Von Garbage bis Queen: Der komplette Soundtrack zu Elle Staffel 1

Welche Songs haben die Macher bewusst gewählt, und welche kamen zufällig dazu? Bekannt ist: Alle acht Folgen der Prime-Video-Serie Elle sind vollgepackt mit Needle Drops aus dem Jahr 1995. Welche Szene welchen Song trägt, lohnt sich genau zu verfolgen.
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Musik als Erzählmittel in Elle
Die Prime-Video-Serie Elle, ein Prequel zu Legally Blonde, spielt im Jahr 1995 und nutzt den Sound dieser Ära konsequent als dramaturgisches Werkzeug. Schon die erste Folge setzt zwei musikalische Pole: Mariah Careys 'Fantasy' begleitet Elles sorgloses Leben in Bel-Air, während am Ende der Episode Radioheads 'Creep' erklingt, als sie für das Juniorjahr an eine Schule in Seattle wechselt.
Hello-Sunshine-Präsidentin Lauren Neustadter betonte diesen Kontrast ausdrücklich: Der Wechsel von Carey zu Radiohead spiegelt den emotionalen Bruch in Elles Leben wider. Über alle acht Folgen verteilt finden sich Songs von Bryan Adams, INXS, R.E.M., The Psychedelic Furs, The Cranberries und Queen.
Bemerkenswert ist, dass die Musik nicht nur als Hintergrundkulisse dient, sondern in mehreren Szenen aktiv in die Handlung eingebunden wird. Darstellerin Lexi Minetree singt als Elle Woods gemeinsam mit Zac Looker (Dustin) beim Karaoke 'Just A Girl' von No Doubt, und Tom Everett Scott interpretiert als Wyatt Woods eine akustische Version von 'Wonderwall'.
Folge 1 bis 3: Vom Pop zum Grunge
Die Pilotfolge eröffnet mit 'I'm Only Happy When It Rains' von Garbage als Intro und spannt dann einen weiten Bogen: Annie Lennox, Bryan Adams, B52's, L7 und INXS folgen, bevor Radioheads 'Creep' den emotionalen Schlusspunkt setzt. Folge 2 setzt auf R.E.M. mit 'Shiny Happy People', dazu X-Ray Spex und Juliana Hatfield.
Folge 3 mit dem Titel 'You're Not The Girl I Thought You Were' liefert einige der denkwürdigsten Musikmomente der Staffel. The Psychedelic Furs, Bratmobile, Soundgarden und 4 Non Blondes rahmen eine Szene ein, in der Lexi Minetree und Zac Looker gemeinsam 'Just A Girl' von No Doubt performen.
Ebenfalls in Folge 3 greift Tom Everett Scott als Wyatt Woods zur Gitarre und spielt eine eigene Version von Oasis' 'Wonderwall'. Das ist einer jener Momente, in denen der Soundtrack direkt zur Charakterzeichnung beiträgt und nicht bloß Atmosphäre schafft.
Folge 4 bis 6: Queen bis Simple Minds
Folge 4 bringt mit Queens 'Don't Stop Me Now' einen der bekanntesten Titel der gesamten Staffel. Daneben erklingen Veruca Salt, Tori Amos und Mazzy Star, was die musikalische Bandbreite der Serie einmal mehr unterstreicht.
Folge 5 setzt auf The Bangles mit 'Eternal Flame', The Slits und, als humorvoller Einschub, den 'Macarena (Bayside Boys Remix)' von Los Del Rio. Folge 6 wiederum zitiert direkt die Filmgeschichte: 'Don't You (Forget About Me)' von Simple Minds, bekannt aus dem John-Hughes-Klassiker The Breakfast Club, taucht hier als bewusste Referenz auf.
Bikini Kill und Pearl Jam komplettieren die sechste Folge und verankern die Serie fest im Riot-Grrrl- und Grunge-Kontext der frühen 1990er-Jahre.
Finale: Originalsong und Nirvana-Cover
Das Staffelfinale mit dem Titel 'What, Like It's Hard?' hält die musikalisch überraschendsten Momente bereit. Radioheads 'Creep' kehrt zurück, diesmal als bewusste Klammer zur Pilotfolge. Ace of Base und Spin Doctors folgen, bevor Gabrielle Policano als Liz einen eigenen Originalsong mit dem Titel 'High School' vorträgt.
Den stärksten Abschluss setzt Policano mit einer Interpretation von 'Love Buzz': Das Stück stammt ursprünglich von Shocking Blue aus dem Jahr 1969 und wurde 1988 von Nirvana gecovert. In der Show trägt Liz die Nummer live vor, was den Bogen zurück zum Seattle-Grunge-Kontext schlägt, der bereits in der ersten Folge angedeutet wurde.
Insgesamt umfasst der Soundtrack der ersten Staffel mehr als 30 Songs, die den Zeitgeist von 1995 präzise einfangen. Ob und wann die Serie in Deutschland abrufbar sein wird, hat Prime Video bislang nicht kommuniziert.
Cast und musikalische Leistungen
Lexi Minetree trägt als Elle Woods nicht nur die Hauptlast der Handlung, sondern auch einige der gesanglichen Highlights der Serie. Ihr Karaoke-Duett mit Zac Looker (Dustin) in Folge 3 gehört zu den am meisten diskutierten Szenen der Staffel.
Gabrielle Policano übernimmt als Liz gleich zwei Musikmomente im Finale: den Originalsong 'High School' und die Nirvana-Interpretation von 'Love Buzz'. Tom Everett Scott als Wyatt Woods rundet die Live-Performances der Serie mit seiner 'Wonderwall'-Interpretation ab.
James Van Der Beek, der ebenfalls zur Besetzung gehört, hinterließ bei der Produktion offenbar einen bleibenden Eindruck. Lexi Minetree sagte über ihren Kollegen: 'Er hat der Serie so viel Leben eingehaucht. Wir vermissen ihn sehr.'
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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