Kritiker feiern Staffel 5, Zuschauer sind skeptisch: For All Mankind gespalten
For All Mankind verliert sein Publikum, während Kritiker applaudieren. Staffel 5 der Apple-TV+-Serie mit Joel Kinnaman landet in den USA nur auf Platz acht der Streaming-Charts. Der Graben zwischen Presse und Zuschauern, 90 zu 46 Prozent auf Rotten Tomatoes, könnte über die Zukunft der Serie entscheiden.
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Von der Spitze ins Mittelfeld
For All Mankind gehörte seit seinem Start im Jahr 2019 zu den stärksten Titeln auf Apple TV+. Die Serie etablierte sich schnell als eines der ambitioniertesten Science-Fiction-Projekte des Streamingdienstes und gewann eine treue Fangemeinde.
Staffel 5 ändert dieses Bild spürbar. Laut den Streamingdaten von FlixPatrol schafft es die Serie kaum noch in die globalen Top fünf. In den USA belegt sie zum aktuellen Zeitpunkt sogar nur Platz acht.
Serien wie Your Friends & Neighbors und Monarch: Legacy of Monsters überholen For All Mankind in den Streamingcharts deutlich. Für eine Serie, die einst zu den Aushängeschildern des Dienstes zählte, ist das ein bemerkenswerter Rückschritt.
Kritiker begeistert, Zuschauer skeptisch
Die Schere zwischen Kritiker- und Zuschauerwertung fällt in Staffel 5 besonders groß aus. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes erreicht die Staffel eine Kritikerquote von 90 Prozent, während das Publikum ihr nur 46 Prozent gibt.
Rezensent Ben Gibbons bezeichnete die Staffel in seiner Besprechung als einen 'wunderbaren Eintrag' in die Seriengeschichte. Katie Doll nannte sie die 'risikoreichste Ära' der Show und deutete bereits an, dass viele Fans damit nicht einverstanden sein würden.
Diese Einschätzung scheint sich in den Zuschauerzahlen zu bestätigen. Die kreativen Entscheidungen, die Kritiker loben, stoßen beim breiteren Publikum offenbar auf Widerstand.
Generationenwechsel als zentrales Thema
Staffel 5 verwebt altbekannte Figuren wie die von Joel Kinnaman und Michael Dorman gespielten Charaktere mit neuen Gesichtern, darunter Therese Lacson. Die Serie macht damit deutlich, dass sie als Mehrgenerationengeschichte konzipiert ist.
Die Stärke von For All Mankind liegt laut der Machart der neuen Staffel in den unerwarteten Verbindungen zwischen Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Epochen. Dieses erzählerische Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Serie.
Ob dieser Ansatz langfristig trägt, bleibt abzuwarten. Der Generationenwechsel in der Besetzung ist ein mutiger Schritt, der das Risiko birgt, bestehende Fans zu verlieren, während er gleichzeitig neue Zuschauer ansprechen soll.
Warum die Zuschauer wegbleiben
Die niedrige Publikumswertung von 46 Prozent auf Rotten Tomatoes deutet darauf hin, dass Teile der Fangemeinde mit der Richtung der Serie unzufrieden sind. Langjährige Zuschauer, die sich an bestimmte Figuren und Handlungsstränge gewöhnt haben, reagieren auf Veränderungen oft empfindlich.
Katie Doll hatte diese Reaktion vorhergesehen: Die Entscheidung, die Serie in eine neue Richtung zu lenken, sei bewusst und risikoreich gewesen. Kreative Kühnheit zahlt sich im Streaming-Zeitalter nicht immer in Einschaltquoten aus.
Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb auf Apple TV+. Mit Titeln wie Your Friends & Neighbors und Monarch: Legacy of Monsters hat die Plattform weitere starke Serien im Angebot, die um die Aufmerksamkeit der Abonnenten konkurrieren.
Zukunft der Serie ungewiss
Neue Folgen von For All Mankind Staffel 5 erscheinen weiterhin jeden Freitag auf Apple TV+, das in Deutschland auch über Sky, WOW und den Apple TV Amazon Channel verfügbar ist. Die Frage, ob die schwachen Streamingzahlen Konsequenzen für die Zukunft der Serie haben werden, steht im Raum.
Sieben Jahre nach dem Start befindet sich For All Mankind an einem Scheideweg. Die Serie hat bewiesen, dass sie qualitativ hochwertige Science-Fiction liefern kann. Ob das reicht, um das Publikum zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Für Fans der ersten Stunde bleibt die Serie trotz allem ein besonderes Projekt. Ob Staffel 5 als Neuerfindung oder als Schritt zu weit in die Geschichte eingehen wird, dürfte sich erst mit etwas Abstand beurteilen lassen.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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