Fischknochen als Haute Couture: Star Trek: Starfleet Academy überrascht mit Episode 7

·04.06.2026, 20:46 Uhr·3 Min
Fischknochen als Haute Couture: Star Trek: Starfleet Academy überrascht mit Episode 7
Bild: Paramount+ · TMDB

Haute Couture trifft Sternenflotte: Episode 7 setzt neue Maßstäbe. In 'Ko'Zeine' entführen die semi-aquatischen Khioianer Darem (George Hawkins) und zwingen ihn zur Hochzeit mit Königin Kaira (Jaelynn Thora Brooks). Showrunner Alex Kurtzman und Kostümdesignerin Avery Plewes haben Alexander McQueen als Blaupause für das außerirdische Brautritual genutzt.

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Episode 7 und das Khioanische Ritual

In Episode 7 von Star Trek: Starfleet Academy, betitelt 'Ko'Zeine', entführen die Khioianer den Charakter Darem, gespielt von George Hawkins, und zwingen ihn, seine Jugendfreundin und neue Königin Kaira zu heiraten. Kaira wird von Jaelynn Thora Brooks verkörpert. Die Khioianer sind Humanoide, aber gleichzeitig eine semi-aquatische Spezies, die sowohl an Land als auch im Wasser existieren kann.

Showrunner Alex Kurtzman hat wiederholt seine Begeisterung für den Luxusmodeschöpfer Alexander McQueen geäußert. Genau dieser Name fiel früh in den Gesprächen mit Kostümdesignerin Avery Plewes, als beide die visuelle Sprache für die Hochzeitsfolge entwickelten.

Die Serie spielt im 32. Jahrhundert, nachdem die Sternenflotte ihre Akademie außerhalb von San Francisco nach mehr als 120-jähriger Abwesenheit der Föderation auf der Erde neu gegründet hat. Dieser weit in der Zukunft angesiedelte Kontext gab Plewes den gestalterischen Freiraum, Außerirdisches und Haute Couture zu verbinden.

Fischknochen als Designsprache

Plewes beschreibt ihren Ausgangspunkt klar: 'Mein Startpunkt bei der Serie ist immer eine außerirdische Textur und Farbpalette.' Für die Khioianer bedeutete das eine fischinspirierte Ästhetik, denn die Spezies trägt eine schuppige Textur. Kairas Hochzeitskleid sollte buchstäblich 'lebendig wirken'.

Produktionsdesigner Matthew Davies übernahm diese Bildsprache für das gesamte Set. Der Planet Khionia ist wasserlos und befindet sich in einem mondgebundenen Orbit, was bedeutet, dass er stets im goldenen Stundenlicht liegt. Davies erklärte: 'Er ist in einer festen Umlaufbahn, bekommt also immer das magische Stundenlicht, was ihn perfekt für Hochzeiten und wunderschöne Aufnahmen macht.'

Architektonisch orientierte sich Davies an der Anatomie der Khioianer: Alles auf dem Planeten soll wie Fischknochen aussehen. Der Hochzeitspavillon bestand aus Seide, durch die Luft gepumpt wurde, damit er sich wie Kiemen im Wasser bewegt.

McQueen, Federn und Chroming-Technik

Für Kairas Kleid verwendete Plewes tausende Federn, ein Material, das Alexander McQueen in seinen Couture-Entwürfen häufig einsetzte. Mithilfe einer Chroming-Technik verlieh sie den Stoffen einen metallischen Schimmer. Die Federn wurden nach dem Aufnähen von Hand kleiner geschnitten, um die gewünschte schuppige Oberflächenwirkung zu erzielen.

Braut und Bräutigam tragen ähnliche Farbtöne. Für Darems Jacke schichtete Plewes Paneele aus verschiedenen Stoffen übereinander, ein Prinzip, das sie auch in Kairas Rock anwandte. 'Wenn das Licht auftrifft, entsteht eine andere Dimension, und Licht braucht immer eine Fläche, auf der es landen kann, damit Textur auf der Kamera cinematisch wirkt', erklärte sie.

Die virtuellen Produktionswände auf der 60-Fuß-LED-Bühne erleichterten den Umgang mit reflektierenden Materialien erheblich. Davies nutzte die LED-Wände auch auf der Brücke der USS Athena, die er mit Ringen aus Chrombeleuchtung ausstattete: 'Ich integriere viele reflektierende Oberflächen, viele Spiegel und glänzende metallische Oberflächen, die ein Lichtspiel erzeugen.'

Persönliche Inspiration aus der Familie

Neben McQueen zog Plewes Inspiration aus ihrem Elternhaus. Beide Elternteile waren Künstler, ihre Mutter malte stets in Schichten. Dieses Prinzip übertrug Plewes auf die Kostüme: Zwei verschiedene Stoffe übereinandergelegt erzeugen Tiefe und unterschiedliche Farbtöne je nach Lichteinfall.

Beim Zusammenstellen der Episode hatte Plewes einen persönlichen Moment der Erkenntnis: 'Diese Episode ist wirklich ein Liebesbrief an meine Künstlerfamilie. Mir wurde klar, dass ich das tue, was meine Eltern beide tun, nur mit Stoff statt mit Ölfarbe.' Diese Haltung durchzieht das gesamte visuelle Konzept der Folge.

Textile Künstlerin Bonnie McCabe spielte ebenfalls eine tragende Rolle. Sie testete ein neues Werkzeug, das beim Erhitzen eine aufgepustete Textur erzeugt. Dieses Verfahren kam bei einem Oberteil für die Figur Quinn zum Einsatz, das Plewes als experimentelles Stück bezeichnete.

Fundstück Jacke wird Alien-Kostüm

Für die Hochzeitsgäste griff Plewes weitgehend auf Konfektionsware zurück, die anschließend umgearbeitet wurde. Bei der Suche nach einem passenden Stück für Quinn, gespielt von Alexa Yaphe, stieß sie auf eine Jacke von Top Man, die zum Ausgangspunkt eines Experimentes wurde.

McCabe hatte zuvor alten Stoff mit Strasssteinen in Kleeblattform entdeckt, der auf die Jacke aufgebracht wurde. Anschließend wandte Plewes dieselbe Chroming-Technik an, die sie bereits bei den Federn eingesetzt hatte. Das Ergebnis: Ein Konfektionsstück, das vollständig außerirdisch und futuristisch wirkt.

Das Zusammenspiel aus virtueller Produktion, handwerklicher Detailarbeit und persönlicher Familiengeschichte macht Episode 7 zu einem der visuell dichtesten Momente der Serie. Star Trek: Starfleet Academy ist bei Paramount+ sowie über den Paramount+ Amazon Channel und den Paramount Plus Apple TV Channel abrufbar.

Quelle: Paramount+Zuletzt aktualisiert: 04.06.2026, 20:46 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
Autor
Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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