollständig ab und ersetzte ihn durch ein bedrohliches Südstaaten-Grollen. Diesen Akzent hielt er nicht nur am Set, sondern auch im Alltag aufrecht, gegenüber Freunden, Familie und in allen Lebensbereichen.

Er beschreibt das als bewusste Entscheidung: 'Nicht vollständig als ich selbst präsent sein zu können, mit Freunden, Familie und im Leben, war ein Opfer, das ich gerne gebracht habe, um eine großartige Figur zu erschaffen.' Selbst nach dem Ende der Dreharbeiten brauchte er rund einen Monat, um den Akzent wieder vollständig abzulegen.

Den Übergang zurück zur eigenen Stimme beschreibt er als aktiven Prozess, bei dem er seine natürliche Sprechweise zunächst übertreiben muss, um sich neu zu kalibrieren. Auch das Rasieren gehört dazu. Akinnuoye-Agbaje erklärte lachend, er brauche manchmal zwei Wochen dafür, weil es sich seltsam anfühle, den Bart sofort zu entfernen. 'Ich muss Alamo fast einen würdigen Abgang geben', sagte er.

Buddhistische Praxis als Gegenanker

Die Verkörperung eines Mannes, dessen Imperium auf Ausbeutung und Gewalt basiert, stellte Akinnuoye-Agbaje vor eine besondere innere Herausforderung. Als praktizierender Nichiren-Buddhist rezitierte er täglich zwei Stunden lang das Mantra 'Namu-myōhō-renge-kyō', bevor er ans Set kam.

Diese spirituelle Routine beschreibt er als unverzichtbaren Schutzwall: 'Es ist wirklich wichtig, dass ich einen spirituellen Anker habe, damit ich mich nicht von den dunklen Schwingungen mitreißen lasse. Man muss wissen, wo die eigenen Grenzen sind, wer man ist und wie tief man in etwas eintauchen kann, ohne sich zu verlieren.'

Showrunner Sam Levinson entwarf mit Alamo Brown eine Figur, die als brutales Erwachen für die inzwischen erwachsenen Charaktere der Serie fungiert. Akinnuoye-Agbaje fasst das so zusammen: 'Alamo steht für ein hartes Erwachen für diese jungen Erwachsenen und für die Konsequenzen ihrer Entscheidungen.'

Karriere zwischen Kingpins und Monstern

Akinnuoye-Agbaje gilt seit Jahrzehnten als Spezialist für Rollen am Rand des Abgrunds. Seinen Durchbruch feierte er als rücksichtsloser Gefängnisganganführer Simon Adebisi in der Serie Oz, bevor er als ehemaliger Warlord und Priester Mr. Eko in Lost internationale Bekanntheit erlangte. In Game of Thrones spielte er einen Sklavenhändler.

Alamo Brown bezeichnet er dennoch als 'eine der intensivsten Rollen und Prozesse, die ich in meiner Karriere hatte.' Die Figur ist in Staffel 3 omnipräsent, ihre Bildschirmzeit kommt nahe an die von Zendaya heran, was die dramatische Bedeutung des Charakters unterstreicht.

Neben Akinnuoye-Agbaje und Zendaya umfasst die Besetzung der dritten Staffel weitere bekannte Gesichter. Greta Lee stößt neu zur Serie hinzu, während die Handlung die Kerngruppe als Erwachsene in Los Angeles zeigt, fernab der Schutzmechanismen der Vorstadt, in der die früheren Staffeln spielten.

Finale naht: Rue gegen Alamo

Mit nur noch einer ausstehenden Episode läuft das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rue und Alamo auf seinen Höhepunkt zu. Rue arbeitet heimlich als Informantin für die Drogenermittlungsbehörde DEA, während ihr Leben weiterhin in Alamos Händen liegt. Die Spannung dieser doppelten Bedrohung zieht sich durch die gesamte Staffel.

Akinnuoye-Agbaje beobachtet die Reaktionen des Publikums mit Interesse, hält sich aber bewusst von den sozialen Medien fern. Er sagt: 'Was ich gesehen habe, ist, wie die Menschen die Figur Alamo angenommen haben. Obwohl er eine bedrohliche Gefahr für unsere geliebte Rue darstellt, lieben sie es trotzdem, ihn zu hassen.'

Die dritte Staffel startete stark und fand innerhalb der ersten drei Tage nach der Premiere ein Millionenpublikum. Auch Zendaya, die parallel an weiteren Großprojekten wie Spider-Man 4 arbeitet, hat die Staffel als eine ihrer bedeutendsten Arbeiten bezeichnet. Lady Gaga ist mit dem Original-Song 'The Dead Dance' aus der Serie für den Emmy eingereicht worden, was die musikalische Dimension der Produktion zusätzlich hervorhebt.

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 29.05.2026, 18:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
Action-SerienScience FictionFantasy-Serien

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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