22 Folgen pro Staffel: Abbott Elementary machte Quinta Brunson zur Ausnahme

·11.05.2026, 19:30 Uhr·4 Min
Bild: ABC · TMDB

22 Folgen pro Staffel haben Quinta Brunson verändert. Die Schöpferin und Hauptdarstellerin von Abbott Elementary, bei Disney+ in Deutschland zu sehen, trägt dieses Gefühl der Unbesiegbarkeit nun in neue Projekte. Der Mary Tyler Moore Visionary Award bestätigt, was die Branche längst weiß: Brunson setzt neue Maßstäbe.

Artikel-Inhalt

Gegen Mittelmaß: Brunson setzt Maßstäbe

Quinta Brunson macht keinen Hehl daraus, was sie antreibt: Sie will kein schlechtes Fernsehen produzieren. 'Es gibt gerade sehr viel Schrott da draußen. Und ich will dazu nicht beitragen', sagt sie offen. Stattdessen verfolgt sie einen klaren Anspruch: mehr gutes Fernsehen, mit allen Mitteln.

Dieser Anspruch bedeutet für Brunson auch, dass sie sich Zeit lässt. 'Nicht einfach Zeug um des Zeugs willen. Das kann länger dauern. Es kann schwieriger sein. Aber ich will gutes Fernsehen liefern.' Aufwand, Herzblut und Sorgfalt sind für sie keine Optionen, sondern Pflicht.

Hinter dieser Haltung steckt eine bewusste Entscheidung gegen den Trend zur schnellen Produktion. Brunson will, wie sie es formuliert, 'sehr bewusst etwas geben, das die Menschen genießen können, das kein Schrott ist'.

Mary Tyler Moore Award für Brunson

Mit dem Mary Tyler Moore Visionary Award erhält Quinta Brunson eine der bedeutendsten Auszeichnungen, die das amerikanische Fernsehen für kreative Pionierarbeit vergibt. Die Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die das Medium nachhaltig verändern, so wie es Mary Tyler Moore einst tat.

Dr. S. Robert Levine, der die Auszeichnung überreicht, beschreibt Brunson als 'mehrfach preisgekrönte, brillante, mutige Innovatorin, die Schauspielerin, Komikerin, Tänzerin, Sängerin und Autorin in einer Person ist'. Er sieht in ihr die konsequente Fortführung von Moores Erbe: 'Quinta hat erreicht, was Mary sich nicht einmal zu träumen gewagt hätte.'

Levine betont, der Award sei für ihn 'ein Weg, den Staffelstab von Marys Erbe als Spielveränderin weiterzugeben'. Brunson stehe dabei nicht nur in Moores Tradition, sondern habe diese bereits übertroffen, verwurzelt in außergewöhnlichem Talent, Arbeitsmoral und echter kreativer Zusammenarbeit.

Kindheitserinnerung prägt Brunson heute

Mary Tyler Moores Einfluss auf Quinta Brunson reicht bis in ihre Kindheit zurück. Die Show war in Brunsons Elternhaus ein fester Bestandteil des Familienlebens und brachte die Familie regelmäßig zusammen.

Was Brunson dabei besonders beeindruckt: 'Das Bemerkenswerteste daran ist, dass in diesem Alter die Debatte über Repräsentation noch gar nicht geführt worden war.' Es gab keine große gesellschaftliche Diskussion, es gab einfach eine Sendung mit einer unwiderstehlich charmanten Frau im Mittelpunkt, die Brunson als Kind fesselte.

'Es war einfach eine Serie, die ich mir angeschaut habe und die witzig war. Und zufällig hatte sie diese unglaublich charmante Frau im Zentrum', erinnert sich Brunson. Genau diese Selbstverständlichkeit prägt bis heute ihren Blick auf Repräsentation im Fernsehen.

Brunson verteidigt das Multi-Kamera-Format

Quinta Brunson engagiert sich leidenschaftlich für ein Format, das in der Branche oft unterschätzt wird: die klassische Multi-Kamera-Sitcom. 'Ich liebe sie, wenn sie richtig gemacht werden. Einige meiner Lieblingsserien sind Multi-Kamera-Produktionen', sagt sie.

Als Vorbild für das Schreiben solcher Formate nennt Brunson ausgerechnet das Theater: 'Die besten und witzigsten Broadway-Stücke zeigen, wie ein Multi-Kamera-Format geschrieben werden sollte.' Für sie ist das Format kein Auslaufmodell, sondern ein Kunsthandwerk mit enormem Potenzial.

Brunson bedauert, dass die Multi-Kamera-Sitcom in der Wahrnehmung vieler auf billige Witze reduziert wird. 'Es ist ein Medium, das dazu verdammt wurde, der Ort für leichte Witze zu sein. Aber das muss nicht so sein.' Sie versucht sogar aktiv, den Theaterautor Branden Jacobs-Jenkins für das Schreiben einer Multi-Kamera-Produktion zu gewinnen.

Expansion: Brunson wächst über Abbott hinaus

Die Erfahrung, jährlich 22 Folgen Abbott Elementary zu stemmen, hat Quinta Brunson nach eigener Aussage mit einem Gefühl der Unbesiegbarkeit zurückgelassen. Dieses Fundament nutzt sie nun, um sich in weiteren Film- und Fernsehprojekten zu entfalten, ohne dabei ihren Qualitätsanspruch aufzugeben.

Die Branche beobachtet Brunsons Entwicklung aufmerksam. Namen wie Bob Iger, Josh Kushner, Stephanie Hsu, Justin Tan und Seth MacFarlane gehören zum Umfeld, in dem Brunson ihre nächsten Schritte plant. Auch Regie-Legende Jimmy Burrows, einer der prägendsten Köpfe der Sitcom-Geschichte, zählt zu den Figuren, die Brunsons kreatives Netzwerk mitformen.

Klar ist: Brunson will expandieren, aber nicht um jeden Preis. Qualität bleibt ihr Kompass, ob bei neuen Serienformaten oder beim Sprung auf die große Leinwand. In DACH ist Abbott Elementary traditionell bei Disney+ zu sehen, weitere Projekte werden dort ebenfalls erwartet.

Mehr zu „Abbott Elementary"

Quelle: ABCZuletzt aktualisiert: 11.05.2026, 19:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Nina Wolf
Autor
Nina Wolf
Science FictionFantasy-SerienMystery

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.

Alle Artikel von Nina

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.