Ari Shaffir erklärt, warum This Is Not Happening jetzt enden muss
Warum beendet jemand freiwillig ein Format, das ihn berühmt gemacht hat? Shaffir hat nach mehr als 15 Jahren und vier Comedy-Central-Staffeln mit The End einen bewussten Schlusspunkt gesetzt, sieben Folgen, unabhängig produziert. Was genau ihn zu diesem Schritt bewogen hat, erklärt er jetzt erstmals.
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Rückkehr nach sieben Monaten Südamerika
Ari Shaffir ist bekannt dafür, regelmäßig für lange Zeiträume vom Radar zu verschwinden. Ende März tauchte er nach sieben Monaten abseits der Öffentlichkeit in Südamerika wieder auf und präsentierte direkt sein neues Projekt.
Die Rückkehr war kein stiller Neustart: Shaffir brachte mit 'The End' eine fertige Comedy-Serie mit, die er gemeinsam mit Tom Segura und dessen YMH Studios realisiert hatte. Das Projekt knüpft inhaltlich an alles an, was Shaffir in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten aufgebaut hat.
Die lange Abwesenheit gehört für Shaffir zum Konzept. Der Comedian sieht das Reisen und das Leben fernab des Showgeschäfts als Teil seiner kreativen Arbeit, nicht als Pause davon.
Was 'The End' genau bedeutet
'The End' ist eine Direct-to-Consumer-Comedy-Serie, in der namhafte Stand-up-Komiker ihre eindrucksvollsten Langzeitgeschichten erzählen. Das Format setzt bewusst auf Storytelling statt auf kurze Sketche oder klassische Stand-up-Auftritte.
Mit dabei sind unter anderem Ali Siddiq, Roy Wood Jr., Shane Gillis, Nate Bargatze, Tony Hinchcliffe, Joe List und Mark Normand, produziert und moderiert von Ari Shaffir gemeinsam mit Eric Abrams. Die Serie umfasst sieben Folgen und wurde am 16. April direkt über die Website von Tom Seguras YMH Studios veröffentlicht.
Der Titel 'The End' ist programmatisch: Shaffir sieht das Projekt als Abschluss und Höhepunkt eines Formats, das er über viele Jahre und unter wechselnden Namen weiterentwickelt hat.
Von 'This Is Not Happening' zu heute
'This Is Not Happening' begann als Grassroots-Liveveranstaltung, entwickelte sich zu einem digitalen Erfolg und wurde schließlich zu einer beliebten Comedy Central-Serie, die vier Staffeln lang lief. Shaffir moderierte das Format drei Staffeln lang und prägte es maßgeblich.
Sein Abgang war alles andere als harmonisch: Nachdem Shaffir entschieden hatte, ein Special an Netflix zu verkaufen, also an einen direkten Konkurrenten von Comedy Central, verließ er die Serie unter strittigen Umständen. Shaffir hat stets betont, dass er aus einem Format herausgedrängt wurde, das er selbst erschaffen hatte.
Die vierte Staffel lief ohne ihn weiter. Dass 'The End' nun Comedy Central als Plattform schlicht überlebt hat, ist für Shaffir mehr als nur eine Randnotiz.
Erfolg ohne klassisches Sendernetzwerk
Bereits kurz nach der Veröffentlichung am 16. April hat 'The End' sein gesamtes Produktionsbudget wieder eingespielt. Das zeigt, dass das Direct-to-Consumer-Modell für etablierte Comedians mit treuer Fangemeinde funktionieren kann.
Die Partnerschaft mit Tom Segura und YMH Studios war dabei ein entscheidender Faktor. Segura hat mit YMH eine Infrastruktur aufgebaut, die unabhängige Comedy-Produktionen ohne klassische Senderbindung ermöglicht und direkt an das Publikum bringt.
Für Shaffir ist das Projekt der Beweis, dass 15 Jahre Plattformaufbau, ob live, digital oder im Fernsehen, zu einer echten Unabhängigkeit führen können, die ihn von Entscheidungen großer Sender freimacht.
Ein Format überlebt seine Plattform
Comedy Central existiert als eigenständige Plattform in der Form, die Shaffirs Karriere einst prägte, nicht mehr in der gleichen Bedeutung. Dass 'The End' nun unter einem anderen Titel und auf einem anderen Weg erscheint, aber denselben Geist trägt wie 'This Is Not Happening', ist die eigentliche Pointe der Geschichte.
Shaffir hat das Storytelling-Format über die Jahre unter verschiedenen Namen am Leben gehalten. Mit Komikern wie Mark Normand, Shane Gillis und Nate Bargatze versammelt 'The End' eine Generation von Stand-ups, die Shaffir mit seinem Format mitgeprägt hat.
Ob 'The End' wirklich das Ende ist oder nur ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte, bleibt offen. Shaffirs Vergangenheit zeigt jedenfalls, dass er selten dort aufhört, wo er es ankündigt.
Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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