Will Smith verlässt Slow Horses - Ein Fall für Jackson Lamb nach Staffel 5

Slow Horses verliert seinen Schöpfer nach fünf Staffeln. Will Smith, der die Apple-TV-Serie von Beginn an formte, schrieb mit dem Finale 'Scars' seinen letzten Beitrag. Die Serie läuft trotzdem weiter: Staffel 6 und 7 sind bereits bestätigt.
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Smiths Abschied nach fünf Staffeln
Will Smith, der für seine Arbeit an Slow Horses zwei Emmynominierungen als Autor erhielt und einen Preis gewann, schrieb mit 'Scars' sein persönliches Abschlussstück. Der Serienerfinder prägte die Adaption von Mick Herrons Romanreihe von Beginn an und formte den eigenwilligen Geheimdienst-Thriller zu einer der gefeiertsten Serien der vergangenen Jahre.
Sein Abgang markiert das Ende einer Ära für die Produktion, auch wenn die Geschichte von Jackson Lamb und dem Slough House weitergeht. Staffel 6 und Staffel 7 sind bereits in Planung, sodass Gary Oldman in seiner Paraderolle als grummeliger Geheimdienstchef Lamb weiterhin zu erleben sein wird.
Lambs Narben als Herzstück des Finales
Der Titel 'Scars' ist kein Zufall. Bereits in Folge 3 der fünften Staffel schildert Lamb in einer langen Erzählung das Schicksal eines Agenten im Berlin der Nachwendezeit: Der Mann wurde brutal gefoltert, seiner schwangeren Geliebten wurde vor seinen Augen das Leben genommen. Eine der Foltermethoden bestand darin, die Haut von seinen Fußsohlen zu verbrennen.
Nach dem Dreh dieser Szene schlug Giselle Schmidt, die Frau von Hauptdarsteller Gary Oldman, vor, Lambs Füße später im Finale zu zeigen, um die Narben sichtbar zu machen. Regisseur Saul Metzstein, der in dieser Staffel erneut Regie führte, riet jedoch zum gegenteiligen Ansatz.
Will Smith folgte schließlich seinem eigenen Instinkt: Das Geheimnis um Lambs Vergangenheit bleibt ein stilles Einverständnis zwischen der Figur und dem Publikum. Diese Entscheidung unterstreicht den Charakter der Serie, die Andeutungen stets lauter sprechen lässt als Erklärungen.
Ein Finale, das sich entwickelte
Das Ende von 'Scars' war in den ursprünglichen Drehbuchentwürfen noch nicht enthalten. Es entstand organisch während der Dreharbeiten, als sich neue Möglichkeiten ergaben. Solche Momente, die im Prozess des Drehs entstehen, gehören zu den schönsten Zufällen des Fernsehhandwerks.
Das Staffelfinale der vierten Staffel hatte noch mit einem intensiven Schusswechsel im Slough House geendet, der parallel mit dem Chaos am Bahnhof St. Pancras geschnitten wurde. 'Scars' setzt bewusst andere Akzente und zeigt, dass Smith Slow Horses nie in erster Linie als Actionformat verstand.
Mehr als ein Agenten-Thriller
Smith beschrieb seine Vision für die Serie in klaren Worten: Slow Horses wirke auf den ersten Blick wie eine Geschichte über einen flatulenten Geheimagenten, untersuche aber tatsächlich die Gefahren des Interventionismus, das Erbe des Kolonialismus, toxische Männlichkeit sowie den Aufstieg der populistischen Rechten und die Wirkungslosigkeit der Linken.
Diese thematische Tiefe ist kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen in jedem Drehbuch. Für Smith ist Slow Horses zuerst und vor allem eine Charakterstudie, in der der Actionanteil zwar vorhanden, aber nie dominierend ist. Diese Haltung hat die Serie zu einem unverwechselbaren Werk gemacht.
Wie geht es weiter ohne Smith?
Mit der Verlängerung bis Staffel 7 steht fest, dass Slow Horses auch nach Smiths Abgang fortgeführt wird. Wer die kreative Führung für die kommenden Staffeln übernimmt, ist bislang nicht offiziell bekanntgegeben worden. Die Basis liefern weiterhin die Romane von Mick Herron, der mit seiner Buchreihe reichlich Stoff für weitere Abenteuer des Slough-House-Teams bereithält.
Gary Oldman bleibt als Jackson Lamb das Gesicht der Serie. Fans in Deutschland können alle bisherigen Staffeln bei Apple TV abrufen und dürfen gespannt sein, welche neue Handschrift die Serie in Staffel 6 annehmen wird.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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