Gescheiterte Vorsprech-Geschichten: Was Kudrow und Brunson über ihre Anfänge berichten

Lisa Kudrow versuchte, Garry Shandling zum Lachen zu bringen, und scheiterte komplett. Die spätere Friends-Ikone traf beim Vorsprechen für The Larry Sanders Show den Ton so falsch, dass Shandling sich nur knapp bedankte. Dass sie trotzdem auf dem Flur zurückgerufen wurde, macht die Geschichte erst rund.
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Casting-Geschichten ohne Happy End
Quinta Brunson gestand beim Roundtable eine frühe Karriereblamage: Bei ihrem ersten Piloten erschien sie komplett unvorbereitet und las die Zeilen vom Blatt ab. Produzent Rob Thomas schickte sie nicht nach Hause, sondern bat sie, am nächsten Tag wiederzukommen und diesmal den Text zu kennen. Sie kam zurück, kannte die Zeilen und bekam die Rolle.
Lisa Kudrow erinnerte sich an ein Vorsprechen für Garry Shandlings Serie 'The Larry Sanders Show'. Sie versuchte, vor der eigentlichen Szene witzig zu sein, traf den Ton aber komplett falsch. Shandling bedankte sich knapp, und als Kudrow den langen Flur zum Aufzug entlangging, öffnete sich hinter ihr die Tür: Shandling winkte ihr nach und rief nur 'OK, we'll call you.' Der Anruf blieb aus.
Ashley Padilla erlebte beim Vorsprechen für Saturday Night Live eine besondere Demütigung: Nach einem ersten erfolgreichen Test feierte sie mit ihrem Manager bereits den Durchbruch. Eine Woche später kam die Nachricht, Lorne Michaels wolle sie erneut sehen, mit komplett neuen Charakteren und ohne Perücken. 'Er will dich sehen', hieß es. Padilla, die sich hinter Kostümen und Verkleidungen wohl fühlt, musste sich ohne jede Maske zeigen und buchte die Stelle.
Palmer, Kudrow und das Netz
Keke Palmer beschreibt ihr Verhältnis zu sozialen Medien als aktiv und bewusst gewählt. Einen Kommentar unter einem ihrer Beiträge fand sie besonders treffend: 'Keke Palmer ist zu diesem Zeitpunkt zu sehr Keke Palmer.' Ihre Reaktion war Verwirrung und Begeisterung zugleich. Palmer sieht Online-Kommentatoren ohnehin als verkannte Komiker, die auf Likes aus sind.
Quinta Brunson zieht eine klare Grenze. Ihr Haupt-Instagram-Account ist nicht auf ihrem Telefon installiert, eine eigene Social-Media-Person übernimmt die Pflege. Brunson vergleicht ihre Haltung mit der eines Malers: Das Bild ist fertig, was das Publikum damit anfängt, geht den Künstler nichts mehr an. Lisa Kudrow pflichtete ihr bei und nannte das die respektvollste Form des Umgangs mit einem Publikum.
Rachel Sennott beschrieb einen anderen Weg: Sie hatte sich komplett aus dem Netz zurückgezogen, tauchte aber wieder ein, als eine Freundin wissen wollte, was die Leute über sie schreiben. Seitdem schickt ihr eine Schwestern-Gruppe gezielt Kommentare, die 'witzig und nicht vernichtend' sind.
Brunson rettet das Netzwerk-Fernsehen?
Fünf Staffeln Abbott Elementary haben Quinta Brunson ein hartnäckiges Etikett eingebracht: die Frau, die das Netzwerk-Comedy-Format gerettet hat. Brunson selbst hält davon wenig. 'Ich wollte einfach eine Serie machen', sagte sie beim Roundtable. Das Label ignoriere andere Serien, die ebenfalls ihren Beitrag leisteten, und blende die Arbeit vieler Menschen um sie herum aus.
Lisa Kudrow widersprach ihr sanft. Brunson habe das Genre tatsächlich wiederbelebt, mit ihrer eigenen Stimme und ihrem eigenen Humor. Das sei schlicht wahr, egal wie unbequem es sich anfühle. Brunson nahm das Lob an, bestand aber darauf: 'Wir sind alle wegen einander hier.'
Für deutsche Zuschauer ist Abbott Elementary bei Disney+ verfügbar. Die Serie, produziert für den US-Sender ABC, läuft seit 2021 und gilt international als eine der stärksten Komödien der vergangenen Jahre.
SNL, Schwestern und der Schlaf
Ashley Padilla gilt in der aktuellen SNL-Besetzung als heimlicher Star der Saison. Autor-Legende Robert Smigel bezeichnete sie öffentlich als 'Wunder'. Padilla selbst sieht den Arbeitsplatz nicht als Haifischbecken, sondern als kollaboratives Umfeld. Marcello Hernández nannte sie seine große Schwester, was sie als treffende Beschreibung empfindet.
Während Kolleginnen bis vier Uhr morgens an Sketchen arbeiten, geht Padilla vor Mitternacht schlafen. Keke Palmer legte nach: Sie war zuletzt um 21 Uhr im Bett. Brunson meldete 22:30 Uhr als persönlichen Rekord, Einbinder verlor um 21:30 Uhr den Kampf gegen den Schlaf. Die Botschaft war klar: Wer gut arbeiten will, muss schlafen.
Padilla erklärte, sie habe die Stelle genau in dem Moment bekommen, als ihr die Ablehnung egal wurde. Nach langen Durststrecken beim Casting habe sie aufgehört, ihr Leben dem Erfolg unterzuordnen. Diese Haltung, kombiniert mit handwerklicher Disziplin, habe den Unterschied gemacht.
Einbinder und Kudrow: Selbstbild im Wandel
Hannah Einbinder beschrieb ihre Zeit bei Hacks als persönliche Transformation. Sie sei in die Komödie eingestiegen, weil sie dringend Bestätigung von außen gebraucht habe. Über die Jahre habe sie durch die Arbeit und das Vertrauen ihrer Kolleginnen echtes Selbstbewusstsein aufgebaut, nicht nur eine Bühnenpersona. Der häufigste Hinweis in der ersten Staffel lautete übrigens: 'Weniger traurig.'
Lisa Kudrow erzählte, ihre damaligen Vertreter hätten sie intern als 'den sechsten Friend' bezeichnet, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt als einzige aus der Hauptbesetzung einen Emmy gewonnen hatte. Kudrow ließ das kalt. Sie drehte direkt nach der ersten Staffel Spielfilme, darunter 'Romy and Michele's High School Reunion', und schloss daraus: Was andere denken, ändert nichts daran, was man als Nächstes tut.
Keke Palmer zog eine ähnliche Linie. Nachdem sie als Kinderstar abgeschrieben worden war, erschuf sie sich digital eine neue Stimme, zunächst über Sketch-Comedy im Netz. Heute wisse sie genau, wann sie als Figur gefragt ist und wann als Autorin ihrer eigenen Geschichte. Beides zusammen sei das Ziel.
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Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
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