Interview with the Vampire bekommt ein Finale, das niemand kommen sieht

Das Serienfinale, das niemand kommen sieht, ist jetzt offiziell angekündigt. Eric Bogosian, der in Staffel 3 den Journalisten Daniel Molloy spielt, verspricht ein Finale wie eine Atombombe. Wer die ersten zwei Staffeln für intensiv hielt, sollte sich neu kalibrieren.
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Eine Staffel voller Explosionen
Eric Bogosian beschreibt die dritte Staffel mit ungewöhnlich deutlichen Worten: Während frühere Staffeln wie eine langsam brennende Zündschnur funktionierten, die in Feuerwerk endet, sei diese Staffel von Anfang an voller Detonationen. Das Finale werde niemand kommen sehen.
Der Schauspieler betont, dass die Staffel strukturell anders aufgebaut ist als ihre Vorgänger. Statt eines kontinuierlichen Spannungsaufbaus warte bereits von der ersten Folge an eine Eskalation nach der anderen auf das Publikum.
Für Bogosian selbst bedeutet das auch persönlich intensive Drehtage. Er beschreibt einzelne Szenen als einige der intensivsten, die er je vor der Kamera gedreht hat, und hebt dabei besonders die Qualität seiner Mitstreiter hervor.
Daniel als Vampir in tiefen Gewässern
Ein zentraler Handlungsstrang der neuen Staffel dreht sich um Daniels Verwandlung zum Vampir. Bogosian schildert diesen Prozess als traumatisch, zumal Daniel bereits ein langes Menschenleben hinter sich hat und nun mit einer völlig neuen Existenz konfrontiert wird.
Die Situation erinnert laut Bogosian an eine Aufnahme in eine Bruderschaft, bei der die Mitglieder den Neuankömmling ständig auf die Probe stellen. Daniel genieße zwar seine neue Rolle, befinde sich dabei aber in ernsthafter Gefahr, was seinen Charakter in ein spannungsreiches Licht rücke.
Bogosian fasst Daniels Lage mit einem einzigen Satz zusammen: 'Er wird uns alle umbringen.' Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass Daniels Unbekümmertheit gegenüber seinen deutlich mächtigeren Gefährten im Verlauf der Staffel noch für Konflikte sorgen wird.
Lestat und Daniel: Zwei Bratzen
Die Dynamik zwischen Daniel Molloy und Lestat de Lioncourt entwickelt sich zu einem der komödiantischsten Elemente der Staffel. Bogosian beschreibt beide Figuren als echte Brats, die sich gegenseitig auf die Nerven gehen und dabei eine überraschend unterhaltsame Energie erzeugen.
Sam Reid, der Lestat spielt, erntet von Bogosian höchstes Lob. Er sei ein echter Rockstar, und die gemeinsamen Szenen hätten Bogosian viel Freude bereitet, da Reid auch komödiantisches Talent beweise.
Daniel glaubt fest daran, besser zu sein als alle Vampire um ihn herum, obwohl diese ihn mit einem Fingerschnippen töten könnten. Diese trotzige Haltung, die Bogosian teilweise als Ausdruck seiner eigenen Persönlichkeit beschreibt, verleiht dem Charakter eine unverwechselbare Energie.
Assad Zaman beeindruckt als Armand
Besonders hebt Bogosian die Zusammenarbeit mit Assad Zaman hervor, der in dieser Staffel Armand verkörpert. Die beiden teilen viele gemeinsame Szenen, und Bogosian beschreibt Zaman als so realistisch im Spiel, dass man kaum selbst schauspielern müsse.
Zaman sei außerhalb der Kamera ein außerordentlich freundlicher Mensch, der sich vor dem Dreh in eine erschreckend böse Figur verwandle. Diese Wandlung mache es Bogosian leicht, echte Reaktionen zu zeigen, was den Szenen eine besondere Authentizität verleihe.
Die Begegnung zwischen Daniel und Armand gehört laut Bogosian zu den intensivsten Momenten seiner gesamten Karriere. Die Wiedervereinigung der beiden Figuren, die eine komplexe gemeinsame Geschichte verbindet, verspricht eines der emotionalen Highlights der Staffel zu werden.
Neuzugänge und bekannte Gesichter
Neben den etablierten Charakteren freut sich Bogosian über zwei bemerkenswerte Darstellerinnen in der neuen Staffel. Jennifer Ehle übernimmt die Rolle der Gabriella und wird von Bogosian als schlichtweg erstaunlich beschrieben.
Delainey Hayles kehrt ebenfalls zurück, was Bogosian sichtlich begeistert. Er bezeichnet sie als genial und betont, wie schön es sei, sie wieder am Set zu haben. Jacob Anderson als Louis rundet das Ensemble ab, wobei Daniel sich um dessen Meinung laut Bogosian herzlich wenig schert.
Das gesamte Ensemble zeichne sich durch eine besondere Großzügigkeit aus, so Bogosian. Auf dem Set werde Raum füreinander geschaffen, was die Arbeit zu einem echten Vergnügen mache und sich letztlich in der Qualität der Szenen widerspiegle.
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Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
Alle Artikel von LeaLea hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.