Kaum auszuhalten, aber kaum wegzuschalten: Half Man kurz vor Schluss

Die besten Serien scheuen sich nicht vor schwierigen Themen. Half Man, die neue sechsteilige HBO-Miniserie, zieht kurz vor ihrem Finale massenhaft Zuschauer auf die Plattform.
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Zwei Halbbrüder, 30 Jahre, ein Konflikt
Die Serie folgt zwei Halbbrüdern über einen Zeitraum von 30 Jahren, in dem sie eine komplizierte und zugleich ungesunde Beziehung entwickeln. Ihre Persönlichkeiten könnten unterschiedlicher kaum sein, was einerseits für Reibung sorgt, sie andererseits aber auch ergänzt. Ruben (Richard Gadd) ist der ältere, beliebtere und maskulinere der beiden, während Niall (Jamie Bell) der Klügere ist. Beide kämpfen mit persönlichen Problemen: Bei Ruben ist es blinde Wut, bei Niall seine Sexualität. Die Serie ist zutiefst gewalttätig, körperlich, emotional und sexuell. Zuschauer wie Kritiker empfinden sie als schwer zu ertragen, auch wenn sie hervorragend geschrieben und gespielt ist.
Bei dieser Serie handelt es sich um Half Man, das sechsteilige Drama, das von Richard Gadd, dem Schöpfer von Baby Reindeer, entwickelt, geschrieben und mitgespielt wird. Gadd wurde mit Baby Reindeer bekannt, das dank seiner ehrlichen Auseinandersetzung mit Obsession und sexuellem Missbrauch an Männern ein großer Erfolg war. Half Man kreist um dieselben Themen, jedoch von einem intimeren Ausgangspunkt zwischen Verwandten in einer vergleichsweise herausfordernden Epoche. Die letzte Episode läuft am 28. Mai, womit die Geschichte von Ruben und Niall zu einem Abschluss kommt. Alle offenen Fragen werden beantwortet, die Intensität findet ihre Rechtfertigung.
Kritiker und Publikum fast einig
Auch wenn die Serie nicht die kritische Anerkennung von Baby Reindeer erreicht hat, loben Kritiker ihre Fähigkeit, selbst in schwer erträglichen Momenten unterhaltsam zu bleiben. „Richard Gadd liefert ein düster-bedrückendes zweites Werk, das es wagt, die Tiefen toxischer Männlichkeit und Verdrängung in einer komplexen und verstörenden Geschichte auszuloten, die beunruhigend gutes Fernsehen ergibt“, lautet das Urteil auf dem Bewertungsportal Rotten Tomatoes, begleitet von einem Score von 77 Prozent. Die Zuschauer liegen nicht weit dahinter und vergeben 80 Prozent. Half Man zeigt außerdem Mitchell Robertson (junger Niall), Stuart Campbell (junger Ruben) und Neve McIntosh (Lori).
Das Serienfinale läuft am Donnerstag, alle Folgen sind auf HBO Max streambar.
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Vor Half Man wollte Richard Gadd nur eine Nebenrolle spielen
Richard Gadd spielt in Half Man die Hauptrolle, obwohl er das nie wollte. Der Baby-Reindeer-Schöpfer wollte ursprünglich nur einen Kurzauftritt, doch der Serienerfolg änderte alles. Für Zuschauer bedeutet das: Gadd steht wieder vollständig im Mittelpunkt einer Geschichte, die er sieben Jahre mit sich trug.

Richard Gadd spricht über die härteste Szene in Half Man
Eine einzige Szene verändert, wie man Half Man versteht. Richard Gadd erklärt, warum die Krankenhaus-Konfrontation in Episode vier der emotionale Kern der HBO-Max-Serie ist. Wer diese Szene gesehen hat, schaut Ruben und Niall danach mit anderen Augen an.

Wegen Richard Gadd schauen jetzt viele zum ersten Mal Half Man
Drei Emmys für autobiografisches Trauma, jetzt der Sprung ins Fiktionale. Gadd schreibt und produziert Half Man erneut selbst, doch die Geschichte von Ruben und Niall ist diesmal erfunden. Ob sein Stil ohne persönliche Vorlage trägt, ist die eigentliche Frage dieser Serie.
Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
Alle Artikel von MiaMia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.