Drei Staffeln, gecancelt, jetzt Spitze: La Brea schreibt Streaming-Geschichte

Abgesetzte Serien können Streaming-Charts stürmen. La Brea, die NBC-Serie über einen Erdschlund mitten in Los Angeles, war in der Woche vom 27. April bis 3. Mai die meistgestreamte Lizenzserie weltweit. Das beweist: Ein Serien-Ende ist kein Streaming-Ende.
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Vom Abstellgleis zur Spitze
La Brea startete am 28. September 2021 und zog zum Serienauftakt über 6,3 Millionen Zuschauer an. Trotz dieses starken Starts sank die Zuschauerzahl bis zum Staffelfinale der ersten Staffel auf knapp unter fünf Millionen. Nach drei Staffeln und insgesamt 30 Folgen wurde die Serie schließlich abgesetzt.
Genau diese abgesetzte Serie sorgt nun für Aufsehen: In der Streamingwoche vom 27. April bis 3. Mai 2026 war La Brea die meistgestreamte Lizenzserie überhaupt und belegte plattformübergreifend den dritten Platz aller meistgeschauten Serien. Lediglich 'The Boys' auf Amazon Prime Video und 'Running Point' auf Netflix lagen noch davor.
Das Muster erinnert an frühere Streaming-Erfolge von abgesetzten Serien: Ein kompaktes Format, ein ungelöster Cliffhanger und eine treue Fangemeinde ergeben zusammen eine ideale Mischung für eine zweite Welle der Aufmerksamkeit.
Riesiges Loch, uralte Welt
La Brea dreht sich um ein gigantisches Erdloch, das sich mitten in Los Angeles öffnet und die berühmten La Brea Teer-Gruben verschlingt. Wer hineinfällt, stirbt jedoch nicht, sondern landet in einer prähistorischen Welt des Jahres 10.000 vor Christus.
Natalie Zea spielt Eve Harris, eine der zentralen Figuren, die nach dem Einsturz in dieser Urzeit-Welt ums Überleben kämpft. Ihr Sohn Gavin Harris, gespielt von Eoin Macken, befindet sich dagegen noch in der Gegenwart und versucht, Antworten auf das Phänomen zu finden.
Die Prämisse ist ungewöhnlich genug, um Neugier zu wecken. Die Kritiker sahen das allerdings anders: Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes kam die Serie bei Kritikern lediglich auf 29 Prozent, das Publikum bewertete sie mit 45 Prozent etwas wohlwollender.
Erstmals alle Staffeln verfügbar
Ein entscheidender Faktor für den aktuellen Streaming-Erfolg: Bis zum 1. Mai 2026 waren Staffel eins und zwei der Serie zwar bereits auf Peacock abrufbar, die dritte und letzte Staffel fehlte jedoch. Netflix brachte erstmals alle drei Staffeln gleichzeitig an einem Ort zusammen.
Damit konnten Fans, die die ersten beiden Staffeln bereits gesehen hatten, endlich die abschließenden sechs Folgen streamen. Für viele war das der fehlende Baustein, der sie zurück in die Serie gezogen hat.
Die Verfügbarkeit des vollständigen Serienbogens auf einer einzigen Plattform gilt als wesentlicher Treiber hinter dem Erfolg. Netflix hat dieses Muster bereits mit anderen Serien erfolgreich genutzt, darunter 'Suits' und 'Manifest'.
Netflix setzt auf Fremd-Lizenzen
La Brea ist kein Netflix-Original, sondern eine zugekaufte Lizenzserie. Für den Streamingdienst ist das ein kalkulierter Schritt: Statt eine teure Eigenproduktion zu finanzieren, holt Netflix eine bereits fertiggestellte Serie mit 30 Folgen ins Programm.
Das Risiko ist überschaubar, der potenzielle Gewinn dagegen beträchtlich. La Brea überflügelte in seiner Eröffnungswoche sogar Netflixs animierten Film 'Swapped' sowie den Wiederaufschwung von 'Der Teufel trägt Prada', der durch den angekündigten Kinofilm-Sequel neuen Aufwind bekam.
Für La Brea bleibt Peacock der eigentliche Heimatstreamer, solange die NBC-Produktion im US-amerikanischen Markt läuft. Netflix fungiert als Lizenzpartner, der der Serie eine völlig neue Zuschauerschaft erschlossen hat.
Was der Erfolg bedeutet
Der Streaming-Durchbruch von La Brea könnte Signalwirkung haben. Serien, die im linearen Fernsehen abgesetzt wurden, bekommen durch Streaming-Plattformen eine zweite Chance, und manchmal schlagen sie dabei sogar größer ein als zu Livezeiten.
Die Kombination aus kurzer, abgeschlossener Laufzeit, einem ungewöhnlichen Konzept und der Frage, warum die Serie trotz ihrer Popularität abgesetzt wurde, treibt die Neugier an. Zuschauer wollen verstehen, was sie verpasst haben.
Für DACH-Zuschauer ist die Lage noch offen: Da Peacock-Inhalte in Deutschland traditionell über Sky und WOW verfügbar gemacht werden, ist dort mittelfristig mit einer Ausstrahlung zu rechnen. Ein konkretes Startdatum steht bislang noch aus.
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La Brea: Alle 3 Staffeln ab Mai auf Netflix
Die Sci-Fi-Abenteuerserie La Brea, die Fans von Lost begeistern dürfte, feiert ab dem 1. Mai 2026 ihr Debüt auf Netflix in den USA. Die von David Appelbaum entwickelte Serie lief ursprünglich beim US-Sender NBC und umfasst drei Staffeln mit insgesamt 30 Episoden. Nachdem die Inhalte jahrelang exklusiv beim Streamingdienst Peacock verfügbar waren, können nun auch Netflix-Abonnenten in den Vereinigten Staaten die komplette Serie entdecken.
Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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