Mit 17 Jahren am Set: Was Claire Danes von Leonardo DiCaprio lernte

Sie war 17, er 21, doch DiCaprio war der Erwachsene im Raum. Als Danes gedankenlos mit einer Requisiten-Waffe spielte, zog er eine klare Grenze. Dieser Altersunterschied auf dem Set von Romeo + Juliet zeigt, wie früh manche Lektionen kommen.
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Die Szene kurz vor Juliets Tod
Es war kurz vor der Aufnahme von Juliets Todesszene, als Claire Danes zur Requisiten-Waffe griff und sie sich gedankenlos an den Kopf hielt. Leonardo DiCaprio, damals 21 Jahre alt und bereits Oscar-nominiert für seine Rolle in What's Eating Gilbert Grape, reagierte sofort. 'Ich erinnere mich, wie ich ganz unbekümmert mit der Requisiten-Waffe spielte und sie mir an den Kopf hielt, und wie Leo sehr ernst wurde und sagte: Claire, wir machen das nicht. Hör auf, damit herumzualbern', erzählte Danes.
Danes nahm DiCaprios Reaktion mit Humor, räumte aber ein, dass er vollkommen recht hatte: 'Er hatte recht, aber ich war einfach eine Trottel und ein Mädchen.' Zum Zeitpunkt des Drehs war sie 17 Jahre alt und trotz ihrer Erfahrung durch die Fernsehserie My So-Called Life noch vergleichsweise neu in der Welt des Kinos.
Der Vorfall illustriert, wie unterschiedlich die beiden Darsteller an diesem Punkt ihrer Karriere aufgestellt waren. DiCaprio brachte bereits die Reife eines erfahrenen Filmschauspielers mit, während Danes sich noch in einer anderen Phase ihrer Entwicklung befand.
Requisiten-Waffen nach dem Rust-Unfall
DiCaprios frühes Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Requisiten-Schusswaffen wirkt aus heutiger Sicht besonders vorausschauend. Im Oktober 2021 wurde Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des Films Rust erschossen, als sich eine vermeintliche Requisiten-Waffe in den Händen von Hauptdarsteller Alec Baldwin entlud. Der Vorfall löste eine breite Debatte über Sicherheitsstandards bei Filmproduktionen aus.
Danes' Anekdote zeigt, dass DiCaprio schon Jahrzehnte früher instinktiv wusste, was viele Produktionen erst nach der Tragödie von Rust formell in ihre Sicherheitsrichtlinien aufnahmen. Er hat in Filmen wie The Revenant und The Departed wiederholt mit Waffen gearbeitet und dabei stets auf Vorsicht bestanden.
Bazes Welt und der berühmte Schluchzer
Neben der Waffen-Anekdote sprach Danes auch über den emotionalen Kern der Produktion. Regisseur Baz Luhrmann schuf eine derart intensive Atmosphäre am Set, dass Danes beim Drehen der Szene, in der Juliet Romeos Leiche findet, von einem tiefen, unkontrollierten Schluchzen überwältigt wurde. 'Ich war davon überrascht. Die Umgebung, die Baz erschaffen hatte, war so episch. Ich war bewegt von der Mise en Scène und der Tragödie, aber die Welt, die er erschafft, half, dieses Gefühl hervorzurufen', sagte sie.
Richard Gadd, ihr Gesprächspartner und Schöpfer der Serie Half Man, gestand ihr, dass er als Schüler einen Aufsatz über genau diesen 'guttural sob', diesen tiefen, erschütternden Schluchzer, geschrieben hatte. Und er bekam dafür eine gute Note.
Das Gespräch zwischen Danes und Gadd fand im Rahmen des Variety-Formats Actors on Actors statt und ist auf CNN abrufbar.
Natalie Portman und die Rolle, die wurde
Dass Claire Danes überhaupt in Romeo + Juliet zu sehen ist, war nicht von Anfang an geplant. Ursprünglich war die damals 14-jährige Natalie Portman für die Rolle der Julia besetzt worden. Die Produktion entschied jedoch, dass Portman auf der Leinwand neben ihrem erwachsenen männlichen Gegenüber zu jung wirkte, und ersetzte sie durch Danes.
Danes selbst war zu diesem Zeitpunkt kein unbeschriebenes Blatt. Sie hatte die Hauptrolle in der Fernsehserie My So-Called Life getragen und dafür eine Emmy-Nominierung erhalten. Dennoch war die emotionale Intensität eines Kinosets unter Luhrmanns Regie eine neue Erfahrung für sie.
Warum Titanic ohne Danes blieb
Fans, die sich die Chemie zwischen Danes und DiCaprio in Romeo + Juliet wünschen, werden sich fragen, was hätte sein können. Tatsächlich wurde Danes danach angefragt, die Rolle der Rose in Titanic zu übernehmen, lehnte aber ab. In einem Interview aus dem Jahr 2020 erklärte sie ihre Entscheidung: 'Ich war mir sehr klar darüber, ich war nicht hin- und hergerissen. Ich wollte andere kreative Erfahrungen machen, und das fühlte sich wie eine Wiederholung an. Es hätte mich in eine Richtung getrieben, bei der ich wusste, dass ich nicht die Mittel hatte, damit umzugehen.'
Statt auf Blockbuster-Kurs zu gehen, wählte Danes eine Karriere, die ihr mehr Kontrolle über ihre künstlerische Entwicklung ließ. Mehrere Emmy-Gewinne für Homeland und die aktuelle Hauptrolle in der Netflix-Serie The Beast in Me geben ihr im Rückblick recht.
Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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