Abschied auf Papier: Matt Duffer veröffentlicht das Stranger Things Finale-Skript

Fünf Staffeln enden mit einem Drehbuch, das jeder lesen kann. Matt Duffer hat das Skript des Stranger Things Finales veröffentlicht, inklusive persönlichem Vorwort. Fans bekommen damit erstmals einen intimen Blick hinter die letzte Szene der Serie.
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Das härteste Drehbuch ihrer Karriere
Matt und Ross Duffer beschreiben das Schreiben des Finales als die schwierigste Arbeit, die sie je geleistet haben. In einem persönlichen Vorwort zum veröffentlichten Skript erklären sie: 'Das Schreiben dieser letzten Folge war das Schwerste und Herzzerreißendste, was wir je getan haben.' Nicht weil die einzelnen Szenen schwieriger zu formulieren gewesen wären als sonst, sondern weil jede Zeile sie dem Ende näherbrachte.
Jeder Moment trug das Gewicht eines Abschieds. Das letzte Mal, dass Dustin und Steve sich zanken. Das letzte Mal, dass Eleven ihre Hand ausstreckt. Das letzte Mal, dass Lucas (Caleb McLaughlin) und Max sich anlächeln. Für die Duffers sind diese Figuren längst mehr als Charaktere auf Papier: 'Sie fühlen sich für uns wie lebende, atmende Menschen an.'
Das Finale trägt den Titel 'The Rightside Up' und lief unter dem internen Codenamen 'Cedar Lodge'. Es versprach, die drängendsten Fragen rund um die Upside Down und das Schicksal von Hawkins, Indiana, zu beantworten, die Fans über Jahre beschäftigt hatten.
D&D im Wheeler-Keller als Nordstern
Den emotionalen Kern des Finales bildete nicht die übernatürliche Bedrohung, sondern eine schlichte Szene: Die Gruppe sitzt ein letztes Mal im Keller der Wheelers und spielt Dungeons and Dragons. Matt und Ross Duffer nennen diese Schlussszene ausdrücklich ihren 'Nordstern', an dem sie sich während des gesamten Schreibprozesses orientierten.
Die Szene funktioniert als Kreisschluss zur allerersten Folge der Serie, die fast ein Jahrzehnt zuvor mit genau diesem Setting begann. Gleichzeitig markiert sie für die Figuren den Abschied von ihrer Kindheit, ein Thema, das Stranger Things von Beginn an durchzieht.
Für die Duffers war der Moment beim Schreiben der letzten Zeile, 'END SERIES', von echter Trauer begleitet. In ihrem Vorwort schreiben sie: 'Als wir unsere letzte Zeile schrieben, waren wir traurig. Aber wie Mike am Ende der Serie waren wir auch dankbar. Für all die Erinnerungen. Für die Freundschaften. Für das Abenteuer.'
Rekorde und Kinoerfolg zum Jahreswechsel
Das Serienfinale, das an Silvester ausgestrahlt wurde, brach Rekord um Rekord. Die fünfte und letzte Staffel von Stranger Things zog ein außergewöhnlich großes Publikum an und steigerte die Zuschauerzahlen bis zur Schlussfolge kontinuierlich.
Auch im Kino hinterließ das Finale deutliche Spuren: Die Ausstrahlung spielte in Filmtheatern mehr als 23 Millionen Euro ein, wobei über 60 Prozent der Einnahmen auf eine einzelne Kinokette entfielen. Solche Zahlen sind für ein Serienereignis außergewöhnlich.
Die Duffers betonen, dass das Privileg, eine Serie zu den eigenen Bedingungen abzuschließen, nicht selbstverständlich sei. 'Wir fühlen uns so glücklich, Stranger Things so beendet zu haben, wie wir es immer wollten', schreiben sie.
Fast zehn Jahre Hawkins auf Netflix
Stranger Things startete als vergleichsweise bescheidene Produktion und wuchs zu einem der bekanntesten Netflix-Formate weltweit. Vom ersten Auftauchen der Upside Down bis zum Finale vergingen fast zehn Jahre, in denen Will, Mike, Eleven, Max, Lucas und Dustin zu Figuren wurden, die weit über ihre Zielgruppe hinaus bekannt sind.
Das Skript zu 'The Rightside Up' ist Teil einer Reihe, in der herausragende Seriendrehbücher im Rahmen der Emmy-Saison 2026 veröffentlicht werden. Neben dem Stranger Things-Finale erschienen in dieser Reihe unter anderem Skripte zu Fallout und Industry.
Stranger Things ist auf Netflix sowie Netflix Standard mit Werbung verfügbar. Alle fünf Staffeln stehen deutschen Abonnenten zur Verfügung.
Abschied von Figuren wie alten Freunden
Was das Schreiben des Finales von allen vorherigen Staffeln unterschied, war das Bewusstsein der Endgültigkeit. Matt und Ross Duffer fühlten eine besondere Verantwortung, jedem Charakter einen Abschluss zu geben, der zu seiner Geschichte passt, authentisch und verdient.
Die Schauspieler, die diese Figuren über fast eine Dekade verkörperten, wurden durch den Drehbuchprozess selbst Teil des Abschieds. Der Moment, in dem die Gruppe im Wheeler-Keller sitzt, war nicht nur für die Charaktere ein letztes Mal, sondern auch für das gesamte Team hinter der Serie.
Ob es ein Spin-off geben wird, deuteten die Duffers zumindest an. Konkrete Pläne nannten sie bisher nicht, doch das Universum von Hawkins scheint nicht vollständig geschlossen.
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Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
Alle Artikel von LenaLena hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.