Zweimal knapp vorbei: So begann David Spades Karriere lange vor Full House

Joey Gladstone hätte fast David Spade geheißen. Spade verriet gegenüber Esquire, dass das Vorsprechen für Full House eines seiner ersten in Los Angeles war. Dass ausgerechnet diese frühe Niederlage seine Karriere in Richtung Comedy lenkte, macht die Geschichte so pikant.
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Spades erstes Vorsprechen ging schief
David Spade war noch ein weitgehend unbekannter Schauspieler, als er für die Rolle des Joey Gladstone vorsprach. Die Szene, die er spielen musste, zeigte Joey beim Wäschewaschen. Spade gab gegenüber Esquire zu: 'Ich wusste nicht, was ich tat, aber sagen wir einfach, ich bin sicher nicht nah drangekommen.'
Das Vorsprechen fand in einer Phase statt, in der Spade nach eigener Aussage 'ein bisschen Aufmerksamkeit' auf sich gezogen hatte. Es war eines seiner ersten Vorsprechen nach seinem Umzug nach Los Angeles. Die Absage traf ihn hart: 'Dieser Stress, wenn man Rollen nicht bekommt. Das hat mich wirklich mitgenommen, mental.'
Full House lief ab 1987 und wurde zu einer der beliebtesten Familienserien der 1990er-Jahre. Die Figur des Joey Gladstone, ein gutmütiger Komiker mit Vorliebe für Stimmimitationen, wurde zum Markenzeichen von Dave Coulier. In Deutschland ist die Serie heute über Disney+ abrufbar.
Zwei verpasste Rollen, eine Karrierewende
Full House war nicht die einzige Rolle, die Spade in jenen Jahren knapp verpasste. Er stand auch kurz davor, eine Hauptrolle im Polizeidrama In the Heat of the Night zu bekommen. 'Was für eine andere Karriere das gewesen wäre', sagte er gegenüber Esquire. 'Diese Serie lief etwa sieben Jahre. Keine Komödie.'
Stattdessen fand Spade seinen Durchbruch Anfang der 1990er-Jahre als Ensemblemitglied bei Saturday Night Live. Danach folgte die Hauptrolle in der NBC-Sitcom Just Shoot Me!, die ihn endgültig als Komiker etablierte.
Rückblickend bewertet Spade die Absagen pragmatisch: 'Full House wäre anders gewesen, aber wenn man zurückblickt auf alles, was schiefgelaufen ist, hat es sich doch gefügt.' Die Absage bei Joey Gladstone war letztlich der Startpunkt für einen völlig anderen, erfolgreicheren Weg.
Coulier erfand den Namen Joey Gladstone
Dave Coulier kam auf einem anderen Weg zu seiner Paraderolle. Beim Vorsprechen trug die Figur noch keinen Namen. Coulier schlug den Namen Joey Gladstone selbst vor und gab ihn an Serienschöpfer Jeff Franklin weiter, der ihn übernahm.
Nach seinem Vorsprechen für Joey wurde Coulier direkt im selben Termin gebeten, auch für die Rolle des Vaters Danny Tanner zu lesen. Produzent Tom Miller stoppte ihn auf dem Weg aus dem Raum: 'Das war großartig, aber könntest du auch für die Vaterrolle lesen?' Coulier stimmte zu, bereitete sich kurz vor und las die Szene.
Jeff Franklin legte Coulier nach dem Vorsprechen den Arm um die Schulter und lobte ihn ausdrücklich. Wenig später rief Couliers Manager an: Er hatte die Rolle des Joey bekommen. Danny Tanner ging schließlich an Bob Saget, der damit zur ikonischen Figur der Serie wurde.
Drei Vorsprechen in einem Termin
Coulier beschrieb den Ablauf 2016 gegenüber dem Magazin Glamour: 'Ich hatte insgesamt drei Vorsprechen, und zwei davon fanden beim selben Termin statt.' Dieser ungewöhnliche Ablauf war dem spontanen Einfall von Produzent Tom Miller zu verdanken, der Coulier direkt nach dem Joey-Reading auch für Danny Tanner testen wollte.
Die Entscheidung, ihn für beide Rollen zu testen, zeigt, wie offen das Casting damals noch war. Hätte Coulier Danny Tanner bekommen, wäre Bob Saget womöglich nie das Gesicht der Serie geworden. Und Joey Gladstone hätte einen anderen Darsteller gebraucht.
Für Jodie Sweetin, Candace Cameron Bure und die übrigen Hauptdarstellerinnen der Serie bedeuteten diese frühen Casting-Entscheidungen den Grundstein für eine Produktion, die bis heute Kultstatus genießt.
Was Spades Geschichte über Hollywood zeigt
Die Anekdote verdeutlicht, wie eng Erfolg und Scheitern im Unterhaltungsgeschäft beieinanderliegen. Spade verpasste Joey Gladstone und In the Heat of the Night, landete dafür bei Saturday Night Live und schrieb dort Fernsehgeschichte.
Spade sprach in dem Esquire-Interview auch über die psychische Belastung durch Absagen: 'Dieser Stress, wenn man Rollen nicht bekommt. Das hat mich wirklich mitgenommen.' Solche Aussagen sind selten offen, gerade von Komikern, die Misserfolg meist mit Humor überbrücken.
Full House bleibt als Zeitdokument der amerikanischen Fernsehkultur der 1990er-Jahre lebendig. Dass David Spade beinahe Teil davon geworden wäre, ist eine jener Hollywood-Geschichten, die zeigen: Manchmal entscheidet eine einzige Szene über den gesamten Lebensweg.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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