Das Original von Gilmore Girls ist jetzt nur noch bei Prime Video

Eine Streaming-Heimat, die ein Jahrzehnt lang zuverlässig da war, ist weg. Die Originalserie von Gilmore Girls ist nach zwölf Jahren bei Netflix nun exklusiv bei Prime Video abrufbar. Das Revival bleibt, wo es war, doch wer von vorne beginnen will, muss jetzt woanders suchen.
Artikel-Inhalt
Ein Abschied nach zwölf Jahren
Gilmore Girls startete 2014 auf Netflix und wurde dort zu einem der beständigsten Streaming-Erfolge überhaupt. Über ein Jahrzehnt lang zog die Serie jedes Jahr im Herbst zuverlässig neue Zuschauerinnen und Zuschauer an. Nun ist damit Schluss: Seit dem 1. Juli 2026 ist die komplette Originalserie nur noch bei Prime Video abrufbar.
Das Revival Gilmore Girls: A Year in the Life bleibt dagegen auf Netflix. Die vier jeweils 90-minütigen Episoden, die 2016 erschienen, wurden von Netflix produziert und verbleiben im dortigen Katalog. Wer die Geschichte von Lorelai (Lauren Graham) und Rory (Alexis Bledel) vollständig verfolgen möchte, braucht künftig also zwei verschiedene Plattformen.
Netflix hatte die Serie ab 2024 bereits mit Hulu geteilt, sodass der vollständige Abschied der Originalepisoden für viele Beobachter nur eine Frage der Zeit war. Die Entscheidung markiert dennoch das Ende einer Ära für eine der beliebtesten Serien im amerikanischen Streaming-Gedächtnis.
Zahlen belegen die anhaltende Stärke
Gilmore Girls war auf Netflix kein Nischenprodukt. Allein in den zwei Jahren von 2023 bis 2025 verzeichneten alle Inhalte rund um die Serie zusammen fast 264 Millionen Aufrufe auf der Plattform. Das Revival Gilmore Girls: A Year in the Life steuerte davon 18,2 Millionen Aufrufe allein bei.
Besonders auffällig ist die demografische Zusammensetzung des Publikums. Laut Messungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen stammten in einer typischen Herbstwoche rund zwei Drittel der Zuschauer von Gilmore Girls von Frauen, 35 Prozent der Gesamtzuschauerschaft waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. In einer früheren Erhebung lag dieser Anteil sogar bei 56 Prozent.
Die Serie, die ursprünglich von 2000 bis 2006 auf dem US-Sender The WB und anschließend bis 2008 auf The CW lief, hat auf Streaming-Plattformen eine völlig neue Generation von Fans gewonnen. Gerade Jared Padalecki als Dean und Matt Czuchry als Logan sind für viele jüngere Zuschauerinnen zu echten Kultfiguren geworden.
Wie Netflix die Serie groß machte
Als Gilmore Girls 2014 auf Netflix erschien, gab es noch keine verlässlichen Streaming-Messdaten. Nielsen begann erst ab 2020, regelmäßig eine Streaming-Top-10 zu veröffentlichen. Wie groß der Erfolg in den ersten Jahren tatsächlich war, lässt sich daher nur erahnen.
Eines zeigt jedoch, wie sehr Netflix von der Serie überzeugt war: Kaum mehr als ein Jahr nach dem Start der Originalepisoden auf der Plattform kündigte das Unternehmen das Revival an. Gilmore Girls: A Year in the Life erschien 2016 und schlug sofort ein. Das Marktforschungsunternehmen Symphony Advanced Media meldete für die ersten drei Tage Platz drei in der Altersgruppe der 18- bis 49-Jährigen, hinter Fuller House und Orange Is the New Black.
Die Herbst-Hochsaison war für Gilmore Girls auf Netflix zuletzt ein verlässliches Ereignis. In der Woche ab dem 8. September des vergangenen Jahres erzielte die Serie gemeinsam mit Hulu 534 Millionen Aufrufe, was einmal mehr die Zugkraft des Formats bewies.
Prime Video als neues Zuhause
Für Prime Video kommt Gilmore Girls zu einem günstigen Zeitpunkt. Der Streaming-Dienst hat zuletzt stark in Serien für ein junges Publikum investiert, unter anderem mit der Adaption von Elle Kennedys Off-Campus-Reihe, die derzeit für Gesprächsstoff sorgt. Eine Serie mit der Langlebigkeit und dem Kultstatus von Gilmore Girls passt strategisch gut in dieses Profil.
Ob Prime Video die Serie ähnlich erfolgreich positionieren kann wie Netflix, wird sich spätestens im Herbst 2026 zeigen. Gilmore Girls gilt traditionell als Herbst-Serie, die ab September regelmäßig in den Streaming-Charts auftaucht. Wenn die Zahlen dann auf Prime Video statt auf Netflix erscheinen, ist der Plattformwechsel vollzogen.
Fans in Deutschland finden alle sieben Staffeln der Originalserie ab sofort bei Prime Video. Das Revival Gilmore Girls: A Year in the Life bleibt weiterhin auf Netflix verfügbar.
Was der Wechsel bedeutet
Der Abgang von Gilmore Girls markiert für Netflix den Verlust eines seiner beständigsten Evergreen-Titel. Serien, die Jahr für Jahr ohne neue Episoden in den Charts auftauchen, sind selten. Gilmore Girls war eine davon, und das über mehr als ein Jahrzehnt.
Für Prime Video ist es eine Chance, sich als Heimat für langlebige, generationenübergreifende Serien zu etablieren. Ob das gelingt, hängt auch davon ab, wie gut der Dienst die Serie sichtbar macht, gerade für die jüngere Zielgruppe, die Lorelai und Rory erst durch Streaming kennengelernt hat.
Die eigentliche Frage stellt sich im September: Taucht Gilmore Girls dann erneut in den Streaming-Charts auf, diesmal unter Prime Video? Das wäre der sicherste Beleg dafür, dass der Wechsel für alle Beteiligten funktioniert hat.
Mehr zu „Gilmore Girls"

Vor Girls: Rannells' Affäre mit Anderson Cooper wurde Fernsehgeschichte
Andrew Rannells bestätigt: Anderson Cooper war sein Lover mit 25. Im Podcast 'Obsessed' des Daily Beast schilderte er die kurze Beziehung und wie Lena Dunham daraus die Figur Dill Harcourt formte. In Girls Staffel 5 scheitert Elijah genau an diesem älteren Nachrichtenmoderator.

Ab 30. Juni weg: Gilmore Girls löst bei Netflix eine Abschiedswelle aus
Für Millionen Fans endet eine zwölf Jahre lange Heimat in Stars Hollow. Netflix entfernt am 30. Juni alle sieben Staffeln von Gilmore Girls aus seinem Angebot. Was bleibt, ist das Revival und die Erinnerung an unzählige Kaffeetassen mit Lorelai und Rory.

Junge Zuschauer sehen Girls heute anders: Andrew Rannells und Gilmore Girls profitieren
Damals verhasst, heute verstanden: Girls polarisiert noch immer, nur anders. Andrew Rannells beobachtet, dass Zuschauer, die beim Start zu nah dran waren, die Serie jetzt nach 15 Jahren klarer einordnen können. Dieser Perspektivwechsel verändert auch, wie Fans Serien wie Gilmore Girls rückblickend bewerten.
Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
Alle Artikel von Nina